CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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08.12.1941

Wartheland

Beginn der Massenmorde im Vernichtungslager Chelmno/Kulmhof. Benutzt werden LKWs, in die Auspuffgase geleitet werden. Als erstes werden die jüdischen Bewohner der Dörfer in der Umgebung von Chelmno getötet. Unter den ersten Mordopfern sind - im Januar 1942 - auch 5.000 Zigeuner aus verschiedenen Gegenden, die vorher in einem Teil des Ghettos von Lodz gefangen gehalten worden waren. (EdH, S. 282)

RK Ostland

SD und Polizei, unterstützt von einer Infanterieeinheit der Wehrmacht, ermorden 3.-4.000 Juden in Nowogrudok (Weißrußland). Die Mordaktion dient u.a. dazu, im Ghetto von Grudok Platz zu schaffen, um dort jüdische Bewohner aus den kleineren Städten der Umgebung vorübergehend unterzubringen. (EdH, S. 1018)

08.-09.12.1941

RK Ostland

Fortgang der "Liquidierung" des Großen Ghettos von Riga (Lettland). Insgesamt werden, zusammen mit den Erschiessungen am 1. Dezember, 25.-28.000 Menschen im Wald von Rumbula ermordet. Ungefähr 4.000 zur Zwangsarbeit eingesetzte Juden bleiben im Kleinen Ghetto, ebenso wie 700 Näherinnen, die in einem besonderen Frauenghetto untergebracht werden.

In dem geräumten Großen Ghetto werden Juden aus dem Reichsgebiet untergebracht. Zwischen Dezember 1941 und Frühjahr 1942 werden 16.000 Menschen in dieses "Deutsche Ghetto" eingeliefert; die meisten werden später ebenfalls ermordet. (EdH, S. 1230)

09.12.1941

Ein Deportationszug mit 991 Menschen geht aus Kassel nach Riga ab.

11.12.1941

Transporte aus Düsseldorf mit 1.020 und aus Münster (einschl. Bielefeld und Osnabrück) mit rd. 1.000 Menschen nach Riga.

11.-13.12.1941

Besetzte sowjetische Gebiete

In Simferopol (Krim) werden 12.500 Juden zusammengetrieben, auf LKWs geladen und außerhalb der Stadt erschossen. Bereits am 9. Dezember hatten die Deutschen etwa 1.500 Krimtschaken - Angehörige einer kleinen Volksgruppe, die auf Anweisung Himmlers als Juden betrachtet wurden - ermordet. (EdH, S. 1318)

12.12.1941

Erlaß des RSHA

Juden, die den Judenstern tragen müssen, ist die Benutzung öffentlicher Fernsprechstellen verboten. "In den Fällen, in denen ein Mitarbeiter der Reichsvereinigung, ihrer Bezirksstellen oder der Jüdischen Kultusvereinigungen aus dienstlichen Gründen öffentliche Fernsprechstellen benutzen muß, kann die zuständige Staatspolizei(leit)stelle hierzu die Genehmigung erteilen." (Jüdisches Nachrichtenblatt, 76/1941, 26.12.41)

14.12.1941

Besetzte sowjetische Gebiete

Der deutsche Stadtkommandant von Charkow (Ukraine) ordnet an,  daß die Juden der Stadt sich bis zum 16. Dezember auf dem Gelände einer etwa 12 km von der Stadt entfernten Traktorfabrik in einem improvisierten Ghetto einfinden müssen. Zur Einschüchterung ermordet ein Sonderkommando 300 Juden unter dem Vorwand, sie hätten "Gerüchte verbreitet". In dem Lager werden die Juden in unbeheizten Schuppen ohne Türen und Fenster untergebracht. Anfang Januar 1942 beginnt die systematische Ermordung der Gefangenen; die meisten werden in einer nahegelegenen Schlucht erschossen.

Insgesamt wurden dort 15.-20.000 jüdische Menschen aus Charkow und Umgebung ermordet. (EdH, S. 278-279)

Frankreich

Als "Vergeltungsmaßnahme" für Attentate französischer  Widerstandskämpfer ordnet der deutsche Militärbefehlshaber eine "Sühneleistung" der Pariser Juden von 1 Milliarde Francs an. Am 17. Dezember beauftragt er die jüdische Zwangsvereinigung, das Geld einzutreiben. Im Rahmen der "Vergeltungsmaßnahmen" wird außerdem die Verhaftung von 1.000 Juden - 734 "führende Persönlichkeiten des französischen Judentums" und etwa 300 ausländische Juden - befohlen. Sie werden am 27. März 1942 nach Auschwitz deportiert.  Als weitere "Vergeltungsmaßnahme" läßt Militärbefehlshaber Stülpnagel am 15. Dezember 95 Menschen, darunter 49 überwiegend nicht-französische Juden aus dem KL Drancy, erschießen. (Benz, Dimension, S. 116-117)

15.12.1941

Aus Hannover werden rund 1.000 Juden nach Riga deportiert.

15. - 17.12.1941

RK Ostland

Die Deutschen treiben alle Juden von Liepaja/Libau (Lettland) zusammen und sperren sie im Gefängnis ein. Nur einige hundert ausgewählte Techniker und Handwerker, die von den Deutschen dringend benötigt werden, erhalten neue Arbeitsbescheinigungen. Die übrigen etwa 2.800 Menschen werden in einem Fischerdorf nahe der Stadt erschossen. (EdH, S. 859-860)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

08.12.1941

Amerikanische Kriegserklärung an Japan. Beginn des japanischen Angriffs auf die Philippinen und auf Malaya.

11.12.1941

Deutschland und Italien erklären den USA den Krieg.

13.12.1941

Tiefer sowjetischer Vorstoß im Raum Tula, westlich von Moskau; Rücknahme der deutschen Front.