CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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29.05.1940

Slowakien

Die Regierung in Bratislawa unterzeichnet ein Abkommen mit Deutschland, wonach den Deutschen 120.000 slowakische Arbeiter zur Verfügung gestellt werden sollen. Sie sieht sich aber nicht in der Lage, diese Zusage auch tatsächlich einzuhalten.

30.05.1940

Generalgouvernement

Polizeisitzung in Krakau.

Mit dem Beginn der deutschen Offensive im Westen am 10. Mai sei das vorherrschende Interesse der Welt an den Vorgängen im Generalgouvernement erloschen. "Mit dem 10. Mai ist uns nun diese Greuelpropaganda in der Welt vollkommen gleichgültig. Jetzt müssen wir den Augenblick benutzen, der uns zur Verfügung steht."
"Wenn jetzt in jeder Minute und Sekunde draußen im Westen Tausende des besten deutschen Blutes geopfert werden müssen, dann haben wir als Nationalsozialisten die Pflicht, daran zu denken, daß sich nicht etwa die polnische Nation auf Kosten dieser deutschen Opfer erhebt."

Daher habe er mit Krüger und Streckenbach (den für Polizei und SD/SS im GG Verantwortlichen) ein "außerordentliches Befriedungsprogramm" besprochen, "das zum Inhalt hat, nunmehr mit der Masse der in unseren Händen befindlichen aufrührerischen Widerstandspoltiiker und sonst politisch verdächtigen Individuen in beschleunigtem Tempo Schluß zu machen und zu gleicher Zeit mit der Erbschaft des früheren polnischen Verbrechertums aufzuräumen. Ich gestehe ganz offen, daß das einigen tausend Polen das Leben kosten wird, vor allem aus der geistigen Führungsschicht Polens."

Es handle sich dabei um einen Befehl des Führers. Hitler habe ihm gesagt: "Was wir jetzt an Führerschicht in Polen festgestellt haben, das ist zu liquidieren, was wieder nachwächst, ist von uns sicherzustellen und in einem entsprechenden Zeitraum wieder wegzuschaffen." - Damit müsse man das Reich nicht belasten, d.h. man brauche "diese Elemente" nicht erst in die Konzentrationslager des Reichs zu transportieren, "denn dann hätten wir nur Scherereien und einen unnötigen Briefwechsel mit den Familienangehörigen", "sondern wir liquidieren die Dinge im Lande". Er glaube, daß diese "AB-Aktion" bis zum 15. Juni beendet werden könne.

Streckenbach: In den Händen der Sicherheitspolizei befanden sich zu Beginn der "AB-Aktion" etwa 2.000 Männer und einige hundert Frauen aus der polnischen Widerstandsbewegung. In den Akten und Karteien des SD befinden sich 2.000 weitere Namen. Die standrechtliche Aburteilung der 2.000 Inhaftierten nähert sich ihrem Ende. Anschließend habe eine Festnahmeaktion unter den dem SD namentlich bekannten Personen begonnen. Insgesamt würde die Aktion einen Kreis von etwa 3.500 Menschen umfassen.

Krüger: "Bezüglich der jüdischen Zwangsarbeit sei man noch nicht zu einem abschließenden Ergebnis gekommen. Die jüdischen Arbeiter zur Zwangsarbeit einzusetzen, habe erst dann einen praktischen Sinn, wenn man wisse, daß die Judenbewegung innerhalb des GG zum Abschluß gekommen sei. Es sei klar, daß gerade die jüdische Zwangsarbeit nur zentral geleitet werden könne. Es müsse eine Zentralstelle geschaffen werden, die sämtliche Juden karteimäßig erfasse. Die einzelnen Dienststellen (...) könnten dann bei dieser Zentralstelle ihren Bedarf an jüdischen Arbeitskräften anmelden." Eine freie Beschäftigung von Juden werde entschieden abgelehnt.

Frank: "Was die Konzentrationslager anlangt, so waren wir uns klar, daß wir hier im GG Konzentrationslager im eigentlichen Sinne nicht einrichten wollen. Wer bei uns verdächtig ist, soll gleich liquidiert werden. Was sich daraußen in den Konzentrationslagern des Reiches an Häftlingen aus dem GG befindet, das soll uns zur AB-Aktion zur Verfügung gestellt oder dort erledigt werden."

Daran würde sich durch einen eventuellen Friedensschluß nichts ändern; das würde nur bedeuten, "daß wir in noch großzügigerem Maße zu kolonisieren haben (...). Es bleibt bei der schärfsten antipolnischen Tendenz, wobei jedoch Rücksicht genommen werden muß auf die Aufrechterhaltung der Arbeitsfähigkeit des polnischen Arbeiters und des polnischen Bauern. Wir müssen uns darüber klar sein, daß wir dieses Gebiet des GG nicht halten können, wenn wir einen Ausrottungsfeldzug gegen die polnischen Bauern und Arbeiter beginnen würden in der Form, wie er von einzelnen Phantasten gedacht ist. Es kann sich nur um die Beseitigung der Führerschicht handeln, aber das arbeitende Volk muß unter unserer verantwortlichen Befehlsgewalt nutzbringende Arbeit leisten." (IMT, PS-2233; Präg, S. 209ff)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

27.05.1940

Beginn der Evakuierung der von den Deutschen eingeschlossenen britischen Truppen aus Dünkirchen. (abgeschlossen am 04.06.40)

28.05.1940

Kapitulation der belgischen Armee. In London wird eine Exilregierung gebildet.