CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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16.03.1943

Generalgouvernement/Auschwitz

Aus dem aufgelösten Ghetto B in Krakau werden mehrere hundert Juden nach Auschwitz eingeliefert. 26 Frauen und 15 Männer werden als Häftlinge registriert, die anderen werden unmittelbar in die Gaskammern geschickt.

Ein Transport mit Zigeunern aus dem Reichsgebiet, Ungarn und Polen kommt in Auschwitz an. 198 Frauen und Mädchen sowie 565 Männer und Jungen werden in das Lager übernommen. (Czech, S. 442-443)

17.03.1943

Generalgouvernement

Etwa 1.500 Juden aus Llow/Lemberg werden unweit der Stadt von den Deutschen ermordet; zur selben Zeit werden etwa 800 Menschen nach Auschwitz deportiert.

Niederlande

Ein Deportationszug mit 964 Menschen verläßt das Lager Westerbork mit Ziel Sobibor.

Auschwitz

Ein Transport mit Zigeunern aus dem Deutschen Reich, dem Protektorat und Polen kommt in Auschwitz an. 366 Frauen und Mädchen sowie 332 Männer und Jungen werden in das Lager eingewiesen. (Czech, S. 443)

18.03.1943

Auschwitz

Aus dem Reichsgebiet kommt ein Transport mit Zigeunern in Auschwitz an. 340 Frauen und Mädchen sowie 307 Männer und Jungen werden als Häftlinge registriert. (Czech, S. 444)

Italien/besetzte Gebiete

Der deutsche Botschafter in Rom, Mackensen, an das Auswärtige Amt.

Er habe weisungsgemäß (s. 9.3.43) mit Mussolini gesprochen. Dieser habe volle Übereinstimmung hinsichtlich der "absoluten Notwendigkeit durchgreifender Maßnahmen" gegen die Juden im besetzten Frankreich bekundet. Wenn italienische Militärs dabei Schwierigkeiten gemacht hätten, so nicht aus böser Absicht, sondern weil sie die Tragweite der Maßnahmen nicht erfaßt hätten, sowie als "Auswirkung einer falschen Humanitätsduselei". Er werde noch heute befehlen, der französischen Polizei in dieser Sache völlig freie Hand zu lassen. (ADAP, Serie E, Bd. V, Nr. 215)

USA

Eine Parlamentsresolution verurteilt die Grausamkeiten gegen die Zivilbevölkerung in den von den Deutschen besetzten Ländern, "besonders den Massenmord an jüdischen Männern, Frauen und Kindern". Diese Verbrechen seien jeder Nation oder jeder Regierung unwürdig, die zivilisiert zu sein behauptet. Der Kongress fordert, "daß diese unentschuldbaren Schlächtereien und Mißhandlungen aufhören müssen" und daß die direkt oder indirekt Schuldigen für diese Verbrechen zur Rechenschaft gezogen und entsprechend ihren Taten bestraft werden müssen. (FRUS, vol.V., S.179/180)

19.03.1943

Auschwitz

Da das KL Auschwitz angeblich nicht in der Lage ist, die für die Arbeit in den Buna-Werken zugesagten Häftlinge zur Verfügung zu stellen, sucht ein Vertreter des SS-Wirtschaftsamtes das KL Auschwitz auf, um sich an Ort und Stelle mit der Situation vertraut zu machen. Als Ergebnis wird angeordnet, 1.000 nichtpolnische Häftlinge aus dem KL Mauthausen nach Auschwitz zu verlegen, um sie in den Buna-Werken einzusetzen. (Czech, S. 444)

Aus dem Protektorat kommt ein Transport mit Zigeunern in Auschwitz an. 529 Frauen und Mädchen sowie 545 Männer und Jungen werden in das Lager eingewiesen. Mit einem weiteren Transport aus dem Reichsgebiet werden 69 Frauen und Mädchen sowie 31 Männer und Jungen nach Auschwitz eingeliefert. (Czech, S. 445)

20.03.1943

Griechenland/Auschwitz

Aus dem Ghetto in Saloniki werden etwa 2.800 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Nach der "Selektion" werden 417 Männer und 192 Frauen als Häftlinge registriert; die übrigen etwa 2.190 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 445)

Goebbels Tagebuch

"Der Führer ist glücklich darüber, daß, wie ich ihm berichte, die Juden zum größten Teil aus Berlin evakuiert sind. Er meint mit Recht, daß der Krieg uns die Lösung einer ganzen Reihe von Problemen ermöglicht hat, die man in normalen Zeiten niemals hätte lösen können. Jedenfalls werden die Juden die Verlierer dieses Krieges sein, so oder so." (Fröhlich II, Bd. 7, S. 595)

20. - 21.03.1943

Griechenland

4.226 jüdischen Menschen werden aus dem von Bulgarien annektierten Thrakien in die Vernichtungslager abtransportiert. In der Zeit vom 22. bis 29. März folgt die Deportation von 7.158 Juden aus Makedonien (ehem. Jugoslawien).

Die Gesamtzahl der jüdischen Menschen, die aus den von Bulgarien besetzten Gebieten deportiert wurden, betrug 11.384. Das bulgarischen Judenkommissariat (KEV) hatte mit den Deutschen jedoch die Deportation von 20.000 Menschen vereinbart. Um diese Zahl zu erreichen, beschloß der Leiter des KEV, Belev, auch aus Altbulgarien Juden zu deportieren.

Diese "Aktion" sollte in der Nacht vom 9. auf den 10. März 1943 beginnen, wurde jedoch aufgrund von breiten Protesten verschoben. (EdH, S. 264-265)

21.03.1943

Auschwitz

Aus dem Reichsgebiet kommt ein Transport mit Zigeunern in Auschwitz an. (Czech, S. 446)

22.03.1943

Auschwitz

Das mit drei Gaskammern verbundene Krematorium IV wird fertiggestellt. In den Kammern können 1.500, 800 und 150 Menschen getötet werden. (Czech, S. 447)

Aus dem Reichsgebiet kommt ein Transport mit Zigeunern in Auschwitz an. 35 Frauen und Mädchen sowie 25 Männer und Jungen werden in das Lager übernommen. (Czech, S. 447)

Jugoslawien/Bulgarien

Der erste Zug mit makedonischen Juden, 2.338 Menschen in 40 Viehwaggons, verläßt Skopje und kommt am 26. oder 27. März im Vernichtungslager Treblinka an. (Benz, Dimension, S. 327)

23.03.1943

Auschwitz

In Birkenau werden 1.700 Menschen aus dem Zigeunerlager in den Gaskammern ermordet. Sie waren aus der Region Bialystok deportiert und als typhusverdächtig isoliert worden. (Czech, S. 448)

Frankreich

Deportation von 994 Juden, darunter 780, die am 22.-24. Januar in Marseille festgenommen worden waren. 570 der Zuginsassen sind französische Staatsbürger. Ziel ist das Vernichtungslager Sobibor. (Benz, Dimension, S. 125)

Niederlande

Ein Zug mit 1.250 jüdischen Menschen verläßt Westerbork mit Ziel Sobibor.