CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

Funktionen für die Darstellung

Schriftgröße:
Darstellung:

Seitenpfad

10.03.1942

Generalgouvernement

Aus Llow/Lemberg (Ukraine/Galizien) werden bis Ende März 1942 etwa 15.000 Juden in das Vernichtungslager Belzec deportiert.

11.03.1942

Belgien

Alle Arbeitslosen - darunter aufgrund der Berufsverbote besonders viele Juden - werden zur Zwangsarbeit in Lagern verpflichtet.

Frankreich

Eichmann teilt dem Auswärtigen Amt mit, "daß außer der am 23.3.1942 vorgesehenen Evakuierung von 1.000 Juden aus Compiègne in Zeitkürze weitere 5.000 staatspolizeilich in Erscheinung getretene Juden aus Frankreich in das Konzentrationslager Auschwitz (Oberschlesien) abgeschoben werden sollen." (ADAP, Serie E, Bd. II, Nr. 56 Fußnote)

12.03.1942

Reichsjustizminister Schlegelberger an den Chef der Reichskanzlei, Lammers.

Ihm sei soeben über die Konferenz vom 6. März betr. Behandlung der jüdischen Mischlinge berichtet worden. "Nach dem Vortrage meines Referenten scheinen sich Entschlüsse vorzubereiten, die ich zum großen Teil für völlig unmöglich halten muß. Da das Ergebnis der Besprechungen (...) die Unterlage für die Entschließung des Führers bilden soll, wäre es mir dringend erwünscht, mich noch rechtzeitig mit Ihnen persönlich über die Angelegenheit zu unterhalten." (IMT, PS-4055-PS) (weiter 5.4.42)

13.03.1942

Auschwitz

Aus dem Häftlingskrankenhaus des Konzentrationslagers werden 1.200 kranke und erschöpfte Gefangene nach Birkenau gebracht und dort von SS-Männern ermordet. (Czech, S. 183)

Auf Vorschlag von Minister Speer richtet der Leiter der Parteikanzlei, Martin Bormann, am 13. März ein Rundschreiben an die Parteidienststellen, in dem es u.a. heißt: "Wenn Betriebsführer für Rüstungsbetriebe in einzelnen Gauen auch künftig Juden beschäftigen, so darf ihnen daraus (...) keineswegs ein Vorwurf gemacht werden. Ich bitte die Gauleiter, die Betriebsführer von Rüstungsbetrieben, die weisungsgemäß noch Juden beschäftigen, gegen Angriffe und den Verdacht der Judenfreundlichkeit in Schutz zu nehmen und soweit erforderlich für die notwendige Aufklärung der Bevölkerung zu sorgen." (Adler, S. 216)

14.03.1942

Rundschreiben des Leiters der Parteikanzlei

Bei der augenblicklichen Lage kann auf den Einsatz von Juden in der Rüstungswirtschaft nicht verzichtet werden. Parteistellen werden angewiesen, diesbezüglich keine Schwierigkeiten zu machen. (Walk, S. 366)

Slowakien

Der Vatikan protestiert gegen die geplanten Deportationen: man könne nicht glauben, daß ein Land, das sich den Prinzipien des Katholizismus verpflichtet fühlt, solche Maßnahmen in Erwägung ziehen könne. (Bauer, Freikauf, S. 113)

15.03.1942

Auschwitz

In Birkenau werden insgesamt 306 Gefangene von betrunkenen SS-Männer ermordet. (Czech, S. 184)