CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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09.02.1939

Italien

Ein Gesetz beschränkt die wirtschaftlichen Aktivitäten der Juden.

Bulgarien

6.000 Juden fremder Staatsangehörigkeit werden mit einer Frist von 14 Tagen aus Bulgarien ausgewiesen. - Juden dürfen nicht mehr als Lieferanten für die Armee tätig sein. (AdG, S. 3935)

10.02.1939

USA/Großbritannien

Ein Angebot der Vereinigten Staaten, eine Untersuchungskommission nach British-Guayana zum Studium der Ansiedlung jüdischer Flüchtlinge zu schicken, wurde von der britischen Regierung angenommen, die der Kommission eigene Kolonialfachleute beigeben wird. (AdG, S. 3937)

11.02.1939

Erste Arbeitsbesprechung des Ausschusses der Reichszentrale für die jüdische Auswanderung

Heydrich erklärt zum Rublee-Schacht-Plan (s. 16.1.39): Da dessen Durchführung bisher keineswegs gesichert sei, müsse man "auch weiterhin ohne Rücksicht auf diesen Plan die Auswanderung mit allen sonst zur Verfügung stehenden Mitteln fördern. In erster Linie seien hierzu die Juden selbst heranzuziehen, die auf Grund ihrer internationalen Verflechtungen am leichtesten noch Möglichkeiten zur Einreise in fremde Länder und Beschaffung der hierfür notwendigen Devisen hätten."  - Erforderlich sei dazu eine Sondergenehmigung des Reichswirtschaftsministeriums für die Verteilung der auf diese Weise hereinkommmenden Devisen.

Eine besondere Aufgabe sei die Förderung der Auswanderung minderbemittelter Juden. Zu diesem Zweck müßten die bisher von verschiedenen Stellen gebildeten Fonds einheitlich zusammengefaßt werden. Heydrich "hob besonders die von dem Polizeipräsidenten in Berlin erhobene Sonderabgabe von reichen Juden hervor".

Alle Juden sollen in der Reichsvereinigung zusammengefaßt werden, der man die Organisierung der Auswanderung sowie das gesamte jüdische Schulwesen und Fürsorgewesen übertragen wolle. Über die Reichsvereinigung könne man auch Kontakt zu ausländischen jüdischen Organisationen aufnehmen.

Nach dem Vorbild der Zentralstelle für die jüdische Auswanderung in Wien sollen solche Stellen auch in anderen Großstädten - Berlin, Breslau, Frankfurt/Main und Hamburg - geschaffen werden.

Zur Frage der illegalen Auswanderung nach Palästina führt Heydrich  aus, "daß an sich zwar grundsätzlich gegen jede illegale Auswanderung Stellung genommen werden müßte. Bei Palästina lägen die Dinge jedoch so, daß dorthin bereits z.Zt. aus vielen anderen europäischen Ländern, die selbst nur Durchgangsländer wären, illegale Transporte gingen, und unter diesen Umständen auch von Deutschland, allerdings ohne jede amtliche Beteiligung, diese Gelegenheit wahrgenommen werden könnte." - Nach Informationen aus London wäre Palästina noch aufnahmefähig für etwa 800.000 bis 1 Million Juden. (ADAP, Serie D, Bd.V, Nr. 665).

13.02.1939

Niederlande

Für Flüchtlinge aus Deutschland wird ein Lager in Westerbork errichtet.

Nach der Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht 1940 wurde Westerbork als deutsches Konzentrationslager und Zwischenlager für die Deportation der Juden aus den Niederlanden "nach Osten" fortgeführt.

14.02.1939

Rublee, Verhandlungsführer für das Evian-Komitee, erklärt in London seinen Rücktritt. Sein Nachfolger wird Sir Herbert Emerson, der gleichzeitig Völkerbundkommissar für Flüchtlinge aus Deutschland ist.