CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.04.1942

Slowakien/Auschwitz

442 slowakische Juden und 558 Jüdinnen werden in das KL Auschwitz eingeliefert. (Czech, S. 202)

26.04.1942

Aus Württemberg und Baden werden 286 Juden in das Vernichtungslager Belzec deportiert.

Rede Hitlers im Reichstag

"Es handelt sich (...) in diesem Krieg politisch gesehen gar nicht mehr um die Interessen einzelner Völker, sondern es handelt sich um eine Auseinandersetzung zwischen Nationen, die für ihre Angehörigen das Leben auf dieser Welt sicherstellen wollen, und Völkern, die zu willenlosen Werkzeugen eines internationalen Weltparasiten geworden sind. Das tatsächliche Wirken dieser jüdisch-internationalen Kriegshetze aber haben die deutschen und verbündeten Solaten in jenem Lande am besten kennengelernt, da das Judentum seine ausschließliche Diktatur ausübt und das es als das staatliche Weltidol einer kommenden Menschheit predigen läßt und dem minderwertige Subjekte anderer Völker, genauso wie einst bei uns, in unverständlicher Hörigkeit verfallen sind." (...)

"Mit der steigenden Erkenntnis des Juden als des parasitären Erregers dieser Krankheiten (d.h. sämtlicher gesellschaftlicher Probleme und Krisen) wurde nun in den letzten Jahren fast Staat um Staat in Europa zur Stellungnahme in dieser Schicksalsfrage der Völker gezwungen. Aus dem Selbsterhaltungstrieb heraus mußten sie jene Maßnahmen treffen, die geeignet waren, die eigenen Völker vor dieser internationalen Vergiftung endgültig in Schutz zu nehmen. (...)

Diesem Prozeß der, wie Mommsen sagt, von den Juden betriebenen Dekomposition von Völkern und Staaten hat nun das junge erwachende Europa den Krieg angesagt. Mit ihm haben sich stolze und ehrbewußte Völker auch in anderen Weltteilen verbunden, und zu ihnen werden Hunderte von Millionen Menschen noch stoßen, Unterjochter, die (...) eines Tages die Ketten zerbrechen werden. (...)

Wir Deutschen haben in diesem Ringen um Sein oder Nichtsein nur alles zu gewinnen. Denn der Verlust dieses Krieges würde ohnehin unser Ende sein. Die innerasiatische Barbarei würde über Europa kommen wie zu Zeiten der Hunnen oder Mongolenstürme." (AdG, S. 5473ff; Domarus, S. 1866ff)

27.04.1942

Transport aus Wien mit rund 1.000 jüdischen Menschen nach Wlodawa/Sobibor.

Rund 2.100 westfälische Juden werden von Dortmund aus nach Zamosc bei Lublin deportiert.

Wetzel, Rassenreferent im Ministerium für die besetzten Ostgebiete, legt seine "Stellungnahme und Gedanken zum Generalplan Ost des Reichsführers SS" vor.

Zehn Millionen Deutsche, "Volksdeutsche" aus Osteuropa und Menschen aus den "germanischen" Staaten wie den Niederlanden, Dänemark und Norwegen sollen zur Kolonisierung und "Germanisierung" der eroberten Ostgebiete eingesetzt werden. Die Bevölkerung dieser Gebiete wurde von den Verfassern des "Generalplan Ost" zunächst mit 45-50 Millionen Menschen, darunter fünf Millionen Juden, veranschlagt. Mehr als 30 Millionen dieser einheimischen Bevölkerung sollten "nach Osten evakuiert" werden, was sowohl Zwangsumsiedlung und Vertreibung wie auch systematische Ermordung bedeuten konnte. Von den Polen sollten 80-85 Prozent, d.h. nahezu 20 Millionen Menschen, von der Bevölkerung der Westukraine 65 Prozent und von der weißrussischen Bevölkerung 75 Prozent "ausgesiedelt" werden. (Madajczyk, S. 88)

Wetzel legte in seiner Stellungnahme dar, daß die Zahl der Einheimischen und folglich auch die der "Auszusiedelnden" zu niedrig angesetzt sei. Er nahm die Gesamtbevölkerung mit 65 statt mit 45 Mio. an.

Tagebuchaufzeichnung von Goebbels über ein Gespräch mit Hitler am Vortag

"Ich spreche mit dem Führer noch einmal ausführlich die Judenfrage durch. Sein Standpunkt diesem Problem gegenüber ist unerbittlich. Er will die Juden absolut aus Europa herausdrängen. Das ist auch richtig so. Die Juden haben unserem Erdteil soviel Leid zugefügt, daß die härteste Strafe, die man über sie verhängen kann, immer noch zu milde ist. Himmler betreibt augenblicklich die große Umsiedlung der Juden aus den deutschen Städten nach den östlichen Ghettos. Ich habe veranlaßt, daß hier in großem Umfange Filmaufnahmen gemacht werden. Das Material werden wir für die spätere Erziehung unseres Volkes dringend brauchen." (Fröhlich, II.4, S. 184)

29.04.1942

Niederlande

Die Einführung der Kennzeichnungspflicht durch den "Judenstern" wird angeordnet; sie tritt am 3. Mai in Kraft.

