CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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Oktober 1941

Wartheland

3.000 Juden aus der Gegend von Zagorze werden von den Deutschen erschossen. In der Folge wird das Sonderkommando Lange, das schon für die Ermordung von mindestens 1.500 Patienten ostpreußischer Heilanstalten und 300 geisteskranken Polen verantwortlich war, mit dem Aufbau des Vernichtungslagers Kulmhof (Chelmno), etwa 55 km von Lodz entfernt, beauftragt.

Slowakien

Die slowakische Führung erklärt sich damit einverstanden, daß alle Juden slowakischer Staatsbürgerschaft, die in Deutschland leben, mit den deutschen Juden "nach Osten" deportiert werden könen.

Luxemburg

Verschärfung der diskriminierenden  Bestimmungen gegen die Juden. Sie dürfen ohne schriftliche Erlaubnis der Polizei ihren Wohnort nicht mehr verlassen; die Benutzung der Straßenbahn wird ihnen verboten. Seit dem 1. Oktober müssen sie, wie in Deutschland, in ihren Papieren den zusätzlichen Vornamen Israel bzw. Sara führen. Ab dem 14. Oktober muß als Kennzeichen der "Judenstern" getragen werden.

Rumänien

Die rumänischen Behörden beginnen, von Norden nach Süden vorgehend, mit dem Abtransport der Juden aus der Bukowina. Die meisten werden zunächst mit Güterzügen in Durchgangslager in Bessarabien und dann über den Dnjestr nach Transnistrien abgeschoben, wo sie nach langen, qualvollen Fußmärschen auf über 100 Orte verteilt werden. In erster Linie handelt es sich um Dörfer und Kleinstädte, aus denen die einheimischen Juden bereits geflohen, von den deutschen Einsatzkommandos vertrieben oder ermordet worden waren.

Niederlande

Nichtjüdische Unternehmen müssen ihre jüdischen Mitarbeiter entlassen. Juden dürfen kein nichtjüdisches Personal im Haushalt beschäftigen.

Rumänien

In Domanewka (Transnistrien) errichten die Rumänen ein Lager, in das zwischen November 1941 und Januar 1942 rund 20.000 Juden aus der Ukraine (besonders Odessa und Umgebung) und Bessarabien gebracht werden. Im Dezember 1941 ordnet der zuständige rumänische Gouverneur an, die Gefangenen in Gruppen von 500 zu erschießen. Außer rumänischer Armee und Gendarmerie ist an den Massakern auch ein "volksdeutsches" Sonderkommando und ukrainische Miliz beteiligt. Etwa 18.000 Juden werden ermordet. Im Februar 1942 werden die Erschießungen eingestellt, doch sterben viele Gefangene durch Hunger, Krankheit und Kälte.

Ende 1942 befinden sich noch etwa 1.000 Gefangene in Domanewka, in der Mehrheit Frauen. Die meisten von ihnen werden Ende 1943 ebenfalls ermordet. Als das Lager am 28. März 1944 von sowjetischen Truppen befreit wird, sind noch 500 Gefangene am Leben.