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11.02.1941
Niederlande
Im Januar und Februar 1941 unternahmen Banden einheimischer NS-Sympathisanten immer wieder gewalttätige Provokationen gegen das Amsterdamer Judenviertel. Es kam mehrmals zu heftigen Auseinandersetzungen, in die auch nicht-jüdische Amsterdamer auf Seiten der Juden eingriffen. Am 11. Februar wurde bei einer Straßenschlacht ein Angehöriger der von den Deutschen geförderten "Nationaal Socialistische Beweging" tödlich verletzt. In den folgenden Tagen riegelte deutsche Polizei das Judenviertel ab und nahm wahllos hunderte von jüdischen Männern im Alter zwischen 18 und 35 Jahren fest.
389 Festgenommene wurden am 27. Februar nach Buchenwald und etwa 340 von dort später weiter in das KL Mauthausen transportiert. Keiner von ihnen überlebte die sadistische Behandlung in den Steinbrüchen von Mauthausen. Drei weitere Transporte mit niederländischen Juden erreichten das KL Mauthausen bis zum Herbst des Jahres 1941: 300 aus Amsterdam, 100 aus Enschede sowie 70 weitere aus Arnheim und anderen Orten im Osten des Landes.
Unter anderem als Reaktion auf diese Massenfestnahmen und Verschleppungen - aber auch aus einer Vielzahl von sozialen und politischen Gründen - kam es in Amsterdam und anderen Teilen der Niederlande zum "Februarstreik", dem ersten großen Massenprotest in einem von den Deutschen besetzten Land.
14.02.1941
Oberschlesien
Albrecht Schmelt, der die oberschlesischen Juden mit Billigung Himmlers einem System halboffener Zwangsarbeit unterworfen hat, schränkt die Möglichkeit zur Verwendung jüdischer Arbeitskräfte in Betrieben ein. Er schreibt: "Eine Beschäftigung (jüdischer) Arbeitnehmer über den 28. Februar 1941 hinaus wird von mir nur genehmigt"
, wenn die Firmen "Ersatz an volksdeutschen oder notfalls polnischen Arbeitskräften durch die Arbeitsämter nicht zugewiesen erhalten."
Von dieser Zeit an kaserniert Schmelt die oberschlesischen Juden in mehreren Arbeitslagern, bis sie vom Frühjahr 1942 an zum großen Teil nach Auschwitz deportiert und dort ermordet werden. (Aly, Endlösung, S. 220)
15.02.1941
Generalgouvernement
Transport aus Wien mit rund 1.000 Menschen nach Opole Lubelskie, südwestlich von Lublin - einer Kleinstadt mit überwiegend jüdischer Bevölkerung. Die Deutschen hatten schon im Dezember 1939 etwa 2.500 Menschen aus der nahen Kreisstadt Pulawy nach Opole Lubelskie "umgesiedelt". Im Sommer 1940 hatten sie dort mit der Anlage eines Ghettos begonnen.
Im Deportationszug aus Wien befanden sich überwiegend über 60 Jahre alte, kranke Menschen, mehrheitlich Frauen. - Insgesamt gingen vom 15. Februar bis 12. März 1941 fünf Transporte mit insgesamt rund 5.000 Menschen aus Wien ins Generalgouvernement ab - zwei nach Opole, je einer nach Kielce, Modliborczycze und Lágow. (Adler, S. 151; Aly, Endlösung, S. 263-264)
WELTKRIEGSEREIGNISSE
11.02.1941
Ankunft erster deutscher Truppen in Tripolis, Libyen, zur Verstärkung der in die Defensive geratenen Italiener.