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07. - 08.11.1941
RK Ukraine
In Rowno werden 21.000 jüdische Menschen zusammengetrieben und in einem 6 km von der Stadt entfernten Wald erschossen. Der zuständige deutsche Kommissar hatte dem Judenrat drei Tage vorher mitgeteilt, die Juden ohne "Arbeitsschein"
sollten zur Arbeit in andere Orte gebracht werden.
Die etwa 5.000 Menschen, die das Massaker überlebten, wurden in ein enges Ghetto gesperrt, in dem sich bis zu sieben Familien eine Wohnung teilen mußten. (EdH, S. 1246-1247)
07.- 09.11.1941
RK Ostland
Zwischen 3.000 und 5.000 Juden aus Dwinsk (Lettland) werden im Wald von Pogulanka, 8 km von der Stadt entfernt, erschossen.
Die Mordaktion richtete sich in erster Linie gegen die verschiedenen Gruppen von "Nichtarbeitsfähigen"
, Arbeitslosen oder nicht "kriegswichtig"
Beschäftigten. Auch die Familienmitglieder der noch für die Deutschen Arbeitenden wurden ermordet.
Ende November wurde das Ghetto wegen einer Typhus-Epidemie von der Außenwelt völlig abgeschnitten. Als die Quarantäne im Frühjahr 1942 nach vier Monaten aufgehoben wurde, hatten noch etwa 1.000 Juden überlebt. (EdH, S. 375)
08.11.1941
Generalgouvernement
Die deutschen Behörden ordnen die Bildung eines Ghettos in Llow/Lemberg an; alle Juden der Stadt sollen bis zum 15. Dezember dorthin umgesiedelt werden. Während der "Aktion"
werden 5.000 ältere und kranke Menschen ermordet.
Aus Hamburg geht ein Deportationszug mit 990 Menschen nach Minsk (Weißrußland) ab.
08.11.1941 - 25.01.1942
In 23 Zügen werden ungefähr 23.000 Juden aus dem Deutschen Reich "nach Osten"
deportiert. In Riga (Lettland) kommen insgesamt 14 Züge aus Berlin, Köln, Düsseldorf, Dortmund, Hamburg, Hannover, Kassel, Münster, Nürnberg, Stuttgart und Leipzig an. Fünf Transporte (aus Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg/Bremen enden in Minsk (Weißrußland). Vier zunächst für Riga bestimmte Züge aus Berlin, Breslau, Frankfurt/M. und München werden nach Kaunas/Kowno (Litauen) geschickt. (Benz, Dimension, S. 46-47)
Geplant war zunächst gewesen, in dieser Zeit insgesamt 50.000 Menschen "in die Gegend von Riga und Minsk"
zu deportieren, was vor allem an Transport- und Organisationsproblemen scheiterte.
10.11.1941
Aus Düsseldorf geht ein Deportationszug mit 993 Menschen nach Minsk ab.
11.11.1941
Aus Frankfurt/M. geht ein Deportationszug mit 1.042 Menschen nach Minsk ab.
13.11.1941
Verfügung des RSHA
Sämtliche in jüdischem Privatbesitz befindlichen Schreibmaschinen, Rechenmaschinen, Vervielfältigungsapparate, Fahrräder, Fotoapparate und Ferngläser sind zu erfassen und abzuliefern. Ausgenommen von der Ablieferungspflicht ist die Reichsvereinigung der Juden sowie jüdische Krankenbehandler und Personen, die diese Gegenstände im Arbeitseinsatz benötigen. (Walk, S. 355)
Rumänien
Der deutsche Gesandte in Bukarest, von Killinger, an das Auswärtige Amt.
Antonescu habe auf deutsche Bitte hin zugestimmt, daß die im Reichsgebiet lebenden Juden rumänischer Staatsangehörigkeit "nach Osten evakuiert"
werden können. Seine Regierung habe kein Interesse daran, daß diese Menschen nach Rumänien zurückkehren. (ADAP, Serie D, Bd. XIII.2, Nr. 466)
13.-14.11.1941
RK Ostland
9.-10.000 Juden aus Slonim (Weißrußland) werden in der Nähe der Stadt von SD und Polizei, mit Unterstützung einer Wehrmachtseinheit, ermordet.
14.11.1941
Ein Deportationszug mit 1.030 Menschen geht aus Berlin nach Minsk ab.
15.11.1941
Schreiben des Reichskommissars Ostland, Lohse, an den Minister für die besetzten Ostgebiete, Rosenberg
Das RSHA hatte sich im Oktober beschwert, daß Lohse die Ermordung von Juden in Libau/Liepaja (Lettland) untersagt habe. Am 31.10.41 hatte Rosenberg von Lohse einen Bericht zu dieser Sache angefordert. (IMT, PS-3663)
Lohse antwortet darauf am 15.11.41: "Ich habe die wilden Judenerschiessungen in Libau untersagt, weil sie in der Art ihrer Durchführung nicht zu verantworten waren. Ich bitte, mich zu unterrichten, ob Ihre Anfrage v. 31.10. als dahingehende Weisung aufzufassen ist, daß alle Juden im Ostland liquidiert werden sollen? Soll dieses ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht und wirtschaftliche Interessen (z.B. der Wehrmacht an Facharbeitern in Rüstungsbetrieben) geschehen? Selbstverständlich ist die Reinigung des Ostlandes von Juden eine vordringliche Aufgabe, ihre Lösung muß aber mit den Notwendigkeiten der Kriegswirtschaft in Einklang gebracht werden.
(IMT, PS-3663) (weiter s. 18.12.41)
Weder aus den Anordnungen zur Judenfrage in der 'braunen Mappe' noch aus anderen Erlassen konnte ich bisher eine solche Weisung entnehmen."
WELTKRIEGSEREIGNISSE
15.-17.11.1941
UdSSR
Nach Abklingen der Schlammperiode und erstem Frost beginnt die zweite Phase der "Schlacht um Moskau"
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