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09.06.1944
Generalgouvernement
Rede Generalgouverneur Franks vor Lehrgangsteilnehmern in Krakau.
"Für die Bekämpfung der Juden war es unerläßlich, daß wir Polen bekamen; denn hier in Polen lebte ja die natürliche Fruchtbarkeit des jüdischen Volkes, sie bestand ja sonst nirgendwo mehr. Seit der Ausrottung der Juden in Polen ist es, rein blutsmäßig gesehen, mit der jüdischen Zukunft vollkommen vorbei; denn nur hier gab es Juden, die Kinder hatten." (Präg, S. 868-869)
Das amerikanische Außenministerium informiert die UdSSR über den "Eichmann-Vorschlag"
. Am 19. Juni antwortet die sowjetische Regierung, es sei sowohl unzulässig wie unzweckmäßig, sich überhaupt auf Gespräche mit der deutschen Regierung einzulassen. (Bauer, Freikauf, S. 284)
Griechenland
1.795 der rund 2.000 Juden Korfus werden festgenommen und in die Hauptstadt der Insel gebracht. Von dort werden sie zusammen mit den letzten Juden aus dem KL Chaidari - die bei mehreren Razzien im Großraum Athen festgenommen wurden - nach Auschwitz abtransportiert. (Benz, Dimension, S. 266)
14.06.1944
Brand wird von den britischen Behörden aus Aleppo (Syrien) nach Kairo gebracht.
Shertok, der am 11. Juni mit Brand in Aleppo sprechen durfte, leitet nach seiner Rückkehr nach Palästina eine Sondersitzung der Leitung der Jewish Agency. Es überwiegt die Ansicht, Shertok solle nach London reisen, um sich dafür einzusetzen, daß irgendwelche offiziell neutrale, tatsächlich aber pro-alliierte Organisationen auf neutralem Boden mit den Deutschen über das "Eichmann-Angebot"
verhandeln. (Bauer, Freikauf, S. 290)
Ungarn
Aufgrund eines "Angebots"
von Eichmann, 30.000 ungarische Juden in Österreich "auf Eis zu legen"
, kommt gegen zugesagte Zahlung von fünf Millionen Schweizer Franken ein Abkommen zwischen Eichmann und Vertretern der Budapester Juden zustande.
In der Folge wurden in der zweiten Juni-Hälfte 1944 fast 21.000 Juden aus den südlichen Teilen Ungarns in das nahe Wien gelegene Lager Strasshof deportiert. Sie wurden in industriellen und landwirtschaftlichen Betrieben eingesetzt. Die meisten überlebten den Krieg. Das "Angebot"
war mit Billigung des RSHA gemacht worden, das damit zugleich den Wunsch des Bürgermeisters von Wien, Blaschke, nach Zwangsarbeitern erfüllte. (EdH, S. 1375)
15.06.1944
Ungarn
Telegramm Veesenmayers an Ribbentrop.
Es wurden bisher 340.000 Juden aus Ungarn deportiert. Diese Zahl werde bis Ende Juli verdoppelt werden und werde am Ende bei 900.000 liegen. (Braham, Destruction I, Nr. 178)
Bericht Hagemeyers über die Vorbereitungen für einen internationalen Antisemitismus-Kongreß.
Rosenberg habe von Hitler den Auftrag erhalten, einen antijüdischen Kongreß durchzuführen. Termin sei auf den 11. Juli festgelegt worden; als Ort sei Krakau vorgesehen. Die im Anschluß an den Kongreß vorgesehene Bildung internationaler Arbeitsgemeinschaften zur Erforschung und Bekämpfung des Judentums sei bereits eingeleitet worden.
"Es erscheint notwendig, daß die durch die Feindpropaganda erzeugte Stimmung, der Nationalsozialismus befinde sich allgemein im Rückzug, durch diesen großen antijüdischen Kongreß widerlegt wird. Die Invasionsarmee kämpft nicht gegen ein barbarisches Deutschland der Judenvernichtung, sondern für das Weltjudentum! Welche augenblickliche Propaganda deutscherseits stellt dies gebührend heraus? Eine Aufgabe des Planes, bzw. ein Hinausschieben dieses internationalen Kongresses auf unbestimmte Zeit würde, nachdem halb Europa für diesen Plan bereits gewonnen ist, die gegen uns geführte Propaganda unterstützen und stärken." (IMT, PS-1752)