CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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25.03.1941

Generalgouvernement

Regierungssitzung in Krakau.

Frank führt aus: "Das Generalgouvernement als Zweckgründung steht vor seinem Ende (...). Wir stehen vor einem Ereignis (dem Überfall auf die UdSSR) , jenseits dessen etwas anderes entstehen wird. Das Generalgouvernement, wie wir es kennen und wie wir es erarbeitet haben, wird wesentlich reicher sein, glücklicher sein, wird mehr Förderung erfahren und wird vor allem entjudet werden. Es wird aber auch den charakteristischen Anblick eines noch vorherrschenden polnischen Lebens verlieren; denn mit den Juden werden auch die Polen dieses Gebiet verlassen. Der Führer ist entschlossen, aus diesem Gebiet im Laufe von 15 bis 20 Jahren ein rein deutsches Land zu machen."

Gouverneur Fischer berichtet, daß die Ghettobildung in Warschau sich gut bewährt habe. "Zinsen und Abgaben würden regelmäßig bezahlt. Zur Zeit würden 25.000 Juden in die Meliorationsarbeit gebracht und täglich ungefähr 15.000 Juden in Betrieben beschäftigt. Der Distrikt Lublin habe 25.000 Juden für Meliorationsarbeiten angefordert. Wenn sich die Entwicklung weiter so vollziehe, brauche man mit besonderen Schwierigkeiten im Ghetto nicht zu rechnen, um so weniger, da die Versorgung auch sichergestellt sei."

Gouverneur Zörner berichtet, daß aus Lublin innerhalb von drei Tagen 10.000 Juden "evakuiert" worden seien. In die freigemachten Wohnungen würden nun Polen einquartiert, deren bisherige Wohnviertel  der Wehrmacht zur Verfügung gestellt würden. "In den Kreisstädten von besonderer Bedeutung seien ebenfalls die Judenviertel freigemacht worden, und man sei im Begriff, die ausgesiedelten Juden zu konzentrieren. Alles vollziehe sich mit größter Schnelligkeit nach einem bestimmten Plan." (Präg, S. 335-338; IMT, PS-2233)

26.03.1941

Generalgouvernement

Ansprache Franks vor den Leitern des Arbeitsbereichs Generalgouvernement der NSDAP in Krakau.

"Es muß unser Ziel sein, daß wir dieses Land völlig dem deutschen Volkstum erobern. Das wird in einigen Jahrzehnten sicherlich der Fall sein, vielleicht gelingt es schon früher. Es wird vor allem so sein, daß, wie der Führer das letzte Mal beim Essen sagte, der Generalgouverneur die Absicht habe, aus dem GG den arischsten Gau des deutschen Reiches zu machen. Ich erwiderte dem Führer: 'Ich nehme Sie beim Wort, das ist auch unsere Absicht; wir sind durch die Juden am tiefsten gesunken, wir wollen ohne sie am höchsten steigen. Der Führer hat mir versprochen, daß das GG in absehbarer Zeit von Juden völlig befreit sein werde. Außerdem ist klar entschieden, daß das GG in Zukunft ein deutscher Lebensbereich sein wird. Wo heute 12 Millionen Polen wohnen, sollen einmal 4 bis 5 Millionen Deutsche wohnen. Das GG muß ein so deutsches Land werden wie das Rheinland." (Präg, S. 338-339)

27.03.1941

Verordnung über "entjudete" Gewerbebetriebe

Wer einen jüdischen Gewerbebetrieb übernommen hat und dafür den Namen eines früheren jüdischen Inhabers oder Gesellschafters führt, ist verpflichtet, den Namen des Juden binnen vier Monaten nach Inkrafttreten dieser Verordnung aus der Firma des übernommenen Geschäfts zu entfernen und eine neue Firma zu bilden. (Walk, S. 338)

Rumänien

Ein Gesetz erlaubt die Beschlagnahme der Wohnungen, Häuser und städtischen Grundstücke von Juden. Rund 41.000 Wohnungen und Häuser werden konfisziert.

29.03.1941

Frankreich

Auf deutsches Drängen wird ein "Generalkommissariat für Judenfragen" eingerichtet, dessen Chef Xaver Vallat wird. Das Amt soll die Arbeit der Treuhänder und der jüdischen Organisationen überwachen sowie weitere antijüdische Gesetze vorbereiten.

30.03.1941

Hitler charakterisiert  vor Kommandeuren und Stabschefs der bevorstehenden Krieg gegen die UdSSR als "Kampf zweier Weltanschauungen gegeneinander". Der Bolschewismus sei "soziales Verbrechertum", eine "ungeheure Gefahr für die Zukunft. (...) Wir müssen vom Standpunkt des soldatischen Kameradentums abrücken. (...) Es handelt sich um einen Vernichtungskampf. Wenn wir es nicht so auffassen, dann werden wir zwar den Feind schlagen, aber in 30 Jahren wird uns wieder der kommunistische Feind gegenüberstehen."

"Kampf gegen Rußland: Vernichtung der bolschewistischen Kommissare und der kommunistischen Intelligenz. Die neuen Staaten müssen sozialistische Staaten sein, aber ohne eigene Intelligenz. Es muß verhindert werden, daß eine neue Intelligenz sich bildet. Hier genügt eine primitive sozialistische Intelligenz. Der Kampf muß geführt werden gegen das Gift der Zersetzung. Das ist keine Frage der Kriegsgerichte. Die Führer der Truppe müssen wissen, worum es geht. (...) Kommissare und GPU-Leute sind Verbrecher und müssen als solche behandelt werden." (Domarus, S. 1681-1682)

31.03.1941

Generalgouvernement

Die Errichtung eines Ghettos in Kielce wird angeordnet.

In der Stadt lebten vor dem Krieg schätzungsweise 24.000 jüdische Menschen. Ihre Zahl stieg dadurch an, daß mehrere tausend Juden aus benachbarten Kleinstädten und aus dem Wartheland nach Kielce deportiert wurden.

Ende März 1941

Niederlande

In Amsterdam wird eine "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" eingerichtet. Zweck ist die systematische Erfassung aller Juden zur Vorbereitung der "kommenden endgültigen Lösung der Judenfrage in ganz Europa".

WELTKRIEGSEREIGNISSE

25.03.1941

Jugoslawien erklärt seinen Beitritt zur "Achse", nachdem Deutschland auf seine Forderung, Truppentransporte durch Jugoslawien führen zu können, verzichtet hat.

27.03.1941

Jugoslawien

Als Reaktion auf die Beitrittserklärung zur "Achse" findet in Belgrad ein Staatsstreich statt. Eine neue Regierung unter General Simowitsch wird gebildet; der bisherige Regent Prinz Paul geht ins Exil.

Besprechung Hitlers mit Göring und den führenden Militärs. Hitler teilt seine Entscheidung mit, "Jugoslawien militärisch und als Staatsgebilde zu zerschlagen". Italien, Ungarn und Bulgarien werden zur Mitwirkung aufgefordert. Hitler unterzeichnet die "Weisung Nr. 25", die einen Blitzfeldzug gegen Jugoslawien in Verbindung mit dem schon länger geplanten Angriff auf Griechenland vorsieht. Das erfordert eine Verschiebung des Angriffs auf die UdSSR um etwa vier Wochen.