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17.01.1945

Auschwitz

In den Lagern und Nebenlagern von Auschwitz werden 15.317 männliche und 10.381 weibliche Häftlinge, zusammen 31.894, verzeichnet. Im KL Monowitz und den zugehörigen Nebenlagern befinden sich
zusammen 33.023 männliche und 2.095 weibliche Häftlinge. (Czech, S. 967-968)

Generalgouvernement

Aus dem KL Plaszów bei Krakau werden 178 weibliche Häftlinge und zwei Jungen in das Frauenlager Birkenau eingeliefert. (Czech, S. 966)

Die Evakuierung der Konzentrationslager Auschwitz/Monowitz und der zahlreichen Nebenlager beginnt. Am Anfang stehen in der Regel mehrtägige Fußmärsche zu Sammelpunkten, von denen aus der Weitertransport in teils offenen, immer jedenfalls ungeheizten Güterwaggons zu anderen Lagern erfolgt. Tausende von Gefangenen erfrieren, brechen vor Hunger und Erschöpfung zusammen und werden von den Wachen erschossen oder erschlagen.

Die Deutschen sprengen in den folgenden Tagen die Krematorien und Gaskämmern und verbrennen die Akten, um die Spuren ihrer Verbrechen soweit wie möglich zu zerstören.

Wartheland

Als die Deutschen in den Resten des Ghettos von Lodz zu einem allgemeinen Appell aufrufen, gehen die überlebenden Mitglieder des "Aufräumkommandos" in vorbereitete Verstecke. Am 19. Januar wird Lodz durch sowjetische Streitkräfte befreit.

Insgesamt überlebten etwa 5.-7.000 Menschen aus dem Ghetto von Lodz. Vor dem deutschen Überfall hatten in der Stadt 220.000 Juden gelebt. (EdH, S. 892 und 899)

20.01.1945

Slowakien

Der deutsche Gesandte Ludin an das Auswärtige Amt.

Der Rotkreuz-Vertreter Dunand hat die slowakische Regierung um die Erlaubnis gebeten, ein Asyl für jüdische Kinder, Greise und Kranke einzurichten, und für diesen Plan die deutsche Gesandtschaft um Unterstützung gebeten. Dunand setzt sich außerdem dafür ein, die Patienten psychiatrischer Anstalten nicht zu "evakuieren".

Er habe Dunand zu verstehen gegeben, "daß Aussichten für Errichtung jüdischen Asyls wohl kaum bestünden, da Judentum nachweisbar ohne Unterschied des Alters und Geschlechts an Aufstand in der Slowakei maßgebend beteiligt und unmittelbar Gefahr bestünde, daß derzeitiges Asyl sofort als neues jüdisches Widerstandszentrum benutzt werden würde." (ADAP, Serie E, Bd. VIII, Nr. 344)

21.01.1945

Der frühere Schweizer Bundespräsident Musy reist noch einmal zu Gesprächen nach Deutschland, um eine Besserbehandlung bzw. Rettung von Juden zu erreichen. Als Ergebnis der Verhandlungen können am 7. Februar 1.210 Juden aus Theresienstadt in die Schweiz ausreisen. Ein Lösegeld zwar zwar in Aussicht gestellt, aber nicht gezahlt worden. Himmler hatte lediglich gefordert, die Presse in der Schweiz und in den USA müsse positiv auf die deutsche "humanitäre Geste" reagieren.

WELTKRIEGSEREIGNISSE

16.01.1945

Befreiung von Kielce (Südpolen) durch sowjetische Truppen. In der Stadt, in der vor dem deutschen Überfall 24.000 Juden lebten, befinden sich nur noch 25 jüdische Überlebende. (EdH, 756-757)

16.01.-18.01.1945

Ungarn

Befreiung des Stadtteils Pest einschließlich des  Ghettos der "Schutzjuden" durch sowjetische Streitkräfte.

17.01.1945

Von Norden und Nordwesten nähern sich Einheiten der sowjetischen Armee den Vororten von Krakau. Generalgouverneur Frank und sein Stab flüchten aus der Stadt.

18.01.1945

Polen

Die polnische Provisorische Regierung siedelt aus Lublin in das in den Tagen zuvor befreite Warschau über.

20.01.1945

Die sowjetischen Streitkräfte durchbrechen in Ostpreußen die deutsche Front.

22.01.1945

Sowjetische Streitkräfte erreichen die Oder und überqueren sie am 25. Februar bei Breslau und weiter südlich.