CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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26.09.1943

Italien

Die Deutschen fordern die jüdische Gemeinde Roms auf, 50 Kilogramm Gold zu sammeln und innerhalb von 36 Stunden dem SS-Kommandanten Kappler zu übergeben; anderenfalls würden 200 Juden deportiert.

Trotz Aufbringung des Goldes plündert die SS am 29. September die alte, wertvolle Bibliothek und das Archiv der Gemeinde, schleppt auch weitere Wertsachen weg.

28.09.1943

Runderlaß des Reichsinnenministers

"Es ist mit der Achtung und dem Vertrauen, die dem Beamten entgegengebracht werden sollen, nicht vereinbar, daß er die Ehe mit einer Frau schließt, die mit einem Juden verheiratet war."
Beamte sind auf diese besondere Pflicht aufmerksam zu machen. (Walk, S. 401)

Dänemark

Best meldet nach Berlin, daß er bereit sei, die Deportation der Juden aus Dänemark in einer einzigen Nacht, am 1. Oktober, durchzuführen. Der Plan wird durch den deutschen Schiffahrtsexperten Duckwitz, der Kontakte zu dänischen Sozialdemokraten unterhält, bekannt. Weniger als 500 Juden werden von den Deutschen gefangen genommen und deportiert. Über 7.000 Menschen können mit Hilfe und Unterstützung zahlreicher Dänen nach Schweden entkommen: 5.919 Juden; 1.301 "Halbjuden" und 686 Ehepartner von Juden.
Die schwedische Regierung hatte, als sie am 29. September Einzelheiten der geplanten Aktion gegen die Juden erfuhr, der deutschen Regierung ihre Bereitschaft mitgeteilt, alle Juden aus Dänemark aufzunehmen.

29.09.1943

Niederlande

In einer generalstabsmäßig vorbereiteten Razzia nimmt die deutsche Polizei die noch verbliebenen Juden fest, unter ihnen auch die führenden Mitglieder des Judenrates.

Auch die etwa 660 in dem kleinen Ort Barneveld internierten Juden, die bis dahin von einigen niederländischen Politikern geschützt worden waren, wurden Ende September in das Lager Westerbork geschafft.

Insgesamt lebten in den Niederlanden im Herbst 1943 noch etwa 15.500 Juden mit vorläufiger offizieller Zustimmung außerhalb der "Durchgangs"- und Konzentrationslager, darunter 10.500 aus "Mischehen", 1.000 Christen und 3.000 durch ein "Rassegutachten" der deutschen Besatzungsbehörden relativ geschützte. Im Lager Westerbork befanden sich am 1. Oktober 1943 rund 9.300 und in Vught 1.800 jüdische Gefangene.  Ungefähr 20.000 jüdische Menschen hielten sich, meist mit Hilfe von Niederländern, versteckt.

Etwa 86.000 Juden waren bis zu diesem Zeitpunkt nach Auschwitz und Sobibór deportiert worden, weitere 2.000 nach Mauthausen, Buchenwald und Ravensbrück. (Benz, Dimension, S. 155-156)

30.09.1943

Auschwitz

Mit einen Transport aus Berlin kommen 81 Juden in Auschwitz an. 13 werden als Häftlinge übernommen, 68 in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 617)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

25.09.1943

Die sowjetische Armee befreit Smolensk (Rußland).