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18.06.1938
Verordnung zur Durchführung der VO über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26.4.38
Die Frist für die Anmeldung des Vermögens wird für Juden, die deutsche Staatsangehörige sind, bis zum 31.7.38 verlängert, für solche, die ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb Europas haben, bis zum 31.10.38. (RGBl I, S. 640).
Fristende war zunächst der 30. Juni 1938 gewesen.
19.06.1938
Goebbels Tagebuch
"Helldorff (Berlins Polizeipräsident) geht jetzt radikal in der Judenfrage vor. Die Partei hilft ihm dabei. Viele Verhaftungen. Die Auslandspresse tobt. Ich gebe eine beruhigende Erklärung heraus. Im Übrigen bleibt es beim Kurs. Die Polizei hat meine Anweisungen verstanden. Wir werden Berlin judenrein machen. Ich lasse nun nicht mehr locker. Unser Weg ist der richtige." (Fröhlich, I.3, S. 460)
20.06.1938
Juden werden von Börsen und Großmärkten ausgeschlossen; die bisherigen Zulassungen werden ungültig. Als Übergangsmaßnahme können Firmen in jüdischem Besitz sich bis auf weiteres durch nichtjüdische Bevollmächtigte vertreten lassen. (AdG, S. 3610)
Vom 1. Februar 1933 bis zum 31. März 1936 haben rund 100.000 jüdische Menschen Deutschland verlassen, davon etwa ein Drittel Richtung Palästina. 1936 wurden 21.000 jüdische Auswanderer gezählt, davon 8.000 nach Palästina, 10.000 nach Übersee und 3.000 in andere europäische Staaten. 1937 wanderten 15.000 Menschen aus, davon 4.000 nach Palästina. Der Ertrag der Reichsfluchtsteuer seit Februar 1933 wird amtlich mit 225 Millionen RM angegeben. (AdG, S. 3608)
21.06.1938
Rede von Goebbels im Berliner Olympiastadion
Man habe nicht sieben Jahre in Berlin gegen das internationale Judentum gekämpft, damit es sich heute im nationalsozialistischen Berlin breiter mache als je zuvor. Es sei geradezu empörend, daß in den letzten Monaten nicht weniger als dreitausend Juden nach Berlin eingewandert seien.
Aber die Auseinandersetzung mit dem "internationalen Judentum"
müsse streng nach dem Gesetz von der Partei und vom Staat geführt werden, "und nicht von der Straße"
. Durch gesetzliche Maßnahmen werde dafür gesorgt werden, daß in absehbarer Zeit der jüdische Einfluß auch in der Wirtschaft gebrochen werde. (AdG, S. 3610; Fröhlich, I.3, S. 462-463)
Goebbels Tagebuch
"Die antijüdische Aktion in Berlin regt das Ausland sehr auf. Unsere Parteigenossen gehen auch etwas scharf heran. Ich bremse da ein wenig. Im Übrigen aber lasse ich den Leuten ihren Lauf. Die Juden in der Welt schimpfen sowieso. Und heraus müssen sie doch aus Berlin. Den verleumderischen Auslandsjournalisten lasse ich mit Ausweisung drohen." (Fröhlich, I.3, S. 462)
22.06.1938
Erlaß des Reichsinnenministers
Die Unterbringung von Juden in Krankenanstalten ist so auszuführen, daß die Gefahr von Rassenschande vermieden wird. Juden sind in besonderen Zimmern unterzubringen. (Walk, S. 230)
Goebbels Tagebuch
"Die Judenfrage in Berlin hat sich nun sehr kompliziert. Die Partei hat - wahrscheinlich auf Anregung von Helldorff - die Judengeschäfte beschmiert. Darob hat sich Funk eingeschaltet. Er will das alles legal machen. Aber es dauert so lange. Unterdes sind auch Plünderungen vorgekommen. Zigeuner und andere lichtscheue Elemente haben sich daran beteiligt. Ich lasse diese alle in Konzentrationslager abführen. Helldorff hat meine Befehle direkt ins Gegenteil verkehrt: ich hatte gesagt, Polizei handelt mit legalem Gesicht, Partei macht Zuschauer. Das Umgekehrte ist nun der Fall. Ich bestelle mir alle Parteiinstanzen und gebe neue Befehle heraus. Alle illegalen Handlungen haben zu unterbleiben. Die Juden sollen ihre Geschäfte wieder säubern. Funk muß sich etwas sputen mit seinen Maßnahmen. Und im Übrigen hat diese Art von Volksjustiz doch auch wieder ihr Gutes gehabt. Die Juden sind aufgeschreckt worden und werden sich nun wohl hüten, Berlin für ihr Dorado anzusehen."
Göring gebe sich auch Mühe, "die Ausschreitungen abzudämmen. Im Übrigen geht der Kampf gegen das Judentum legal weiter bis zur letzten Galgensprosse. Heraus muß es!"
(Fröhlich, I.3, S. 463)
23.06.1938
In Wien sollen jüdische Schüler der Volks- und Hauptschulen von den "arischen"
Schülern getrennt und in eigenen Gebäuden untergebracht werden. In den höheren Schulen wurde diese Trennung schon früher eingeführt. (AdG, S. 3612)