Slowakien/Auschwitz

423 slowakische Juden und 300 jüdische Frauen werden nach Auschwitz eingeliefert. (Czech, S. 204)

Runderlaß des Reichsfinanzministers

Ruhegehaltsansprüche der abgeschobenen Juden sind erloschen. Ansprüche abgeschobener Juden aus einem privatrechtlichen Dienstverhältnis sollen, als dem Reich verfallen, von diesem gegenüber den Schuldnern geltend gemacht werden. (Walk, S. 371)

30.04.1942

RK Ukraine

Allen Juden von Pinsk (Weißrußland) wird befohlen,  innerhalb eines Tages in das Ghetto umzuziehen. In das in einem Armenviertel gelegene kleine Gebiet werden 20.000 Menschen gesperrt.

RK Ostland

1.200 Menschen aus dem Ghetto von Djatlowo (Weißrußland) werden von den Deutschen ermordet.

Bericht des Chefs des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes, Pohl, an Himmler.

  • "1.) Bei Kriegsausbruch waren folgende Konzentrationslager vorhanden:
    a) Dachau mit 4.000, heute mit 8.000 Häftlinge. b) Sachsenhausen     mit 6.500, heute mit 10.000 Häftlingen. c) Buchenwald mit 5.300, heute mit 9.000 Häftlingen. d) Mauthausen     mit 1.500, heute mit 5.500 Häftlingen. e) Flossenbürg mit 1.600, heute mit 4.700 Häftlingen. f) Ravensbrück    mit 2.500, heute mit 7.500 Häftlingen."
        
  • 2.) In den Jahren 1940-1942 wurden neun weitere Lager errichtet, und zwar: a) Auschwitz; b) Neuengamme; c) Gusen; d) Natzweiler; e) Gross-Rosen; f) Lublin (Majdanek); g) Niederhagen; h) Stutthof; i) Arbeitsdorf. (...)
  • "4.) In den letzten Wochen sind vom Reichssicherheitshauptamt und vom Kommando der Waffen-SS für von diesen Dienststellen geplante Lager in Riga, Kiew und Bobruisk SS-Führer angefordert worden.
    Ich halte es für richtig, wenn solche Pläne an das SS-Wirtschafts-Verwaltungshauptamt herangetragen werden, damit sie einheitlich von einer Stelle für SS und Polizei geplant und durchgeführt werden. Sonst kann leicht ein Nebeneinander und daraus ein Durcheinander entstehen.
  • II. 1.) Der Krieg hat eine sichtbare Strukturänderung der Konzentrationslager gebracht und ihre Aufgaben hinsichtlich des Häftlingseinsatzes grundlegend geändert. Die Verwahrung von Häftlingen nur aus Sicherheits-, erzieherischen oder vorbeugenden Gründen allein steht nicht mehr im Vordergrund. Das Schwergewicht hat sich nach der wirtschaftlichen Seite hin verlagert. Die Mobilisierung aller Häftlingsarbeitskräfte zunächst für Kriegsaufgaben (Rüstungssteigerung) und später für Friedensbauaufgaben schiebt sich immer mehr in den Vordergrund.

Aus dieser Erkenntnis ergeben sich notwendige Maßnahmen, welche eine allmähliche Überführung der Konzentrationslager aus ihrer früheren einseitigen politischen Form in eine den wirtschaftlichen Aufgaben entsprechende Organisation erfordern.
Ich habe deshalb alle Führer der früheren Inspektion der Konzentrationslager, alle Lagerkommandanten und alle Werkleiter am 23. und 24.4.1942 versammelt und ihnen persönlich die neue Entwicklung dargelegt."

Aus der Anlage zum Bericht: "Der Lagerkommandant allein ist verantwortlich für den Einsatz der Arbeitskräfte. Dieser Einsatz muß im wahren Sinn des Wortes erschöpfend sein, um ein Höchstmaß an Leistung zu erreichen. Die Zuteilung von Arbeiten erfolgt nur zentral durch den Chef der Amtsgruppe D. Die Lagerkommandanten selbst dürfen eigenmächtig keine Arbeiten von dritter Seite annehmen, noch Verhandlungen hierüber führen."

"Die Arbeitszeit ist an keine festen Grenzen gebunden"; sie wird allein vom Lagerleiter festgesetzt. "Alle Umstände, welche die Arbeitszeit verkürzen können (Mahlzeiten, Appelle u.a.) sind daher auf ein nicht mehr zu verdichtendes Mindestmaß zu beschränken. Zeitraubende Anmärsche und Mittagspausen nur zu Essenszwecken sind verboten."

"Die Bewachung ist aus der hergebrachten starren Form zu lösen und mit Rücksicht auf spätere Friedensaufgaben allmählich beweglich zu gestalten. Reitende Posten, Einsatz von Wachhunden, fahrbare Wachtürme und bewegliche Hindernisse sind zu entwickeln." (IMT, R-129)

Ende April oder Anfang Mai 1942

Generalgouvernement

Beginn der Massenmorde in den Gaskammern des Vernichtungslager Sobibor, östlich von Lublin.

Bis Ende Juli 1942 wurden dort 90.-100.000 jüdische Menschen ermordet, überwiegend aus dem Distrikt Lublin, aber auch etwa 10.000 aus dem Deutschen Reich. Wegen Reparaturen an der Eisenbahnlinie fanden im August und September 1942 keine Transporte nach Sobibor statt. (EdH, S. 1332-1333)