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27.01.1941

Erlaß des Badischen Innenministers

Ein erneutes Anwachsen der jüdischen Bevölkerung in Baden (nach den Massenabschiebungen nach Frankreich im Oktober 1940) muß verhindert werden. Neu zuziehende Juden oder Mischlinge ersten Grades jüdischen Glaubens (sog. Geltungsjuden, d.h. sie galten im Sinn der Rassengesetzgebung als Juden) sollen von der Polizei zum Verlassen angehalten werden. (Walk, S. 333)

30.01.1941

Hitler-Rede zum Jahrestag der "Machtergreifung" im Sportpalast

"Und nicht vergessen möchte ich den Hinweis, den ich schon einmal, am 1. September 1939 im deutschen Reichstag (tatsächlich am 30.1.39 - Anm. d. Red.), gegeben habe, den Hinweis darauf nämlich, daß, wenn die andere Welt von dem Judentum in einen allgemeinen Krieg gestürzt würde, das gesamte Judentum seine Rolle in Europa ausgespielt haben wird! Sie mögen auch heute noch lachen darüber, genau so wie sie früher über meine Prophezeiungen lachten. Die kommenden Monate und Jahre werden erweisen, daß ich auch hier richtig gesehen habe. Schon jetzt ergreift unsere Rassenerkenntnis Volk um Volk und ich hoffe, daß auch diejenigen Völker, die heute noch in Feindschaft gegen uns stehen, eines Tages ihren größeren inneren Feind erkennen werden und daß sie dann doch noch in eine Front mit uns eintreten werden: Der Front gegen die internationale jüdische Ausbeutung und Völkerverderbung!" (Domarus, S. 1658ff)

Erlaß des Reichsfinanzministers

Die Kinderbeihilfe wird nur an Personen deutschen oder artverwandten Blutes gezahlt, darunter an alle europäischen Volksgruppen, außer Juden, Zigeunern und Mischlingen fremder Rassen. (Walk, S. 334)

31.01.1941

Goebbels Tagebuch

"Beim Führer. (...) Mit Bouhler (Leiter der "Euthanasie"-Aktion T4) Frage der stillschweigenden Liquidierung von Geisteskranken besprochen. 80.000 sind weg, 60.000 müssen noch weg. Das ist eine harte, aber auch eine notwendige Arbeit. Und sie muß jetzt getan werden. (Fröhlich, I.4, S. 485)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

28.01.1941

Beginn mehrwöchiger geheimer britisch-amerikanischer Generalstabsbesprechungen in Washington über eine gemeinsame Kriegführung für den Fall eines amerikanischen Kriegseintritts. Es wird ein gemeinsamer Kriegsplan erarbeitet, dem die Überzeugung zugrunde liegt, daß die Sicherung der Zufahrtswege zu den Britischen Inseln über den Nordatlantik die Basis einer gemeinsamen Strategie sein müsse. Der europäische Kriegsschauplatz soll auf jeden Fall Priorität (vor dem Pazifik im Fall einer Konfrontation mit Japan) haben. Die amerikanische Marine soll baldmöglichst die Verteidigung des nordatlantischen Raumes übernehmen, damit die britische Flotte für einen vollen Einsatz im Mittelmeer frei wird.

Es wird der Austausch von Militärmissionen beschlossen, die unmittelbar nach einem amerikanischen Kriegseintritt zu einem gemeinsamen Führungsstab erweitert werden sollen. Außerdem werden Abmachungen über die Verteilung und Stationierung der in Amerika produzierten Flugzeuge auf den verschiedenen Kriegsschauplätzen sowie über die Kooperation zwischen den Luftstreitkräften der beiden Staaten getroffen.