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Oktober 1943

Rumänien

Die rumänischen Behörden in Czernowitz (Bukowina) heben die Kennzeichnungspflicht der Juden und die Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit auf. Es leben noch etwa 16.000 Juden in der Stadt; vor dem Krieg waren es über 50.000.

01.-02.10.1943

Dänemark

Deutsche Polizeiaktion zur Festnahme und Deportation aller in Dänemark lebenden Juden. Ihre Zahl wird auf 6.000 geschätzt. Da die Juden vorgewarnt sind und von vielen Dänen unterstützt werden, können die deutschen Polizeikräfte in der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober nur 284 meist alte Menschen festnehmen.

In einem Telegramm vom 2. Oktober bezeichnet Best Dänemark als "entjudet", da sich "hier kein Jude mehr legal aufhalten und betätigen kann". (ADAP, Serie E, Bd. VII, Nr. 7)

Am 5. Oktober meldet er die Gesamtzahl von 482 Festgenommenen nach Berlin. Die ersten 284 Menschen werden in zwei Transporten nach Theresienstadt gebracht. Am 13. und 21. Oktober folgen zwei weitere Transporte mit 170 und 20 Menschen, von denen der erste wiederum nach Theresienstadt und der kleinere in das Frauen-KL Ravensbrück bzw. das KL Sachsenhausen geht. (Benz, Dimension; S. 179-180)

02.-03.10.1943

Generalgouvernement

Aus den Gefängnissen in Tarnów, Radom, Lemberg/Llow und Lublin werden annähernd 3.500 Häftlinge nach Auschwitz eingeliefert. Am 5. Oktober folgen rund 1.050 Häftlinge aus Warschau. (Czech, S. 619-621)

03.10.1943

Griechenland

Die Deutschen ordnen an, daß sich alle Juden in den bisher von den Italienern besetzten Gebieten innerhalb von fünf Tagen registrieren lassen müssen. Zugleich ergehen weitere Beschränkungen wie Umzugsverbot und nächtliche Ausgangssperre.

06.10.1943

Italien

Botschaftsrat Moellnhausen, Rom, an Außenminister Ribbentrop.

"Obersturmbannführer Kappler hat von Berlin den Auftrag erhalten, die 8.000 in Rom wohnenden Juden festzunehmen und nach Oberitalien zu bringen, wo sie liquidiert werden sollen. Stadtkommandant von Rom, General Stahel, mitteilte mir, daß er diese Aktion nur zulassen wird, wenn sie im Sinne des Herrn Reichsaußenministers liegt. Ich persönlich bin Ansicht, daß es besseres Geschäft wäre, Juden, wie in Tunis, zu Befestigungsarbeiten heranzuziehen und werde dies gemeinsam mit Kappler Generalfeldmarschall Kesselring vortragen. - Erbitte Weisung."

Thadden schickte darauf am 7. Oktober folgende Antwort: "Auf Grund Führerweisung sollen die in Rom wohnenden 8.000 Juden als Geiseln nach Mauthausen gebracht werden. Der Herr RAM (Ribbentrop) bittet Sie, sich auf keinen Fall in Angelegenheit einzumischen, sondern sie SS zu überlassen." (ADAP, Serie E, Bd. VII, Nr. 18 und Fußnote 2)

Rede Himmlers in Posen vor Reichs- und Gauleitern

Himmler kündigt an, daß "die Judenfrage" in den von den Deutschen besetzten Ländern bis Jahresende "erledigt" sein werde. "Es werden nur Restbestände von einzelnen Juden übrig bleiben, die untergeschlüpft sind. Die Frage der mit nichtjüdischen Teilen verheirateten Juden und die Frage der Halbjuden werden sinngemäß und vernünftig untersucht, entschieden und dann gelöst." (Geheimreden, S.168-171)

07.10.1943

Protektorat/Auschwitz

Aus Theresienstadt werden 1.260 jüdische Kinder und 53 erwachsene Betreuer nach Auschwitz eingeliefert und am selben Tag in den Gaskammern ermordet. (Czech, 623)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

01.10.1943

Befreiung Neapels durch die Alliierten.