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05.11.1940
Generalgouvernement
Goebbels beschreibt in seinem Tagebuch eine Besprechung bei Hitler über "Ostfragen"
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"Alle möchten ihren Unrat ins Generalgouvernement abladen. Juden, Kranke, Faulenzer etc. Und Frank sträubt sich dagegen. Nicht ganz mit Unrecht. Er möchte aus Polen ein Musterland machen. Das geht zu weit. Das kann er nicht und soll er nicht. Polen soll für uns, so bestimmt der Führer, ein großes Arbeitsreservoir sein. Woher wir die fehlenden Menschen für die niederen Arbeiten nehmen können. Denn die müssen wir ja auch irgendwoher holen. Frank hat das nicht gerne, aber er muß. Und die Juden schieben wir später auch einmal aus diesem Gebiet ab." (Fröhlich)
06.11.1940
Generalgouvernement
Ansprache Franks in einer Abteilungsleitersitzung.
"Im übrigen liegt uns nichts an der Blüte dieses Landes. Es ist vielleicht das schwerste Wort, das wir sagen müssen. Uns liegt nichts daran, daß etwa die Polen reicher oder sicherer werden oder sich in ihrem Eigentum immer beweglicher zeigen. Uns liegt nur daran, die deutsche Autorität in diesem Raum aufzurichten. (...) Wir messen diese Leistung danach, je unmöglicher die Aussichten werden, daß sich Polen jemals wieder aufrichtet. Das möge hart und grausam klingen, aber im Völkerringen um Jahrtausende und Jahrmillionen kann es eine andere Entscheidung nicht geben. (...) Wir denken hier imperial im größten Stil aller Zeiten."
Hitler habe ihm bei einer Besprechung am 4. November in Berlin ausdrücklich erklärt, "daß dieses Nebenland des Deutschen Reiches die harte Aufgabe zu erfüllen hat, um jeden Preis mit den Polen fertig zu werden, daß es auch von jeder Verpflichtung zu einer Verdeutschungspolitik frei sein soll. (...) Dieses Gebiet ist dazu berufen, das Arbeiterreservoir im großen Sinne zu sein. Wir haben hier lediglich ein gigantisches Arbeiterlager, wo alles, was Macht und Selbständigkeit bedeutet, in Händen der Deutschen ist."
(Präg, S. 302ff)
13.11.1940
Verfügung des Leiters der Parteikanzlei
Um die deutschen Schuhmacher zu entlasten, können jüdische Schuhmacher Arbeitserlaubnis erhalten, allerdings nur für die jüdische Bevölkerung. Deutsche Schuhmacher, die Parteimitglieder oder Mitglieder der Unterorganisationen sind, dürfen Juden nicht bedienen. (Walk, S. 330)
15.11.1940
Generalgouvernement
Nach einer von Heydrich zusammengestellten Übersicht wurden bis zum November 1940 annähernd 300.000 Polen aus den ins Reich eingegliederten ehem. polnischen Westgebieten zwangsweise ins Generalgouvernement umgesiedelt. Hinzu kamen 5.000 Juden aus Prag, Wien und Mährisch-Ostrau, 1.000 Juden aus Stettin und 2.800 Zigeuner aus den westlichen Gebieten des Reiches. Außerdem waren bis zu diesem Datum über 50.000 Franzosen und Juden aus Baden und der Pfalz sowie aus dem von Deutschland annektierten Elsaß-Lothringen ins besetzte Frankreich abgeschoben worden. (IMT, NO-5150)
Himmler ordnet an, daß allen Angehörigen der deutschen Polizei im Laufe des Winters der antisemitische Propagandafilm "Jud Süss" von Veit Harlan vorgeführt werden soll.
15. - 16.11.1940
Generalgouvernement
Das Warschauer Ghetto, um das in den Monaten zuvor eine hohe Mauer gebaut worden war, wird abgeriegelt; die Juden dürfen den Ghetto-Bezirk ohne besondere Erlaubnis nicht mehr verlassen. In einer Großaktion durchkämmt die Polizei systematisch die gesamte Stadt, nimmt 11.100 Juden fest und bringt sie zwangsweise ins Ghetto. 1.170 Lebensmittel- und 2.600 andere jüdische Geschäfte werden von der Polizei geschlossen, die Warenbestände beschlagnahmt.
WELTKRIEGSEREIGNISSE
14. - 15.11.40
Schwerer deutscher Luftangriff mit 437 Flugzeugen auf Coventry. Die mittelenglische Stadt wird weitgehend zerstört.