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24.03.1942
Die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Juden wird noch weiter eingeschränkt.
- Juden bedürfen auch im Bereich ihrer Wohngemeinde für den Ortsverkehr einer schriftlichen Erlaubnis der Polizei.
- Diese Erlaubnis erhalten nur Juden im Arbeitseinsatz (bei einer Entfernung von der Wohnung zur Arbeitsstätte von mehr als 7 km) und Schulkinder (wenn die Schule mehr als 5 km entfernt ist) sowie Krankenbehandler, Krankenschwestern, Hebammen und Rechtsberater. (Walk, S. 368)
Transport von rund 650 Juden aus Würzburg, Kissingen, Nürnberg und Fürth über die Lager Izbica und Piaski in das Vernichtungslager Belzec.
25.03.1942
Generalgouvernement
In Kolomyja (Ukraine) wird ein Ghetto errichtet, in das 18.000 Menschen zusammengedrängt werden.
26.03.1942
Slowakien/Auschwitz
Erstmals kommt ein Zug mit 999 jüdischen Frauen aus Slowakien in Auschwitz an.
Aus dem KL Ravensbrück werden 999 Frauen nach Auschwitz eingeliefert, die als asoziale/kriminelle Gefangene eingestuft worden sind. Sie sollen die Funktionen der Blockältesten und Kapos in einem geplanten Frauenlager übernehmen. (Czech, S. 189)
27.03.1942
Protektorat/Auschwitz
Aus Brünn werden 798 jüdische Frauen nach Auschwitz eingeliefert. (Czech, S. 192)
Der Reichsarbeitsminister an die Präsidenten der Landesarbeitsämter.
Göring habe entschieden, "daß nach den zur Zeit geltenden Richtlinien und inzwischen stattgefundenen Besprechungen Juden, die in einem kriegswichtigen Betrieb beschäftigt sind, bis auf weiteres grundsätzlich nicht mehr evakuiert werden"
. (IMT, L-061)
Goebbels Tagebuch
"Aus dem Generalgouvernement werden jetzt, bei Lublin beginnend, die Juden nach dem Osten abgeschoben. Es wird hier ein ziemlich barbarisches und nicht näher zu beschreibendes Verfahren angewandt, und von den Juden selbst bleibt nicht mehr viel übrig. Im großen kann man wohl feststellen, daß 60 Prozent davon liquidiert werden müssen, während nur noch 40 Prozent in die Arbeit eingesetzt werden können. Der ehemalige Gauleiter von Wien, der diese Aktion durchführt (Globocnik, Anm. d. Red.), tut das mit ziemlicher Umsicht und auch mit einem Verfahren, das nicht zu auffällig wirkt. An den Juden wird ein Strafgericht vollzogen, das zwar barbarisch ist, das sie aber vollauf verdient haben. Die Prophezeiung, die der Führer ihnen für die Herbeiführung eines neuen Weltkriegs mit auf den Weg gegeben hat, beginnt sich in der furchtbarsten Weise zu verwirklichen. Man darf in diesen Dingen keine Sentimentalität obwalten lassen. Die Juden würden, wenn wir uns ihrer nicht erwehren würden, uns vernichten. Es ist ein Kampf auf Leben und Tod zwischen der arischen Rasse und dem jüdischen Bazillus. Keine andere Regierung und kein anderes Regime könnte die Kraft aufbringen, diese Frage generell zu lösen. Auch hier ist der Führer der unentwegte Vorkämpfer und Wortführer einer radikalen Lösung, die nach Lage der Dinge geboten ist und deshalb unausweichlich erscheint. Gott sei Dank haben wir jetzt während des Krieges eine ganze Reihe von Möglichkeiten, die uns im Frieden verwehrt wären. Die müssen wir ausnutzen. Die in den Städten des Generalgouvernements freiwerdenden Ghettos werden jetzt mit den aus dem Reich abgeschobenen Juden gefüllt, und hier soll sich dann nach einer gewissen Zeit der Prozeß erneuern. Das Judentum hat nichts zu lachen, und daß seine Vertreter heute in England und in Amerika den Krieg gegen Deutschland organisieren und propagieren, das müssen seine Vertreter in Europa sehr teuer bezahlen, was wohl auch als berechtigt angesehen werden muß." (Fröhlich, II.3, S. 561)
