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25.01. - 27.02.1940

Wartheland

Mindestens 681 "unheilbar Geisteskranke" aus den pommerschen Anstalten Treptow, Lauenburg und Ueckermünde werden nach Kosten bei Posen im Wartheland gebracht und dort in Gaswagen getötet.

Nach ihrer vollständigen Räumung (durch Verlegung und Ermordung der Patienten) wurde die Heilanstalt Lauenburg am 1. März 1940 an die SS verpachtet. Sie hattte 1937 über 1.000 Betten verfügt. Ebenfalls wurde die Anstalt in Stralsund auf diese Weise geschlossen. Der Etat der Provinz Pommern für 1940 weist aus, daß 2.300 Patienten aus Pommern abtransportiert wurden und dadurch im Haushaltsjahr eine Ersparnis von 350.000 RM erreicht wurde.

25.01.1940

Generalgouvernement

Bildung eines Judenrats in Lublin. Viele Juden arbeiten in den Fabrikanlagen der Deutschen Ausrüstungswerke, die in einem Kriegsgefangenenlager in der Lipowa-Straße untergebracht sind. Im Sommer 1940 beginnen die Deutschen mit der Internierung von Juden in Arbeitslagern außerhalb der Stadt.

26.01.1940

Generalgouvernement

Frank läßt den Juden die Benutzung der Eisenbahn verbieten.

30.01.1940

Konferenz im Reichssicherheitshauptamt unter Leitung Heydrichs

Thema ist die "Umsiedlung" von Juden, Polen und Zigeunern aus dem annektierten Wartheland ins Generalgouvernement, sowie die Ansiedlung von "Volksdeutschen" aus Osteuropa in den annektierten Ostgebieten.

Heydrich: Bisher seien 87.000 Polen und Juden aus dem Reichsgau Wartheland ins Generalgouvernement abgeschoben worden, "um für die dort anzusiedelnden Baltendeutschen Raum zu schaffen". Aus dem gleichen Grund sei jetzt die Abschiebung von weiteren 40.000 Juden und Polen vordringlich.

Zusätzlich zu den polnischen Kriegsgefangenen sollen bis zu einer Millionen Polen und Polinnen aus dem Generalgouvernement und zum Teil auch aus den annektierten Ostgebieten zur Zwangsarbeit im Reichsgebiet eingesetzt werden.

"Nach den beiden Massenbewegungen von etwa 40.000 Polen und Juden im Interesse der Baltendeutschen und von etwa 120.000 Polen im Interesse der Wolhyniendeutschen, soll als letzte Massenbewegung die Abschiebung von sämtlichen Juden der neuen Ostgaue und 30.000 Zigeunern aus dem Reichsgebiet in das Generalgouvernement erfolgen. Nachdem festgestellt wurde, daß die Räumung von 120.000 Polen etwa im März 1940 zu laufen beginnt, muß die Evakuierung von Juden und Zigeunern bis zur Beendigung der vorgenannten Aktionen aufgeschoben werden."

Der Polizeichef des Generalgouvernements, Krüger, trägt vor, daß außerdem innerhalb des GG weitere 100.000-120.000 Menschen zwangsweise umgesiedelt werden müßten, um die Forderungen der Wehrmacht nach Truppenübungsgeländen zu erfüllen.

Heydrich: Diverse Bauvorhaben würden "wohl Gelegenheit geben, mehrere 100.000 Juden in Zwangsarbeitslagern zusammenzufassen, deren Familien dann den übrigen im GG bereits befindlichen jüdischen Familien zugeteilt werden könnten."

Heydrich kündigt an, daß Mitte Februar 1.000 Juden aus Stettin ins Generalgouvernement abgeschoben werden sollen, weil ihre Wohnungen "aus kriegswirtschaftlichen Gründen dringend benötigt" würden. (Adler, S. 116; IMT, NO-5322)