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15. - 20.08.1943
Bezirk Bialystok
In der Nacht vom 15. auf den 16. August wird das Ghetto in Bialystok von schwerbewaffneten deutschen Soldaten und SS-Leuten sowie ukrainischen Hilfskräften abgeriegelt, nachdem dem Leiter des Judenrats zuvor mitgeteilt worden war, die Einwohner sollten nach Lublin gebracht werden. Es leben zu dieser Zeit 30. - 40.000 Menschen im Ghetto.
Vom 16. bis 20. August leisten bewaffnete Gruppen unter großen Verlusten Widerstand. - Am 18. August beginnen die Deportationen.
Im Verlauf von drei Tagen wird die Mehrheit der Bialystoker Juden abtransportiert: einige nach Treblinka, wo sie ermordet werden, und andere nach Majdanek, wo sie "selektiert"
werden. Die als arbeitsfähig angesehenen werden in die Lager Poniatowa und Blizyn oder nach Auschwitz gebracht. Ein Zug mit 1.260 Kindern wird nach Theresienstadt geschickt, wo er am 24. August ankommt. Einen oder zwei Monate später werden sie von dort ebenfalls nach Auschwitz transportiert.
In Bialystok bleibt ein Kleines Ghetto mit 2.000 Bewohnern übrig, das aber drei Wochen später gleichfalls "liquidiert"
wird. Seine Bewohner werden nach Majdanek gebracht und dort ermordet. (EdH, S. 215-216)
18.08.1943
Griechenland/Auschwitz
Ein Zug mit ungefähr 1.800 Menschen aus dem Ghetto von Saloniki kommt in Auschwitz an. Nach der "Selektion"
werden 271 Männer in das Lager eingewiesen; die anderen mehr als 1.500 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 577)
18.08.- 19.09.1943
RK Ukraine
Die Leichen der in Babi Jar bei Kiew Ermordeten (darunter 34.000 jüdische Menschen, die Ende September 1941 von den Deutschen erschossen worden waren) werden von Sondergruppen der "Aktion 1005"
ausgegraben und verbrannt, um die Spuren der Verbrechen zu verwischen. Es werden dafür 327 Gefangene, darunter etwa 100 Juden, eingesetzt. Etwa 15 können am 29. September bei einem Massenausbruch entkommen, die anderen werden nach Abschluß der Arbeiten ermordet. (EdH, S. 145)
21.08.1943
Auschwitz
Nach einer "Selektion"
im Frauenlager Auschwitz-Birkenau werden 498 weibliche Häftlinge, überwiegend jüdische Frauen aus Griechenland, zum Tod in der Gaskammer bestimmt.
Aus dem Reichsautobahn-Lager Pommern werden ungefähr 500 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 66 Männer werden als Häftlinge übernommen, die anderen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 579-580)
Ein Arbeitseinsatzführer in Kattowitz schreibt an Himmler.
"In Oberschlesien stehen insgesamt rund 2.000 Einzelbauvorhaben an. Es handelt sich um Instandsetzungen und Umbauten, die ausschließlich für Umsiedler bestimmt sind. Hiervon mußten etwa 500 wegen Abzugs der Judeneinsatzgruppen sofort eingestellt werden. Die Juden machten ein Drittel des gesamten Arbeitseinsatzes aus. Es werden dringend 5-600 Juden benötigt, wobei ich bemerke, daß es zweckmäßig erscheint, die bereits eingearbeiteten Juden wieder zuzuteilen. Durch den jetzigen Arbeitsausfall ist damit zu rechnen, daß sich die Arbeiten bis zum Wintereintritt, also bis Ende November hinziehen werden und daß damit das diesjährige Bauprogramm abgeschlossen ist. Die Juden sind derart lagermäßig untergebracht, daß sie in der Öffentlichkeit nicht in Erscheinung treten. Ich bitte um rascheste Erledigung." (Adler, S. 231)
23.08.1943
Wartheland/Auschwitz
Aus dem Arbeitslager in Kolo werden ungefähr 2.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 591 Frauen und 441 Männer werden in das Lager übernommen. Fast 1.000 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 581)
WELTKRIEGSEREIGNISSE
17.08.1943
Abschluß der Einnahme Siziliens durch die Allierten.
22.08.1943
Sowjetische Truppen befreien Charkow zum zweiten Mal.