Funktionen für die Darstellung

Schriftgröße:
Darstellung:

Seitenpfad

17.06.1944

Ungarn

Beginn der "Konzentration" der Budapester Juden in  gekennzeichneten Häusern, den Gelber-Stern-Häusern.

20.06.1944

Verfügung des OKH

Die Beschäftigung jüdischer Mischlinge, auch zweiten Grades, als Gefolgschaftsmitglieder (Arbeiter und Angestellte) des Heeres ist nicht zulässig; dies gilt auch für Arbeitskräfte, die auf Grund eines privatrechtlichen oder öffentlichrechtlichen Beschäftigungsverhältnisses beim Heer tätig sind. (Walk, S. 404)

23.06.1944

Ungarn

Sitzung des Ministerrats.

Der stellvertretende Staatssekretär im Innenministerium, Baky, und der für die "Judenpolitik" zuständige Unterstaatssekretär Endre erläutern und rechtfertigen die Deportationen. Die Beschwerden seien unbegründet; die Juden würden in Deutschland unter normalen Bedingungen arbeiten.

Der Staatssekretär im Kultus- und Erziehungs-Ministerium, Mester, verweist auf die Petitionen der christlichen Kirchen und warnt vor den Konsequenzen der Deportation vieler bekannter Wissenschaftler. Die manchen Juden gewährten Ausnahmegenehmigungen wurden von den örtlichen Behörden mißachtet.

Arnóthy-Jungerth vom Außenministerium berichtet über Warnungen der USA, daß Ungarn die Verfolgung der Juden einstellen sollte. Die Rumänen hätten den Amerikanern zugesagt, die Einwanderung jüdischer Flüchtlinge aus Ungarn zuzulassen und die antijüdischen Restriktionen in ihrem Land zu lockern.

Am Ende der Sitzung werden Baky und Endre angewiesen, den Grausamkeiten gegen die Juden ein Ende zu setzen. (Braham, Politics of Genocide II, S. 747-49)

23.06. - 14.07.1944

Wartheland

Aus dem Ghetto von Lodz werden 7.200 Menschen in das Vernichtungslager Chelmno/Kulmhof abtransportiert und dort ermordet.

WELTKRIEGSEREIGNISSE

16.06.1944

Das OKW meldet die Beschießung Südenglands und des Stadtgebiets von London "mit neuartigen Sprengkörpern schwersten Kalibers".
Insgesamt wurden bis März 1945 auf England etwa 9.000 V 1 und 1.100 bis 1.200 V 2 abgeschossen.

22.-23.06.1944

Die sowjetischen Truppen eröffnen eine Großoffensive im Raum Witebsk-Orscha, die Anfang August zur Bildung eines Brückenkopfs an der Weichsel bei Sandomir führt. Innerhalb von zwei Wochen werden 25 deutsche Divisionen vernichtet und die gesamte Heeresgruppe Mitte zerschlagen.