CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.02.1943

Norwegen

Per Schiff werden 158 Juden - 71 Frauen, 62 Männer, 25 Kinder - über Stettin und Berlin nach Auschwitz transportiert, wo sie in der Nacht auf den 3. März ankommen.

Goebbels Tagebuch

"Nachmittags schreibe ich einen neuen Artikel, wiederum über die bolschewistische Gefahr und die Tarnungs- und Vernebelungsversuche, die die Juden bezüglich dieser europäischen Bedrohung unternehmen. Ich werde jetzt unentwegt in der antibolschewistischen Propaganda fortfahren, auch wenn die Lage an der Ostfront sich endgültig stabilisiert. Der Antibolschewismus ist augenblicklich das beste propagandistische Thema, das wir besitzen." (Fröhlich II, Bd. 7, S. 408)

25.02.1943

Griechenland

Juden wird mit sofortiger Wirkung die Mitgliedschaft in allen Organisationen, Körperschaften usw. untersagt. Das SD-Kommando rekrutiert einen nur ihm verantwortlichen "Jüdischen Ordnungsdienst" mit etwa 250 Mann, der die Zwangsumsiedlung in die neugeschaffenen Ghettobezirke zu überwachen hat. In Saloniki wird in den ersten Märztagen ein abgeriegeltes Ghetto errichtet.

Niederlande/Auschwitz

Aus Westerbork werden 1.101 Juden - 688 Frauen und Mädchen, 413 Männer und Jungen - nach Auschwitz eingeliefert. Nur 57 Männer und 30 Frauen werden in das Lager eingewiesen, während mehr als 1.000 Menschen unmittelbar in die Gaskammern geschickt werden. (Czech, S. 422)

Aus Wien werden etwa 70 Menschen nach Theresienstadt abtransportiert.

Italien

Der deutsche Außenminister Ribbentrop besucht Mussolini. Er drängt ihn, seine Armeeführer zu veranlassen, ihren Schutz für die Juden in Kroatien und die Unterstützung der serbischen Tschetniks einzustellen.

26.02.1943

Auschwitz

Der erste Transport mit Zigeunern aus dem Deutschen Reich - Männer, Frauen und Kinder - kommt in Auschwitz an. Sie werden in einem noch nicht fertiggestellten Lager in Birkenau untergebracht, das den Namen Zigeunerlager BIIe erhält.
Ein zweiter Transport trifft am 1. März ein; es entsteht das sog. Familienlager. (Czech, S. 423 und 426)

"Deutschblütige" Hausangestellte oder Putzfrauen dürfen generell nicht mehr in jüdischen Haushalten und in denen von Mischlingen ersten Grades beschäftigt werden. Das gilt auch für "Mischehen". (Walk, S. 395)

27.02.1943

Berlin: "Fabrikaktion"

Beginn der Deportation der jüdischen Rüstungsarbeiter aus Berlin nach Auschwitz. (Die später von Überlebenden so genannte Fabrikaktion, von der Gestapo als "Großaktion Juden" bezeichnet.) Da sie in "kriegswichtigen" Fabriken arbeiteten, waren sie bis dahin von der Deportation zurückgestellt worden.

Gestapo und SS riegeln am Morgen des 27. Februar rund 100 Betriebe ab und nehmen die jüdischen Arbeiter fest. Andere werden aus ihren Wohnungen geholt oder aufgrund des Judensterns auf der Straße verhaftet. Im Verlauf einer Woche werden etwa 7.000 Menschen in fünf Berliner Durchgangslager gebracht und von dort nach Auschwitz, einige auch nach Theresienstadt, abtransportiert. Etwa zwei Drittel der Deportierten werden gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz in die Gaskammern geschickt. Etwa 4000 Menschen können sich der Festnahme entziehen und mit Hilfe von Mitbürgern in Berlin untertauchen.

Berlin: "Rosenstraßen-Protest"

Vor dem Sammellager Rosenstraße beginnen am 27. Februar Proteste "arischer" Frauen gegen die Festnahme ihrer jüdischen Männer, die auch in den nächsten Tagen andauern und schließlich zur Freilassung der dort internierten Festgenommen führen (Rosenstraße-Protest) Ähnliche Proteste gibt es am 5. März vor dem Sammellager in der Großen Hamburger Straße.

Auschwitz

Aus Berlin werden 913 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. 106 Frauen und 156 Männer werden als Häftlinge registriert; die anderen 651 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 424)

Bulgarien

Der deutsche Gesandte Beckerle an das Auswärtige Amt. (Betr.  Anfrage wg. Ausreise jüdischer Kinder nach Palästina.)

Ministerpräsident Filoff habe nur widerstrebend zugestimmt, sich entsprechend den deutschen "Vorschlägen" zu verhalten, d.h. die Ausreise nicht zuzulassen. Er, Beckerle, habe den Eindruck gewonnen, daß sich die bulgarische Regierung gegenüber der Anfrage nicht klar ablehnend verhalten hat, "um das Odium einer inhumanen Handlungsweise nicht auf sich zu nehmen".
Möglicherweise werde die bulgarische Regierung, wie man ihm gegenüber angedeutet habe, aus propagandistischen Gründen der Ausreise der Kinder offiziell zustimmen, die Durchführung aber durch Vorgeben technischer Schwierigkeiten verhindern. (ADAP, Serie E, Bd. V, Nr. 159)

28.02.1943

Auschwitz

Nach einer "Selektion" im Frauenlager Birkenau werden etwa 1.000 jüdische Gefangene in die Gaskammern geschickt.

Insgesamt starben im Februar 1943 im Frauenlager Birkenau 3.049 weibliche Häftlinge, darunter 1.690, die "selektiert" und in den Gaskammern getötet wurden. Diese Zahl enthält nicht die Deportierten, die gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet wurden. (Czech, S. 425)