CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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02.01.1939

Rumänien

Die rumänische Regierung beschließt, daß die Juden, die bei der Überprüfung der Staatsbürgerschaft aus den Staatsbürgerlisten gestrichen wurden, in jeder Beziehung unter die Fremdengesetzgebung fallen. Demnach sind gegen sie auch die Bestimmungen des Gesetzes zum Schutz der nationalen Arbeit anzuwenden, das den Anteil von nichtrumänischen Staatsbürgern am Personal der Industrie- und Handelsunternehmen festsetzt. Rumänien will die Auswanderung der Juden fördern und sich an einer "Lösung der Judenfrage auf internationaler Grundlage" beteiligen. (AdG, S. 3874)

04.01.1939

Aktennotiz des Staatssekretärs im Auswärtigen Amt, von Weizsäcker

Schacht habe ihm auf seine Beschwerde (Frage seiner Autorisation zu den Verhandlungen mit dem Beauftragten des Evian-Komitees, Rublee) geantwortet, Hitler sei mit diesen Gesprächen einverstanden und habe ihn mit deren Fortführung beauftragt. Er, Schacht, wolle jetzt Rublee nach Berlin einladen. Über den Inhalt der Besprechungen möchte er Außenminister Ribbentrop in den nächsten Tagen selbst mündlich berichten. (ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 659)

Ziel des zwischen Schacht und Rublee besprochenen Verfahrens war es, zunächst 150.000 Juden im arbeitsfähigen Alter im Ausland anzusiedeln; 250.000 abhängige Familienangehörige sollten folgen. Deutschland sollte außerdem versprechen, daß die zurückbleibenden älteren Menschen nicht schikaniert würden. (s. 16.01.1939)

05.01.1939

Hitler äußert in einem Gespräch mit dem polnischen Außenminister Beck, neben anderen Fragen hätten Polen und Deutschland auch hinsichtlich des "Judenproblems" gemeinsame Interessen. "Er sei fest entschlossen, die Juden aus Deutschland herauszubringen. Man würde ihnen jetzt noch gestatten, einen Teil ihres Vermögens mitzunehmen. (...) Je länger sie aber zögerten auszuwandern, desto weniger würden sie mitnehmen können.

Hätte man von Seiten der Westmächte mehr Verständnis für die deutsche Kolonialforderung aufgebracht, so hätte er vielleicht zur Lösung der Judenfrage ein Territorium in Afrika zur Verfügung gestellt, das zur Ansiedlung nicht nur der deutschen, sondern auch der polnischen Juden hätte verwendet werden können."
(ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 119)

Alle politischen Organisationen der Juden, auch die Zionistische Vereinigung und der Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, werden von Himmler für ausgelöst erklärt. (Walk, S. 273)