CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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18.02.1939

Bericht des deutschen Gesandten in London an das Auswärtige Amt zum Stand der Verhandlungen mit dem Evian-Komitee

Rublee habe über die Gespräche berichtet, die er vor kurzem in Berlin führte, insbesondere über seine Unterredungen mit Göring und Wohlthat. Rublee sei von dem Gespräch mit Göring "tief beeindruckt" gewesen und habe die Überzeugung geäußert, daß Deutschland das jüdische Flüchtlingsproblem methodisch lösen wolle. Die Gespräche mit Wohlthat hätten eine tragfähige Grundlage für die Lösung des Problems ergeben.

Die Dominikanische Republik habe sich bereit erklärt, 100.000 Juden aufzunehmen, um ihre Wirtschaft zu stärken (Aufbau kleinerer Industrien durch Juden). US-Präsident Roosevelt habe bereits eine Kommission zur Untersuchung der dortigen Aufnahmebedingungen geschickt.

"Man scheint in der Evian-Kommission mit einem positiven Fortgang der Verhandlungen zu rechnen. England und Amerika sollen den deutschen Gedankengängen positiv gegenüberstehen. Die Reaktion aus Washington sei sogar ausgesprochen gut." (ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 666)   

20.02.1939

Italien

Die Satzung der Faschistischen Partei wird geändert; Personen "jüdischer Rasse" dürfen der Partei nicht mehr angehören.

21.02.1939

Dritte Anordnung auf Grund der VO über die Anmeldung des Vermögens von Juden vom 26. April 1938

Alle Juden müssen die in ihrem Eigentum befindlichen Gegenstände aus Gold, Platin oder Silber (außer Eheringen) sowie Edelsteinen und Perlen binnen zwei Wochen an die vom Reich eingerichteten öffentlichen Ankaufstellen abliefern. Die Ablieferung erfolgt gegen Entschädigung. Nähere Bestimmungen über die Bewertung der abgelieferten Gegenstände und die Auszahlung der Entschädigung trifft der Reichswirtschaftsminister. (RGBl I, S. 282; AdG, S. 3950)

Tschechoslowakei: Rede des Ministerpräsidenten des autonomen Landesteils Slowakien, Tiso

Bei der "Lösung der Judenfrage" dürfe nur das Interesse des slowakischen Volkes ausschlaggebend sein. Die Auswanderung der Juden werde von seiner Regierung unterstützt. Überall, wo Juden in größerer Zahl leben, sollen an den Staatsschulen jüdische Klasse eingerichtet werden. (AdG, S. 3950)

22.02.1939

Vertrauliche Anordnung des Reichsverkehrsministeriums

Führerscheine und Kraftfahrzeugscheine, die für Juden ausgestellt sind, sind sofort einzuziehen. Von der Einziehung ist abzusehen bei Juden ausländischer Staatsangehörigkeit sowie in Fällen, in denen die Einziehung gesamtwirtschaftliche Interessen schädigen würde und bei Beschädigten, die auf die Benutzung eines Fahrzeugs angewiesen sind. (Walk, S. 283)

Ungarn

Antrittsrede des neuen Ministerpräsidenten Teleki:
Man solle nicht glauben, daß das Judengesetz nach deutschem oder irgendeinem anderen Vorbild oder unter äußerem Druck entstanden wäre. Es sei aber natürlich, daß sich in der öffentlichen Meinung Spuren der Ereignisse im Westen bemerkbar machen. In Ungarn sei der jüdische Bevölkerungsanteil sechsmal größer als in den westeuropäischen Ländern, aber man habe die in großer Zahl einwandernden "Ostjuden" nach westlichen Methoden behandelt. Darauf sei es zurückzuführen, daß in Ungarn die Erbitterung immer größer und viel stärker als in den westlichen Staaten geworden sei und daß eine Gefahr für die Eigenart und die Charakterzüge der ungarischen Nation entstanden sei. Die Bestimmungen der Judenvorlage könnten daher kaum gemildert werden. (AdG, S. 3954)