Funktionen für die Darstellung
Seitenpfad
29.12.1941
Aufzeichnung des Legationssekretärs Hahn, Auswärtiges Amt
Auf Juden US-amerikanischer Staatsangehörigkeit in Deutschland sei bisher Rücksicht genommen, da man anderenfalls Repressalien, besonders in Vermögensfragen, gegen die weit zahlreicheren Deutschen in den USA befürchtet habe. Nach Ansicht des Auswärtigen Amtes gebe der Kriegszustand mit den USA keine Veranlassung, diese Praxis zu ändern. Daher liege es auch nicht im deutschen Interesse, Juden amerikanischer Staatsangehörigkeit zum Tragen des Sterns zu verpflichten, da anderenfalls in den USA eine analoge Kennzeichnung der Deutschen zu befürchten wäre. (ADAP, Serie E, Bd. I, Nr. 65)
30.12.1941
Aufzeichnung des Unterstaatssekretärs im Auswärtigen Amt, Luther
Nach der Ausführung von Hitlers Entschluß, wonach am Ende des Krieges alle Juden Europa verlassen müssen, würden die bisherigen Schwierigkeiten mit Juden ausländischer Staatsangehörigkeit im deutschen Machtbereich wegfallen. Bis dahin wäre es zweckmäßig, wenn zumindest die europäischen Verbündeten dazu gebracht werden könnten, eine der deutschen Judengesetzgebung angepaßte Regelung einzuführen. Sodann sei im gleichen Sinn auch auf alle übrigen Staaten Europas einzuwirken. "Schwierigkeiten werden in dieser Hinsicht nur zu erwarten sein bei Ungarn, Italien, Spanien, Schweden und bei der Schweiz, bei denen sich infolge der - soweit Italien und Spanien in Frage kommen - schon bisher zu Tage getretenen klerikalen Einflüsse voraussichtlich Widerstände zeigen werden."
(ADAP, Serie E, Bd. I, Nr. 72)
31.12.1941
Frankreich
Lammers (Reichskanzlei) teilt Rosenberg zu dessen Anfrage vom 18. Dezember mit, daß Hitler grundsätzlich einverstanden sei, die Einrichtungen leerstehender Wohnungen von Juden in Frankreich beschlagnahmen zu lassen, um sie den deutschen Besatzungsbehörden im Osten zur Verfügung zu stellen.