CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.08.1943

Auschwitz

Aus dem Arbeitslager Markstädt bei Breslau werden 100 kranke Juden nach Auschwitz eingeliefert und in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 582)

Dänemark

Nach einer Streikwelle Ende Juli/August drohen die deutschen Besatzungsbehörden mit dem Ausnahmezustand. Reichsbevollmächtigter Best wird von Außenminister Ribbentrop zur Berichterstattung gerufen. Er kehrt mit einem von Hitler befohlenen Ultimatum zurück, das u.a. die Forderung nach Streikverbot, Einführung der Todesstrafe bei Sabotagefällen und Pressezensur enthält.

25.08.1943

Auschwitz

Aus Berlin werden 50 Juden jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. 27 werden als Häftlinge registriert, 23 in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 583)

26.08.1943

Niederlande/Auschwitz

Ankunft eines Zuges mit 1.001 Juden aus dem Lager Westerbork in Auschwitz. In dem Transport befinden sich 263 Frauen, 233 Männer, 121 Kinder und 384 alte Menschen. 188 Männer und 48 Frauen werden als Häftlinge registriert; 44 andere Frauen werden in die Versuchsstation von Prof. Clauberg geschickt. 721 Menschen werden in den Gaskammern ermordet.

Ostoberschlesien

Aus dem Ghetto in Zawiercie werden ungefähr 1.500 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 501 Frauen und 437 Männer werden als Häftlinge übernommen; die anderen mehr als 500 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 584-585)

27.08.1943

Ostoberschlesien/Auschwitz

Ankunft eines Zuges mit ungefähr 1.500 Menschen aus dem Ghetto von Zawiercie in Auschwitz. 418 Frauen und 387 Männer werden in das Lager eingewiesen; die anderen fast 700 Menschen werden in den Gaskammern getötet.

Wartheland

Ein Transport mit 1.026 Juden aus dem Arbeitslager in Wolsztyn kommt in Auschwitz an. 1.016 Männer werden als Häftlinge registriert, zehn Männer werden in die Gaskammer geschickt.

Aus dem Arbeitslager bei den Märkischen Stahlform-Werken in Eberswalde werden 205 Juden nach Auschwitz eingeliefert und in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 584-585)

28.08.1943

Auschwitz

Aus dem Arbeitslager in Küstrin (Pommern) werden 800 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 667 Männer werden als Häftlinge übernommen, die anderen 133 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 587)

Bezirk Bialystok

Etwa 1.000 Kinder aus dem Ghetto von Bialystok werden nach Theresienstadt gebracht.

Dort blieben sie, offensichtlich im Hinblick auf geplante Austauschverhandlungen, bis zum 5. Oktober, und wurden später nach Auschwitz deportiert.

Bulgarien

Tod des Zaren Boris. Bildung einer neuen Regierung. Juden-Kommisssar Belev wird durch Stomaniakov abgelöst.

29.08.1943

Dänemark

Hitler ordnet die Internierung der dänischen Armee an. Der Oberbefehlshaber der deutschen Truppen verhängt den Ausnahmezustand. Ab September 1943 übernimmt General von Hanneken als deutscher Militärbehlshaber die vollziehende Gewalt.

Auschwitz

Nach einer "Selektion" im Männerquarantänelager B II a in Birkenau werden 462 jüdische Häftlinge in den Gaskammern ermordet. Ebenso 4.000 jüdische Häftlinge aus dem Männerlager B II d in Birkenau.

Wartheland

Aus dem Arbeitslager in Rawicz werden ungefähr 2.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 1.392 Männer werden als Häftlinge übernommen, mehr als 600 Menschen werden gleich nach ihrer Ankunft in die Gaskammern getrieben.

