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24.06.1941

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Wilna (Litauen).

Wilna hatte vor dem deutschen Einmarsch etwa 57.000 jüdische Einwohner; mehreren tausend konnten die Stadt noch rechtzeitig verlassen. Einige Tage später wird angeordnet, daß Juden ein gelbes Kennzeichen tragen müssen; sie dürfen die Bürgersteige nicht benutzen; einige Straßen werden ihnen verboten; eine nächtliche Ausgangssperre wird über sie verhängt; sie dürfen nur in bestimmten Läden und nur zu bestimmten Zeiten einkaufen. Am 4. Juli ordnen die deutschen Behörden die Bildung eines Judenrates an.

25.06.1941

UdSSR

Die Wehrmacht besetzt Slonim (Weißrußland). Vor dem deutschen Einmarsch lebten dort etwa 22.000 jüdische Menschen, darunter viele Flüchtlinge aus Westpolen.

26.06.1941

Verfügungen des Leiters der Parteikanzlei, Bormann

Angesichts der Tatsache, daß die Mischlinge ersten Grades aus der Wehrmacht und den Parteiorganisationen entfernt wurden, mehren sich ihre Versuche, eine besondere Genehmigung zu erhalten, in den Parteiorganisationen zu verbleiben und dadurch ihren Stand zu verbessern. Die Parteistellen werden daher angewiesen, dies in strenger Weise zu verhindern und solchen Mischlingen jede Möglichkeit zu nehmen, sich der Erleichterungen zu bedienen, die sie früher von seiten der Partei bei anderen Behörden erhalten haben. (Walk, S. 343)

Juden sollen in Zukunft keine Zusatzscheine für Seife und keine Rasierseife erhalten. (Walk, S. 343)

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Siauliai (Litauen) und Daugavpils/Dvinsk (Lettland).

Im Siauliai lebten zu diesem Zeitpunkt etwa 6.500 Juden; rund 1.000 waren vor dem deutschen Einmarsch geflüchtet. In den ersten zwei Wochen der Besetzung wurden 1.000 Juden von Deutschen und Litauern ermordet.

In Daugavpils wurden 1935 etwas mehr als 11.000 jüdische Einwohner gezählt; das war ungefähr ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Wenige Tage nach dem deutschen Einmarsch wurden alle jüdischen Männer zwischen 16 und 60 auf dem Hauptplatz zusammengetrieben und von dort ins Gefängnis gebracht. Eine Woche lang waren sie Mißhandlungen, Demütigungen und Zwangsarbeit ausgesetzt; dann begannen die Deutschen mit der Ermordung der Gefangenen.

27.06.1941

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Bialystok.

Vor dem Krieg hatte die Bevölkerung der Stadt zu mehr als der Hälfte aus Juden bestanden. - Am Tag des deutschen Einmarsches wurden 2.000 Juden verbrannt, erschossen oder zu Tode gefoltert. In den ersten zwei Wochen danach wurden weitere 4.000 Menschen, überwiegend Juden, in der Umgebung der Stadt ermordet - Angehörige der Intelligenz, Kommunisten und andere politisch Aktive.

UdSSR

Ein Vorkommando des Sonderkommandos 4a der Einsatzgruppe C kommt in Luzk (Ukraine) an. Am 30. Juni werden, angeblich als Vergeltung für Brandstiftungen und Plünderungen, 300 wahllos festgenommene männliche Juden ermordet. Am 2. Juli werden alle jüdischen Männer zwischen 16 und 60 Jahren zur Zwangsarbeit verpflichtet. Zwischen 1.200 und 2.000 Juden werden, unter Beteiligung von Freiwilligen aus der Wehrmacht, erschossen.

28.06.1941

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Rowno (Ukraine). Dort hatten vor dem deutschen Überfall mehr als 30.000 jüdische Menschen gelebt, das war ungefähr die Hälfte der Bevölkerung.

Während des Juli und August wurden 3.000 Juden ermordet.

28. - 29.06.1941

UdSSR

Das Sonderkommando 7 b der Einsatzgruppe B treibt in Brest-Litowsk (Ukraine) 5.000 Juden unter dem Vorwand zusammen, sie sollten zur Arbeit eingeteilt werden. Die Männer werden in Außenbezirke gebracht und dort erschossen.

29.06.1941

Rumänien

Höhepunkt des Pogroms in Jasi (Nordostrumänien).

In der Stadt lebten um 1930 rund 35.000 Juden. Ihre Zahl stieg bis 1941 auf 51.000, nachdem Juden die umliegenden Dörfer und Städte verlassen mußten. Die Angriffe auf die jüdische Bevölkerung begannen am 28. Juni nach Gerüchten, daß sowjetische Flugzeuge die Stadt bombardiert hätten. Es beteiligten sich zahlreiche Einwohner, Polizisten, deutsche und rumänische Soldaten. Mehrere tausend Menschen wurden in ihren Häusern und auf den Straßen umgebracht, weitere tausende verhaftet und in das Polizeipräsidium gebracht. Am 29. Juni wurden 4.330 Juden in einen überfüllten Zug gesperrt, sodaß viele erstickten oder verdursteten. Auf diese Weise starben 2.650 Menschen; insgesamt kamen bei dem Pogrom vermutlich über 8.000 Menschen ums Leben.

30.06.1941

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Lwow/Lemberg (Ukraine). Innerhalb der nächsten vier Tagen werden, besonders durch ukrainische Nationalisten, aber auch durch Angehörige der deutschen Wehrmacht und der Einsatzgruppe C, 4.000 Juden ermordet.
Vor dem Krieg hatten in Lemberg 110.000 jüdische Menschen gelebt, ein Drittel der Bevölkerung.

UdSSR

Deutsche Truppen besetzen Drogobytsch (Ukraine). Vor dem Krieg hatten dort etwa 15.000 jüdische Menschen gelebt, über 40% der Gesamtbevölkerung. - Am 1. Juli beginnt ein dreitägiges Pogrom; Ukrainer ermorden mit Unterstützung deutscher Soldaten über 300 Juden. Im Laufe des Juli werden viele Juden Opfer willkürlicher Festnahmen. Sie werden zur  Zwangsarbeit herangezogen, ihre Bewegungsfreiheit auf den Hauptstraßen wird eingeschränkt, sie dürfen am Markt nicht mehr teilnehmen und müssen ein Kennzeichen tragen.

UdSSR

Sowjetische Truppen und Verwaltung räumen Czernowitz/Chernovtsy, die Hauptstadt der Bukowina, 1940 von Rumänien zwangsweise an die UdSSR abgetreten. In der Stadt hatten um 1930 etwa 46.000 Juden gelebt, 40% der Gesamtbevölkerung.

Nach dem Einmarsch deutscher und rumänischer Truppen werden im Zusammenwirken mit Einwohnern die Häuser von Juden geplündert; viele Juden werden ermordet oder Opfer anderer Verbrechen.

WELTKRIEGSEREIGNISSE

27.06.1941

Ungarn

Ungarn tritt in den Krieg gegen die Sowjetunion ein. Die jüdischen Arbeitsbataillone - Stand 1940 rund 52.000 Mann - werden in die Ukraine verlegt. Von den ungefähr 40.000 Mann, die losgeschickt wurden, kehrten 1943 vielleicht fünftausend wieder zurück. Viele wurden von deutschen oder ungarischen Soldaten ermordet, oder sie starben an Hunger und Kälte.

29.06.1941

UdSSR

Die Vereinigung deutscher Panzerkorps östlich von Minsk führt zur Bildung eines großen Kessels. Deutsche Truppen erreichen Riga in Lettland.