CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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08.02.1943

Bezirk Bialystok/Auschwitz

Aus dem Ghetto in Bialystok werden 2.000 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Nur 95 Frauen und 75 Männer werden als Häftlinge registriert; 1.830 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 408)

09.02.1943

Himmler an Erich von dem Bach, SS- und Polizeiführer in Rußland-Mitte und Bevollmächtigter für die Bandenbekämpfung.

"Gauleiter Sauckel (Generalbevollmächtigter für den Arbeitseinsatz) wollte die bei der Bandenaktion erfaßten und für die Konzentrationslager bestimmten Männer für den Arbeitseinsatz abgestellt wissen. Diesem Wunsch kann ich nicht entsprechen. Ich halte es aber für richtig, nicht bandenverdächtige Männer dem Gauleiter dadurch zuzuführen. daß am besten ganze Gebiete Weiß-Rutheniens geräumt werden." (Heiber, Himmler-Briefe, S. 189)

11.02.1943

Niederlande/Auschwitz

Mit einem Deportationszug aus dem niederländischen Lager Westerbork kommen 1.184 Menschen - 708 Frauen und Mädchen, 476 Männer und Jungen - in Auschwitz an. Lediglich 66 Frauen und 113 Männer werden in das Lager eingewiesen, während mehr als 1.000 Menschen unmittelbar in die Gaskammern geschickt werden.

Frankreich

Aus Drancy werden 1.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. Nach der "Selektion" werden 91 Frauen und 77 Männer als Häftlinge registriert; die anderen 832 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 410-411)

13.02.1943

Griechenland

Den Juden wird die Benutzung von Telefonen und öffentlichen Verkehrsmitteln verboten. Nach Einbruch der Dunkelheit ist ihnen das Betreten der Straßen untersagt. Bei unerlaubtem Verlassen ihres ständigen Wohnsitzes droht ihnen sofortige Erschießung.

Frankreich/Auschwitz

Mit einem Transport aus dem Lager Drancy kommen 998 jüdische Menschen in Auschwitz an. 143 Männer und 53 Frauen werden in das Lager eingewiesen; 802 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 414)

Nordafrika

Die jüdische Gemeinde in Djerba, Tunesien, wird von den deutschen Besatzungsbehörden zur Zahlung von 10 Millionen Francs gezwungen.

Bulgarien

Das Auswärtige Amt an die deutsche Gesandtschaft in Sofia.

Dem bulgarischen Ministerpräsidenten soll mitgeteilt werden, daß man dringend abrate, auf den britischen Vorschlag zur Auswanderung jüdischer Kinder nach Palästina (s. 4.2.43) einzugehen. Es sei sonst zu befürchten, daß die Kinder "zu 5.000 Propagandisten gegen unsere antisemitischen Maßnahmen erzogen würden".
Ein Entgegenkommen würde von den Gegnern als Schwächezeichen ausgelegt und propagandistisch verwertet werden. "Auch vertrüge sich eine derartige Maßnahme nicht mit unserer Politik gegenüber den arabischen Völkern." (ADAP, Serie E, Bd. V, Nr. 98, Fußnote)

15.02.1943

Frankreich/Auschwitz

Ankunft eines Deportationszugs aus Drancy mit 1.000 jüdischen Menschen in Auschwitz. 167 Frauen und 144 Männer werden in das Lager eingewiesen; 689 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 414-415)

Generalgouvernement

Aus dem Ghetto von Dragobytsch (Ukraine) werden 450 Menschen weggeführt und in einem nahen Waldgebiet erschossen.

WELTKRIEGSEREIGNISSE

15.02.1943

Das OKW gibt die "planmäßige Räumung" von Rostow am Don und Woroschilowgrad bekannt.