Generalgouvernement

Aus dem Ghetto von Koluszki (östlich von Lodz) werden ungefähr 1.600 Menschen nach Auschwitz eingeliefert. 210 Männer und 17 Frauen werden als Häftlinge registriert; fast 1.400 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 588-589)

31.08.1943

Generalgouvernement/Auschwitz

Ankunft eines Transports mit ungefähr 3.000 jüdischen Menschen aus dem Ghetto und Arbeitslager von Bochnia (Südpolen) in Auschwitz. 795 Frauen und 280 Männer werden als Häftlinge übernommen; die anderen fast 2.000 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 590)

Wartheland

In zwei Nächten werden 325 Menschen aus dem Ghetto von Lodz, darunter zahlreiche Schwerkranke, von den Deutschen abtransportiert - angeblich "zum Arbeitseinsatz".

Dänemark

Die Gestapo im besetzten Dänemark beschlagnahmt die Akten der jüdischen Gemeinde in Kopenhagen, darunter die Namen und Adressen aller Juden in Dänemark.

Bulgarien

Wagner, Auswärtiges Amt, an RSHA-Chef Kaltenbrunner.

Das AA sei vom RSHA wiederholt gebeten worden, auf die bulgarische Regierung stärkeren Druck auszuüben, um die Freigabe der Juden zur  Deportation durchsetzen. "In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf hingewiesen worden, daß es die aus der Hauptstadt entfernten Juden verstanden hätten, weite einflußreiche Kreise für ihr Schicksal zu interessieren und durch Zahlung hoher Preise - insbesondere die ursprünglich ihnen nicht sehr wohlgesinnte Landbevölkerung  - stimmungsmäßig für sich zu gewinnen, so daß eine Radikallösung immer schwieriger werde. Andererseits sei jedoch die starke Verteilung der Juden auf das ganze Land aus Spionageabwehrgründen sehr bedenklich, und das Judentum im Balkan werde für die deutschen Truppen im Falle eines feindlichen Landungsunternehmens in diesen Gebieten zu einer steigenden Gefahr."

Er habe deswegen den Gesandten Beckerle um Stellungnahme gebeten, "ob Schritte in Richtung einer endgültigen Bereinigung der Judenfrage in Bulgarien z.Zt. vertretbar wären und Aussicht auf Erfolg bestehe."
Beckerle habe dies verneint. Die bulgarische Regierung sei in der derzeitigen Situation interessiert, jede innenpolitische Schwierigkeit zu vermeiden und sich gegenüber den Kriegsgegnern nicht allzu sehr zu exponieren.

"Zweifellos ist die bulgarische Regierung auch etwas überrascht, daß von ungarischer und rumänischer Seite die Judenfrage nicht, wie ihr anfangs in Aussicht gestellt wurde, ebenfalls zur Lösung gebracht wurde, sondern im Gegenteil von dort die Ausreise nach Palästina in zahlreichen Fällen genehmigt und erst durch das Versagen des Durchreisevisums durch Bulgarien auf unsere Intervention hin unmöglich gemacht wurde. Die Einstellung dieser Staaten hat natürlich ihre Rückwirkung, da Bulgarien nicht allein den Nimbus der Judenfeindlichkeit auf sich nehmen will."

Beckerle glaube dennoch, daß es gelingen werde, in absehbarer Zeit "die Judenfrage restlos zu lösen", nämlich bei militärischen Erfolgen Deutschlands. Derzeit wäre es aber "nicht nur aussichtslos, sondern vom allgemein politischen Standpunkt aus sogar gefährlich", in der "Judenfrage" Druck auf Bulgarien auszuüben. "Ich wäre jedoch dankbar, wenn dem Auswärtigen Amt alles dort (im RSHA) etwa anfallende Material über die Schädlichkeit des Judentums in Bulgarien zugeleitet werden würde, damit die Gesandtschaft keine Gelegenheit versäumt, die bulgarischen Behörden anhand aktuellen Materials auf die Gefahren des Judentums hinzuweisen." (ADAP, Serie E, Bd. VI, Nr. 266)