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25.07.1944
Von der Volksdeutschen Mittelstelle wurden vom Herbst 1939 bis zum Juli 1944 insgesamt 908.000 Volksdeutsche aus Osteuropa in das Reichsgebiet umgesiedelt, darunter 130.000 aus Transnistrien und 350.000 Rußlanddeutsche. (Archiv d. Gegenwart, S. 6462)
26.07.1944
Rumänien/Ungarn
Telegramm des deutschen Gesandten von Killinger an das Auswärtige Amt.
In letzter Zeit seien unter Billigung Marschall Antonescus gegen Zahlung hoher Geldbeträge mehrere Schiffe mit rumänischen Juden (und jüdischen Flüchtlingen aus Ungarn) nach der Türkei abgefahren. "Allgemein wird rumänische Judenpolitik durch deutliches Nachlassen ursprünglich scharfer Maßnahmen und sich steigernde Toleranz gekennzeichnet."
(Braham, Destruction II, Nr. 318)
Generalgouvernement
Das Arbeitslager in der Szkolna-Straße in Radom wird aufgelöst. Die jüdischen Gefangenen werden nach Auschwitz deportiert; nur wenige überleben den Krieg.
27.07.1944
Generalgouvernement/Auschwitz
Aus dem Arbeitslager Pustków bei Debica in Südpolen kommt ein Deportationszug mit 1.700 Menschen in Auschwitz an. 463 Männer werden als Häftlinge registriert, die anderen 1.237 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 830)
28.07.1944
Generalgouvernement/Auschwitz
Ein Evakuierungstransport aus dem KL Lublin/Majdanek, der dort am 22. Juli (teilweise zu Fuß) aufgebrochen war, trifft in Auschwitz ein. Von den anfangs über 1.000 Menschen kommen 681 Männer, darunter 229 Juden, und 156 jüdische Frauen in Auschwitz an; sie werden dort als Häftlinge übernommen. (Czech, S. 831)
Generalgouvernement
Beginn des ersten grösseren "Todesmarsches"
, der Evakuierung des Lagers in der Gesia-Straße in Warschau. 3.600 Gefangene werden zu Fuß zum 130 km entfernten Kutno getrieben. Die Überlebenden, inzwischen weniger als 2.000 Menschen, werden von dort aus ins KL Dachau transportiert, wo sie am 9. August ankommen.
29.07.1944
Ungarn
Telegramm Veesenmayers an Ribbentrop.
Er habe bei seiner letzten Besprechung mit Ministerpräsident Sztójay nochmals dringend die Wiederaufnahme der Deportationen gefordert. Anderenfalls könne das "großzügige Entgegenkommen der Reichsregierung"
, kleinen Gruppen von Juden die Ausreise zu gestatten, nicht eingehalten werden. Er habe Sztójay vorgeschlagen, "daß zunächst einmal mit sofortiger Wirkung 50.000 Juden in einige Lager außerhalb der Stadt gebracht werden, um von dort nach dem Reich (d.h. nach Auschwitz) weitertransportiert zu werden."
(Braham, Destruction II, Nr. 204)
30.07.1944
Generalgouvernement/Auschwitz
Aus einem Transport mit jüdischen Gefangenen aus den Arbeitslagern im Distrikt Radom werden 1.298 Männer und 409 Frauen in das Lager Auschwitz eingewiesen; die anderen Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 832)
Wartheland
Im Ghetto von Lodz, dem einzigen von den Deutschen noch nicht "liquidierten"
Ghetto, leben noch immer fast 70.000 Menschen.
Erlaß Hitlers betr. "Bekämpfung von Terroristen und Saboteuren in den besetzten Gebieten"
Während Kämpfen gefangen genommene Partisanen sollen sofort an Ort und Stelle getötet werden. Außerhalb der Kämpfe gefangene Gegner sollen der Sicherheitspolizei und dem SD übergeben werden. "Mitläufer"
, besonders Frauen, sollen zur Zwangsarbeit eingesetzt werden. (IMT, D-762)
31.07.1944
Generalgouvernement/Auschwitz
Ein Transport mit etwa 3.000 Juden aus Tarnów (Südpolen) kommt in Auschwitz an. Nach Zeugenaussagen waren die meisten Menschen in dem Zug bereits während der Fahrt umgekommen.
Ankunft eines Transports aus dem Zwangsarbeitslager in Pionski (Distrikt Radom) in Auschwitz. 817 jüdische Frauen und 1.147 Männer werden als Häftlinge registriert, die anderen Menschen werden in den Gaskammern getötet.
Ankunft eines Transports mit Juden aus Blizyn, einem Nebenlager des KL Lublin/Majdanek. 715 Frauen und 1.614 Männer werden in das KL Auschwitz eingewiesen. (Czech, S. 834)
Niederlande
Zwei Transporte verlassen Westerbork mit 213 Menschen nach Theresienstadt und mit 178 Menschen nach Bergen-Belsen.
Ende Juli 1944
Generalgouvernement
"Liquidierung"
des im August 1942 errichteten Zwangsarbeitslagers für Juden, Skarzysko-Kamienna, bei Kielce. Nach der "Selektion"
werden 600 Menschen erschossen. Die anderen rund 6.000 Häftlinge werden nach Buchenwald und in andere Lager verlegt. (EdH, S. 1319-1320)
WELTKRIEGSEREIGNISSE
27.07.1944
UdSSR
Daugavpils/Dwinsk (Lettland) wird von sowjetischen Truppen befreit. Etwa 20 Juden haben in Verstecken überlebt. Vor dem Krieg hatten dort mehr als 11.000 jüdische Menschen gelebt. (EdH, S. 376)
28.07.1944
UdSSR
Die sowjetische Armee befreit Brest-Litowsk (Ukraine). In der Stadt, in der vor dem deutschen Überfall mehr als 22.000 Juden lebten, werden nur noch zehn jüdische Überlebende gefunden. (EdH, S. 241-242)
29.07.1944
Sowjetische Truppen erreichen das Weichselufer gegenüber von Warschau.