27.03. - 28.06.1942
Frankreich/Auschwitz
In fünf Zügen werden insgesamt 5.149 Juden aus Frankreich, überwiegend nicht-französischer Staatsangehörigkeit, nach Auschwitz eingeliefert. Der erste Transport hatte schon im Dezember 1941 abfahren sollen, war aber mangels Transportmöglichkeiten verschoben worden. Über 90 Prozent der Deportierten werden in den ersten fünf Monaten nach ihrer Einlieferung ermordet oder sterben aufgrund der Haftbedingungen. (Benz, Dimension, S. 119)
29.03.1942
Goebbels Tagebuch
"In großem Umfang werden jetzt wieder Juden aus Berlin evakuiert. Es handelt sich um wöchentlich etwa tausend, die nach dem Osten verfrachtet werden. Die Selbstmordziffer unter diesen zu evakuierenden Juden ist außerordentlich hoch. Das geniert mich aber nicht. Die Juden haben kein anderes Schicksal verdient als das, was sie heute erleiden. Wir haben sie so lange und so eindringlich gewarnt, auf dem bisher beschrittenen Wege fortzufahren; sie haben unsere Warnungen überhört und müssen jetzt dafür büßen." (Fröhlich, II.3, S. 576)
30.03.1942
Frankreich/Auschwitz
Ein Transport mit 1.112 Juden aus Frankreich kommt in Auschwitz an. Die Insassen des Zuges stammen aus verschiedenen europäischen Ländern und wurden bei Razzien in Paris am 14. Mai, 20. August und 12. Dezember 1941 festgenommen. (Czech, S. 193)
31.03.1942
Generalgouvernement
Ein Transport mit etwa 1.000 Juden aus Hannover und Gelsenkirchen trifft im Warschauer Ghetto ein.
In Frankfurt/Main leben nur noch 6.909 Juden; 1933 waren es etwa 27.000 gewesen. Etwa 2.100 sind in Arbeit, davon zwei Drittel in deutschen Betrieben, ein Drittel bei der Gemeinde oder im Haushalt.
Bis zum Abschluß des zweiten Quartals 1942 sank die Zahl der Juden in Frankfurt durch die Deportationen auf 4.097. Die Anzahl der Arbeitenden war auf rund 800 gesunken, da auf den Arbeitseinsatz der Juden immer weniger Rücksicht genommen wurde. (Adler, S. 222-223)
Ende März 1942
Generalgouvernement
In Drogobytsch (Ukraine) werden 2.000 Juden festgenommen und in das Vernichtungslager Belzec abtransportiert. (EdH, S. 371)
Ende März oder April 1942
Besetzte Gebiete der UdSSR
Tätigkeits- und Lagebericht Nr. 11 der Einsatzgruppen in der UdSSR für den Zeitraum 1. bis 31. März 1942
"Die Arbeitsweise bei der Bereinigung der Judenfrage war in den verschiedenen Frontabschnitten eine durchaus unterschiedliche.
Da das Ostland zum größten Teil judenfrei ist und die wenigen noch vorhandenen Juden, die für den dringendsten Arbeitseinsatz benötigt werden, ghettoisiert sind, lag hier die Aufgabe der Sicherheitspolizei und des SD in der Erfassung der sich meistens auf dem Land verborgen haltenden Juden. Mehrfach wurden auch Juden ergriffen, die sich unerlaubt aus dem Ghetto entfernt hatten oder den Judenstern nicht trugen. (...)Bei größeren Judenaktionen wurden in Minsk 3.412, in Wilejka 302 und in Baranowitschi 2.007 Juden erschossen. Die Bevölkerung begrüßte diese Aktionen (...).
In den übrigen Gebieten der Ostfront bestand die Aufgabe der Sicherheitspolizei und des SD neben dem Vorgehen gegen einzelne politisch oder kriminell in Erscheinung getretene Juden in der allgemeinen Bereinigung größerer Ortschaften. So wurden allein in Rakow 15.000 und in Artenowsk 1.224 Juden erschossen, so daß diese Orte judenfrei sind.
Auf der Krim wurden 1.000 Juden und Zigeuner exekutiert." (IMT, PS-3876)
WELTKRIEGSEREIGNISSE
29.03.1942
Beginn der britischen "strategischen Luftoffensive"
. Ziel ist die Zerstörung aller deutschen Großstädte mit über 100.000 Einwohnern. Auf Lübeck findet ein Großangriff mit 234 Bombern statt.