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16.04.1944
Generalgouvernement/Auschwitz
Aus dem KL Majdanek werden 299 jüdische Frauen und zwei Säuglinge nach Auschwitz eingeliefert. Zwei Tage später werden sie in den Gaskammern ermordet.
Frankreich
Ankunft eines Deportationszugs mit 1.500 jüdischen Menschen aus Drancy in Auschwitz. 223 Frauen und 165 Männer werden in das Lager übernommen; über 1.100 Menschen werden in den Gaskammern getötet.
RK Ukraine
Aus Brest-Litowsk werden 852 bereits früher aus Preußen und Masuren deportierte Zigeuner - 445 Frauen und Mädchen, 407 Männer und Jungen - nach Auschwitz überstellt und als Häftlinge registriert. (Czech, S. 757-758)
Albanien
Der Militärbefehlhaber in Serbien meldet, daß die SS-Division "Skanderbeg"
300 Juden in Pristina (im an Albanien angegliederten Kosovo) verhaftet hat.
18.04.1944
Kroatien
Bericht des deutschen Polizeiattachés in Zagreb, Helms. Er bezieht sich auf eine Anweisung des RSHA, daß "die Judenfrage in Kroatien in schnellster Zeit bereinigt werden soll"
.
"Bekanntlich wurde die Judenaussiedlung aus Kroatien im Spätherbst 1942 durch die zuständigen kroatischen Behörden unter Einschaltung einer beratenden Tätigkeit des Polizeiattachés durchgeführt. Die Durchführung als solche war zufriedenstellend, so daß bis auf einige besetzte Gebiete Kroatien als jenes Land angesehen werden konnte, in welchem die Judenfrage im großen und ganzen als gelöst anzusehen war."
Dennoch gebe es in öffentlichen Stellungen, besonders in der Wirtschaft und im Gesundheitswesen, noch einige Juden. Deutsche Versuche, gegen sie vorzugehen, wurden von kroatischer Seite abgeblockt, da es an ausreichend ausgebildeten Ersatzkräften fehle. Auch gebe es in wichtigen Stellen noch Juden, die über gute Beziehungen zu kroatischen Persönlichkeiten oder Organisationen verfügen und daher schwer angreifbar sind. "Schwierigkeiten bei der endgültigen Bereinigung der Judenfrage in Kroatien bereitet auch der Umstand, daß die kroatische Führung im starken Maße jüdisch versippt ist. Um den Einfluß des Judentums auf das kroatische öffentliche politische und wirtschaftliche Leben auszuschalten, wäre es notwendig, die kroatische Regierung - unter Hinweis auf die Gefahren - zu bewegen, von sich aus die noch in öffentlichen Stellungen befindlichen Juden auszuschalten."
Außerdem könnte man die kroatische Regierung drängen, strengere Maßstäbe bei der Verleihung des Ehrenarierrechts anzulegen. (ADAP, Serie E, Bd. VII, Nr. 352)
22.04.1944
Kroatien
Der deutsche Gesandte in Zagreb, Kasche, an das Auswärtige Amt.
Die "Judenfrage"
sei in Kroatien "in weitem Maße bereinigt worden"
. Es handele sich jetzt nur noch um Einzelfälle und um die (früher von Italien besetzten) Küstengebiete. Bisher sei hinsichtlich der Ausnahmefälle so verfahren worden:
- Die vom kroatischen Staat anerkannten
"Ehrenarier"
bleiben von Maßnahmen ausgenommen. "Juden in Mischehen werden nur dann befaßt, wenn die Kroaten dies von sich aus betreiben oder wenn politische Gründe ein Vorgehen notwendig machen."
"Halbjuden werden im allgemeinen nicht mehr als Juden gerechnet, wenn sie nicht in einer Ehe mit Volljuden leben. Wenn politisch notwendig, werden aber auch hier im Einzelfalle Maßnahmen getroffen."
Die kroatischen Behörden hätten im allgemeinen gut kooperiert. "Bei der Durchführung ist die kroatische Polizei besonders radikal und schnell vorgegangen."
(ADAP, Serie E, Bd. VII, Nr. 352)
23.04.1944
Ungarn
Telegramm Veesenmayers an das Auswärtige Amt.
Er meldet den Beginn der "Konzentration"
der jüdischen Bevölkerung von Karpatho-Ruthenien und die Sicherung der Kapazitäten für den Abtransport von 3.000 Menschen pro Tag, der am 15. Mai beginnen soll. Um diese Aktionen nicht zu gefährden, schlägt Veesenmayer vor, die mit den ungarischen Streitkräften vereinbarte Auslieferung von 50.000 Juden zur Zwangsarbeit im deutschen Machtbereich zu verschieben. (Braham, Destruction I, Nr. 145)