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08.09.1942
Niederlande/Auschwitz
Aus Westerbork werden 930 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Eine größere Anzahl Arbeitsfähige wurde wahrscheinlich schon während der Fahrt aus dem Zug geholt. In Auschwitz werden nur 26 Frauen und 6 Männer als Häftlinge registriert. Vermutlich etwa 700 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 297)
Ein Transport aus Theresienstadt mit rund 1.000 Menschen geht nach Minsk ab.
09.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Aus dem französischen Lager Drancy werden 1.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder nach Auschwitz eingeliefert. Bereits unterwegs wurden wahrscheinlich etwa 200 arbeitsfähige Männer aus dem Zug geholt. Nach der "Selektion"
in Auschwitz werden 52 Frauen und 59 Männer als Häftlinge registriert, die anderen Angekommen werden unmittelbar in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 297)
"Mischlinge ersten Grades"
("Halbjuden"
) werden vom Beginn des Schuljahres 1942/43 an nicht mehr in die Haupt-, Mittel- und höheren Schulen aufgenommen. (Walk, S. 387)
10.09.1942
Belgien/Auschwitz
Aus dem Lager Malines werden 1.000 jüdische Menschen, darunter 238 Kinder, nach Auschwitz eingeliefert. Etwa 200 Männer wurden wahrscheinlich schon während der Fahrt für Zwangsarbeitslager ausgesondert. Nur 64 Frauen und 21 Männer werden in das KL Auschwitz eingewiesen. Mehr als 700 Menschen werden in den Gaskammern ermordet (Czech, S. 298)
Generalgouvernement
Alle Bewohner des Ghettos von Tarnów im Südwesten Polens müssen sich auf einem Sammelplatz einfinden. Nur diejenigen, die eine Bescheinigung haben, daß sie wichtige Arbeit für die Deutschen leisten, werden ausgesondert. Die anderen etwa 8.000 Menschen werden in das Vernichtungslager Belzec abtransportiert.
Im Oktober 1942 wurden jüdische Frauen und Männer aus den kleineren Orten der Umgebung in das Ghetto von Tarnów umgesiedelt. Mitte November 1942 wurden noch einmal 2.500 Menschen von dort nach Belzec deportiert. (EdH, S. 1397)
Aus Wien werden rund 1.000 Menschen nach Theresienstadt deportiert.
10. - 12.09.1942
Belgien
In Antwerpen werden am 10. September, dem Vorabend des jüdischen Neujahrsfestes, zahlreiche Juden auf den Straßen festgenommen. Nur wer seine belgische Staatsangehörigkeit nachweisen kann, wird freigelassen. Die anderen werden in das Lager von Malines gebracht oder zur Zwangsarbeit nach Nordfrankreich geschickt. (EdH, S. 73)
11.09.1942
Frankreich/Auschwitz
1.000 jüdische Menschen aus Frankreich werden nach Auschwitz eingeliefert. Ungefähr 200 Männer waren schon unterwegs für Zwangsarbeitslager ausgesondert worden. Nach der "Selektion"in Auschwitz werden 68 Frauen und 23 Männer als Häftlinge registriert; vermutlich etwa 700 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 299)
Bulgarien
Aufzeichnung des Unterstaatssekretärs im Auswärtigen Amt, Luther.
Die Judenpolitik in Bulgarien mache "bemerkenswerte Fortschritte"
. Aus blockiertem jüdischen Kapital solle ein "Fonds für die Unterbringung von Juden in besonderen Lagern und Ortschaften"
gebildet werden; diese Mittel sollen der Vorbereitung zur Auswanderung oder Umsiedlung der jüdischen Bevölkerung dienen.
Das RSHA hat angefragt, "ob sich das Reich im Hinblick auf das bereits früher geäußerte Interesse der bulgarischen Regierung jetzt einschalten und seine Dienste bei den Aussiedlungsaktionen anbieten soll."
Es sei anzunehmen, daß die bulgarische Regierung ein deutsches Angebot zur "Übernahme"
der Juden gern annehmen würde. (ADAP, Serie E, Bd. III, Nr. 282)
Frankreich
Gesandter Schleier (Paris) an das Auswärtige Amt.
