CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.12.1942

Der Beauftragte für die Erfassung von Schrott und Metallen hat die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland angewiesen, von jüdischen Friedhöfen alles Metall (einschließlich von Grabstätten, Zäunen, Toren usw.) zu entfernen und den Behörden zu übergeben. (Walk, S. 394)

28.12.1942

Auschwitz

Prof. Dr. Clauberg beginnt in einer Baracke des Häftlingskrankenbaus im Frauenlager Birkenau mit seinen Sterilisationsexperimenten an weiblichen Häftlingen. (Czech, S. 366)

Schreiben des Chefs der Amtsgruppe D im SS-Wirtschaftsamt (WVHA), Glücks, an die SS-Lagerärzte der Konzentrationslager.

"In der Anlage wird eine Aufstellung über die laufenden Zu- und Abgänge in sämtlichen Konzentrationslagern zur Kenntnisnahme übersandt. Aus derselben geht hervor, daß von 136.000 Zugängen rund 70.000 durch Tod ausgefallen sind. Mit einer derartig hohen Todesziffer kann niemals die Zahl der Häftlinge auf die Höhe gebracht werden, wie es der Reichsführer SS befohlen hat. Die Ersten Lagerärzte haben sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzusetzen, daß die Sterblichkeitsziffer in den einzelnen Lagern wesentlich herabgeht. Nicht derjenige ist der beste Arzt in einem Konzentrationslager, der glaubt, daß er durch unangebrachte Härte auffallen muß, sondern derjenige, der die Arbeitsfähigkeit durch Überwachung und Austausch an den einzelnen Arbeitsstellen möglichst hoch hält.Die Lagerärzte haben mehr als bisher die Ernährung der Häftlinge zu überwachen und in Übereinstimmung mit den Verwaltungen den Lagerkommandanten Verbesserungsvorschläge einzureichen. Diese dürfen jedoch nicht nur auf dem Papier stehen, sondern sind von den Lagerärzten regelmäßig nachzukontrollieren. Ferner haben sich die Lagerärzte darum zu kümmern, daß die Arbeitsbedingungen auf den einzelnen Arbeitsplätzen nach Möglichkeit verbessert werden." (Czech, S. 366-367)

31.12.1942

Schreiben des Gestapo-Chefs Müller an den Chef des SS-Wirtschaftsamts (WHVA), Pohl.

Übersicht über die Zuführung von Häftling zur Verstärkung des Arbeitseinsatzes in Rüstungsbetrieben. "Ich möchte aber in diesem Zusammenhang noch darauf hinweisen, daß infolge der zahlreichen Todesfälle in den KL trotz der in letzter Zeit in verstärktem Maße verfügten Einweisungen eine Erhöhung des Häftlingsgesamtbestandes nicht zu erreichen war, und daß bei anhaltender bzw. sogar ansteigender Sterblichkeit eine Besserung selbst bei erhöhten Einweisungen voraussichtlich nicht zu erreichen ist." (IMT, NO-1523)

Bericht Krumeys (Leiter der "Umwandererzentrale") über die  Aussiedlung der polnischen Bevölkerung aus dem Gebiet von Zamosc. (s. 13.12.42)

Nur 1.310 "ausgesiedelte" Polen seien nach Berlin transportiert worden. Das reiche für die beabsichtigte Ersetzung der weit grösseren Zahl jüdischer Rüstungsarbeiter nicht aus. Mit einem Transport seien 644 Polen nach Auschwitz gebracht worden; dort seien die Jugendlichen durch Phenolspritzen ins Herz ermordet worden. Von 33.832 Bewohnern aus 60 "evakuierten" Dörfern seien den Deutschen nur 9.971 Personen in die Hände gefallen. "Der Rest hat sich der Aussiedlung durch Flucht entzogen. (...) Die Ursache der Massenflucht liegt vor allem in der Ungewißheit über das der Aussiedlung folgende Schicksal. Die Polenpropaganda sagt allen Polen ein gleiches Schicksal wie das der Juden voraus."

"Um die Aussonderung des unerwünschten Blutes und der Asozialen restlos zu erreichen, wäre zu erwägen, ob nicht auch die Kinder mit den Eltern in das Arbeitslager nach Auschwitz überführt werden sollen. In absehbarer Zeit treten die (...) Kinder der Wertungsgruppe III ("nicht eindeutschungsfähige" Polen) biologisch wieder in Erscheinung und tauchen später erneut in unliebsamer Weise auf." (Adler, S. 225-226)

Ende Dezember 1942

Im Gebiet des früheren Österreich gibt es nur noch 8.102 Juden im Sinne der Nürnberger Gesetze, zumeist in  "Mischehen" lebende Menschen. Vor dem Anschluß an das Deutsche Reich 1938 hatten in Österreich 185.000 jüdische Menschen gelebt.