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08.07.1937
Memorandum von Hentigs (Leiter der Politischen Abteilung VII im Auswärtigen Amt) für Staatssekretär von Weizsäcker:
Hentig spricht sich für eine stärkere Emigration armer Juden, gegen die Auswanderung reicher Juden aus. "Sie sollten in Deutschland bleiben, wo man das Geld besser aus ihnen herauspressen könne. Doch da dieser Gedanke im Widerspruch zu den Anweisungen des Führers stehe, könne man wohl nicht viel machen. Das Haavara-Abkommen (s. 28.8.1933) habe die Auswanderung jüngerer Juden aus dem Mittelstand nach Palästina begünstigt, die wirklich Reichen dagegen seien in westliche Länder ausgewandert. So bestehe die Gefahr, daß in den Westen ausgewanderte deutsche Juden dort einen deutschfeindlichen Einfluß auf die öffentliche Meinung ausüben würden, wogegen sie in Palästina unter sich blieben und Deutschland nichts zu befürchten hätte."
(Bauer, Freikauf, S. 45)
15.07.1937
Anordnung des Reichspropagandaministers
Alle Personen und Unternehmen des jüdischen Pressewesens werden vom Sonderbeauftragten des Ministers, dem Reichskulturwalter, erfaßt. Sie werden in amtliche Liste eingetragen und erhalten durch Bescheinigung oder Ausweis die Zulassungsgenehmigung. Nach dem 1. Oktober 1937 dürfen Personen ohne solche Bescheinigung oder Ausweis nicht mehr tätig sein. (Walk, S. 195)
Palästina
Bericht des deutschen Generalkonsuls in Jerusalem, Döhle, an das Ausw. Amt:
Der Großmufti von Jerusalem habe ihn heute aufgesucht und die arabische Ablehnung des britischen Teilungsplans dargelegt. "Bei ihrem Kampf gegen Juden und judenfreundliche Politik hofften Araber auf Unterstützung derjenigen Großmächte, deren Interessen in gleicher Richtung gingen."
- Der Großmufti habe die arabischen Sympathien für das neue Deutschland betont und die Hoffnung auf deutsche Unterstützung für den Kampf gegen das Judentum ausgesprochen. Er habe gefragt, ob Deutschland bereit wäre, gegen den Plan eines jüdischen Staates Stellung zu nehmen.
Er, Döhle, habe erklärt, er werde diesen Wunsch nach Berlin übermitteln, und habe als persönliche Meinung geäußert, er erwarte eine positive Beantwortung. Er habe hinzugefügt, es liege taktisch vielleicht im arabischen Interesse, wenn die deutsche Sympathie für die arabischen Bestrebungen nicht zu deutlich in Erscheinung trete; eine negative Stellungnahme gegen den Judenstaat würde für die Araber praktisch die gleiche Wirkung haben. (ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 566)