Funktionen für die Darstellung
Seitenpfad
16.09.1941
Besetztes sowjetisches Gebiet
"Sühnebefehl"
des Wehrmachtsoberkommandierenden Keitel. Für einen von Partisanen getöteten deutschen Soldaten sollen 50-100 "Kommunisten"
(meist gleichbedeutend mit willkürlich festgenommenen Geiseln, vor allem Juden) hingerichtet werden.
In der Begründung des Befehls heißt es: In den besetzten Gebieten der UdSSR seien überall Aufstandsbewegungen ausgebrochen. Es entstehe zunehmend eine Gefahr für die deutsche Kriegführung, die bereits zum Abzug von Kräften geführt habe. Die bisherigen Gegenmaßnahmen hätten sich als unzureichend erwiesen. Hitler habe daher angeordnet, "daß überall mit den schärfsten Mitteln einzugreifen ist, um die Bewegung in kürzester Zeit niederzuschlagen"
.
"Um die Umtriebe im Keime zu ersticken, sind beim ersten Anlaß unverzüglich die schärfsten Mittel anzuwenden (...). Als Sühne für ein deutsches Soldatenleben muß in diesen Fällen im allgemeinen die Todesstrafe für 50 bis 100 Kommunisten als angemessen gelten. Die Art der Vollstreckung muß die abschreckende Wirkung noch erhöhen."
- "Geschickte Propaganda"
soll verhindern, daß sich unerwünschte Rückwirkungen für die Stimmung der Bevölkerung in den besetzten Gebieten ergeben. (IMT, C-148)
Für Jugoslawien ordnete General Böhme ausdrücklich an, auch als Kommunisten Verdächtige und alle Juden als Geiseln einzubeziehen; er setzte die Rate auf 100:1 fest.
16.09. - 30.09.1941
RK Ukraine
5.000 jüdische Bewohner von Cherson werden von den Deutschen zusammengetrieben und außerhalb der Stadt erschossen.
18.09.1941
Erlaß des Reichsverkehrsministers zur Benutzung der Verkehrsmittel durch Juden
Juden bedürfen einer polizeilichen Erlaubnis zum Verlassen ihres Wohnorts und für Fahrten in bestimmten Verkehrsmitteln an ihrem Wohnort; der Erlaubnisschein ist vorzuzeigen. Juden wird untersagt, Schlafwagen der Reichsbahn zu benutzen und Speisewagen zu besuchen. Juden dürfen die übrigen öffentlichen Verkehrsmittel nur dann benutzen, wenn es noch Platz für sie gibt, keinesfalls aber in der Zeit der größten Belastung. Juden dürfen nur in den niedrigen Klassen fahren und Sitzplätze nur einnehmen, wenn andere Reisende nicht mehr stehen. Die Benutzung von Warteräumen und aller übrigen öffentlichen Einrichtungen der Verkehrsmittel ist ihnen nur unter Beschränkungen gestattet. (Walk, S. 350)
Wartheland
Schreiben Himmlers an den Gauleiter und Reichsstatthalter im Wartheland, Greiser.
"Der Führer wünscht, daß möglichst bald das Altreich und das Protektorat vom Westen nach dem Osten von Juden geleert und befreit werden. Ich bin daher bestrebt, möglichst noch in diesem Jahr die Juden des Altreiches und des Protektorats zunächst einmal als erste Stufe in die vor zwei Jahren neu zum Reich gekommenen Ostgebiete zu transportieren, um sie im nächsten Frühjahr noch weiter nach dem Osten abzuschieben.
Ich beabsichtige, in das Litzmannstädter (Lodzer) Ghetto, das, wie ich hörte, an Raum aufnahmefähig ist, rund 60.000 Juden des Altreichs und Protektorats für den Winter zu verbringen. Ich bitte Sie, diese Aufgabe, die sicherlich für Ihren Gau Schwierigkeiten und Lasten mit sich bringt, nicht nur zu verstehen, sondern im Interesse des Gesamtreichs mit allen Kräften zu unterstützen." (Adler, S. 173)
Es kommt deswegen Anfang Oktober 1941 zu Auseinandersetzungen mit örtlichen Funktionären. Tatsächlich werden von Mitte Oktober bis 5. November in 20 Transporten "nur" 19.837 Juden nach Lodz gebracht. Davon 4.187 aus Berlin, 2.007 aus Köln 1.113 aus Frankfurt/Main, 1.034 aus Hamburg und 984 aus Düsseldorf.
RK Ukraine
Das Ghetto von Shitomir wird von deutscher und ukrainischer Polizei abgeriegelt. 3.145 Menschen werden zu vorbereiteten Massengräbern, etwa 10 km von der Stadt entfernt, gebracht und dort erschossen.
Maßgeblich beteiligt war das Sonderkommando 4a der Einsatzgruppe C unter Führung Blobels.
18.09.- 21.10.1941
Bezirk Bialystok
4.500 Bewohner des Ghettos von Bialystok (Nordostpolen) werden nach Prushany, etwa 100 km südlich von Bialystok, gebracht. Es handelt sich um Kranke, Alte und zur Arbeit für die Deutschen nicht benötigte Menschen. Die meisten werden bei der "Liquidierung"
des Ghettos von Prushany Ende Januar 1943 ermordet.
19.09.1941
Weltkrieg/UdSSR
Deutsche Truppen besetzen Kiew. Von den 160.000 Juden, die vor dem Krieg dort lebten, sind ungefähr 100.000 geflüchtet.