Staatenlose und ausländische Juden, insgesamt etwa 20.000 Menschen, seien von der französischen Regierung schon Ende 1940 in Lagern in den Pyrenäen und bei Perpignan interniert worden. Heydrich habe bei seinem Besuch in Paris in der ersten Maihälfte 1942 erwähnt, "daß demnächst Transportzüge zur Verfügung stehen würden"
, um internierte Juden aus dem KL Drancy "nach dem Osten zwecks Arbeitseinsatz abzutransportieren"
. Polizeichef Bousquet habe daraufhin gefragt, "ob nicht auch die über eineinhalb Jahre im unbesetzten Gebiet internierten Juden mit abtransportiert werden könnten. Die Frage wurde wegen Transportschwierigkeiten damals offen gelassen."
Inzwischen habe Anfang Juli 1942 das RSHA angeordnet, daß zur "Endlösung der Judenfrage"
mit dem Abtransport von Juden aus den von Deutschland besetzten Gebieten "zum Zweck des Arbeitseinsatzes"
in größerem Umfang begonnen werden sollte. Als erste Etappe solle die Deportation der staatenlosen Juden erfolgen.
In der Zeit vom 17.7. bis 4.9.1941 seien 22.931 staatenlose Juden aus Frankreich "nach Osten abgeschoben"
worden; das ergebe eine Gesamtzahl der aus Frankreich Deportierten von 28.069.
"Die französische Regierung hat auf eigene Verantwortung und in eigener Durchführung im Department Seine 12.884 staatenlose Juden interniert und laufend für Transporte zur Verfügung gestellt. Ferner hat sie im August aus Internierungslagern unbesetzten Gebiets insgesamt 5.000 staatenlose Juden überstellt. Ende August haben durch französische Polizei im unbesetzten Gebiet Razzien nach weiteren staatenlosen Juden stattgefunden. Bis 1. September waren durch diese Razzien 7.100 staatenlose Juden erfaßt worden. Razzien werden fortgesetzt." (ADAP, Serie E, Bd. III, Nr. 283)
12.09.1942
Niederlande/Auschwitz
Aus dem niederländischen Lager Westerbork werden 874 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Etwa 200 arbeitsfähige Männer wurden schon während der Fahrt ausgesondert. In Auschwitz werden nur 34 Frauen und 26 Männer als Häftlinge registriert; vermutlich etwa 610 Menschen werden in den Gaskammern ermordet.
Frankreich
Ein französischer Deportationszug mit 1.000 Menschen kommt in Auschwitz an. Annähernd 300 Männer wurden wahrscheinlich schon während der Fahrt ausgesondert. Nur 78 Frauen und 2 Männer werden in das KL Auschwitz eingewiesen, die anderen Menschen werden in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 300)
Belgien
Aus Antwerpen werden Juden zur Zwangsarbeit nach Nordfrankreich deportiert.
14.09.1942
Belgien/Auschwitz
Aus dem Lager Malines kommt ein Transport mit 1.000 jüdischen Menschen, darunter 228 Kinder, in Auschwitz an. Etwa 250 arbeitsfähige Männer wurden wahrscheinlich schon während der Fahrt aus dem Zug geholt. Nach der "Selektion"
in Auschwitz werden 45 Männer und 105 Frauen als Häftlinge übernommen; vermutlich etwa 600 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 300)
Transport aus Wien mit rund 1.000 Menschen nach Minsk.
Rede des Gauleiters Baldur von Schirach anläßlich der Gründung des Europäischen Jugendverbandes in Wien.
"Jeder Jude, der in Europa wirkt, ist eine Gefahr für die europäische Kultur. Wenn man mir den Vorwurf machen wollte, daß ich aus dieser Stadt, die einst die europäische Metropole des Judentums gewesen ist, Zehntausende und aber Zehntausende von Juden ins östliche Ghetto abgeschoben habe, muß ich antworten: Ich sehe darin einen aktiven Beitrag zur europäischen Kultur." (IMT, PS-3048)