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08.01.1939
Polen
Das "Lager der nationalen Einigung"
, die zweitstärkste politische Kraft Polens nach den regierenden Nationaldemokraten, legt Vorschläge zur Neuregelung der Staatsbürgerrechte vor, die die Schaffung von drei Gruppen von Staatsbürgern in Polen vorsehen:
1. Staatsbürger polnischer Nationalität, 2. Staatsbürger deutscher oder slawischer (aber nicht polnischer) Nationalität, 3. Juden. - Volle Staatsbürgerrechte soll nur die erste Gruppe erhalten. Der zweiten Gruppe werden diese nur verliehen, wenn sie sich ohne Vorbehalt für eine Zusammenarbeit mit dem polnischen Staat erklärt. Die Juden sollen generell die staatsbürgerlichen Rechte verlieren. (AdG, S. 3881)
12.01.1939
Rumänien
Durch Entzug der Schanklizenzen werden die Juden aus dem Gaststätten- und Kaffehaus-Sektor verdrängt.
13.01.1939
Aufzeichnung des Staatssekretärs von Weizsäcker über das Gespräch zwischen Schacht und Außenminister Ribbentrop
(s. 4.1.1939) - Ribbentrop habe sich damit einverstanden erklärt, daß Schacht den Versuch macht, "in einer stillen Organisation den Abtransport deutscher Juden ins Ausland vorzunehmen. Herr Schacht hat dem Herrn Reichsminister seinen Plan dahin erläutert, daß eine Schädigung der deutschen Wirtschaft davon nicht zu erwarten sei."
(ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 660)
15.01.1939
Rede von Alfred Rosenberg in Detmold
Das Judentum strebe einen Staat in Palästina nicht als Heimat an, sondern als ein Zentrum, "in dem man die jüdischen Hochstapler aus aller Welt, die von der Polizei anderer Länder verfolgt werden, unterbringen, mit neuen Pässen ausrüsten und dann in andere Teile der Welt schicken kann. Es ist zu wünschen, daß die Judenfreunde in der Welt, vor allem die westlichen Demokratien, die über soviel Raum in allen Erdteilen verfügen, den Juden ein Gebiet außerhalb Palästinas zuweisen, allerdings nicht um einen jüdischen Staat, sondern um ein jüdisches Reservat einzurichten."
(VB, 16. Januar 1939)