CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

Unternavigation

Funktionen für die Darstellung

Schriftgröße:
Darstellung:

Seitenpfad

01.08.1939

Der Verkauf von Losen an Juden wird verboten; Gewinne werden an diese nicht ausgezahlt. (Walk, S. 299)

04.08.1939

Italien

Die Berufsausübung jüdischer Bürger wird durch ein neues Gesetz geregelt. Juden dürfen danach nicht mehr als Journalisten arbeiten. Auch der Notarberuf bleibt ihnen verschlossen. In vielen freien Berufen (wie Ärzte, Chirurgen, Apotheker, Rechtsanwälte, Ingenieure, Architekten u.a.) dürfen Juden zwar weiterhin arbeiten, dürfen aber dem zuständigen Berufsverband nicht angehören und sich von diesem nicht juristisch vertreten lassen. Eine Vereinigung oder Zusammenarbeit der Berufsangehörigen jüdischer und nichtjüdischer Abstammung ist verboten. (AdG, S. 4162)

Internationale Politik

Der Vorsitzende des Flüchtlingsausschusses des Völkerbunds, Lord Winterton, gibt im britischen Unterhaus bekannt, daß seit der Konferenz von Evian 150.000 Juden aus dem Deutschen Reich ausgewandert seien. Hiervon würden bis Jahresende schätzungsweise 40.000 von den USA aufgenommen; Großbritannien habe gleichfalls rund 40.000 Flüchtlinge aufgenommen. Die britischen Kolonien hätten in den letzten sechs Monaten 17.000 Flüchtlinge untergebracht. Australien habe sich bereit erklärt, im nächsten Jahr 5.000 Flüchtlinge aufzunehmen. Brasilien wolle zunächst 11.000 Flüchtlingen ein Asyl bieten. Es sei damit zu rechnen, daß sich dort mit der Zeit insgesamt 80.000 Flüchtlinge niederlassen könnten. Im Herbst 1939 werde in British-Guayana mit der ersten Flüchtlingsansiedlung begonnen. Die Dominikanische Republik und die Philippinen hätten sich grundsätzlich bereit erklärt, die Ansiedlung von Flüchtlingen zu fördern. (AdG, S. 4162)

16.08.1939

Juden müssen ihr gesamtes Vermögen auf besondere Konten bei zugelassenen Devisenbanken einzahlen. Die Abhebung von den Konten ist genehmigungspflichtig. Auf diese Depots sind auch alle Beträge einzuzahlen, die Juden in Zukunft erhalten. (Walk, S. 300)

23.08.1939

Nichtangriffsvertrag zwischen Deutschland und der UdSSR

In einem Zusatzabkommen werden die "Interessenssphären" beider Staaten in Osteuropa abgegrenzt.