CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.02.1941

Schreiben des Wehrkreiskommandos XVII (Wien) an den Chef des Heeres-Rüstungsamtes

"Aus Wien werden seit 2 Wochen die Juden nach Polen abgeschoben. Wöchentlich laufen jetzt die Transporte mit dem Ziel, eine baldige Judenreinheit Wiens zu erreichen. Aus politischen Gründen ist diese Aktion für die zweitgrößte Stadt des Reiches sehr zu begrüßen, umso mehr, als aus den jüdischen und jüdisch versippten Kreisen in der Hauptsache sich die Gerüchtemacher zusammensetzten. Von dem Abschub der Juden darf ohne Zweifel in Zukunft eine Besserung der allgemeinen Stimmung in Wien erwartet werden." (Ogorreck, S. 172)

Ministerkonferenz im Reichspropagandaministerium

"Der Minister (Goebbels) wünscht ein ausführliches Exposé über die Frage, ob nach dem Völkerrecht Erobererstaaten für die Ernährung der Bevölkerung in den von ihnen besetzten Gebieten verantwortlich seien." (Boelcke I, S. 622)

25.02.1941

Generalgouvernement

Anordnung des Distriktchefs zur "Aussiedlung" von Juden aus der Hauptstadt Krakau. Aufenthaltsberechtigt sind nur noch Juden, die eine vom Amt des Distriktgouverneurs ausgestellte Kennkarte haben. Juden, die ohne solche Karte in Krakau aufgegriffen werden, wird "strengste Bestrafung" angedroht.

26.02.1941

Auschwitz

Im Zuge der Baumaßnahmen und Bauvorbereitungen für das KL Auschwitz und das geplante Buna-Chemiewerk ordnet Himmler an:

  1. "Die Juden in Auschwitz sind raschestens auszusiedeln, ihre Wohnungen sind freizumachen und für die Unterbringung der Bauarbeiterschaft des Bunawerkes sicherzustellen.    
  2. Aus der Gegend von Auschwitz dürfen keinerlei als Arbeiter oder Bauarbeiter für das Bunawerk in Frage kommende Polen ausgewiesen werden."    
  3. Die zuständigen Stellen sollen "das Bauvorhaben durch die Gefangenen aus dem Konzentrationslager in jedem nur möglichen Umfange unterstützen". (Czech, S. 78-80)

Generalgouvernement

Zweite Deportation von rund 1.000 jüdischen Menschen aus Wien nach Opole Lubelski.

Niederlande

In der Mitarbeiterbesprechung seines Propagandaministeriums erörtert Goebbels Maßnahmen gegen die Streikbewegung in Amsterdam (24.-26. Februar): "Da hinter dieser Streikbewegung in erster Linie jüdische Kreise stünden, würden abschreckende Maßnahmen gegen Juden von erheblich beruhigender Wirkung sein." (Boelcke I, S. 625)

27.02.1941

Aufzeichnung von Freytag, Auswärtiges Amt

Von Maßnahmen gegen Juden amerikanischer Nationalität im deutschen Machtbereich sei bisher aus politischen Gründen abgesehen worden. Falls das jetzt geändert würde, bestünde die Gefahr, daß nachteilige Folgen für Deutschland einträten "und die an sich schon gespannten Beziehungen zu den amerikanischen Staaten eine weitere Belastung erfahre".

Er schlägt daher vor, mit solchen Maßnahmen bis zu einem geeigneteren Zeitpunkt zu warten. (ADAP, Serie D, Bd. XII.1, Nr. 116 Fußnote)

Ende Februar 1941

Generalgouvernement

Etwa 10.000 Juden aus Stadt und Landkreis Plock im Regierungsbezirk Zichenau (ehem. polnisches Gebiet, das an Ostpreußen angeschlossen wurde) werden in den Distrikt Radom im Generalgouvernement zwangsumgesiedelt. Viele von ihnen sterben während der Vertreibung und unmittelbar in deren Folge an Unterernährung und Krankheiten.