CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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25.01.1942

Transport aus Dortmund mit rd. 1.350 Juden nach Riga.

Goebbels Tagebuch

"Der Führer läßt mir mitteilen, daß er eine Verminderung der Auflage des 'Stürmers' oder seine Beseitigung nicht wünsche. Diesen Entscheid finde ich sehr erfreulich. (...) Im übrigen bin auch ich der Meinung, daß man in der Judenfrage unentwegt propagandistisch weiterarbeiten muß." (Fröhlich, II.3, S. 184)

26.01.1942

Himmler an SS-Brif. Glücks, Chef der Inspektion der Konzenrationslager

"Nachdem russische Kriegsgefangene in der nächsten Zeit nicht zu erwarten sind, werde ich von den Juden und Jüdinnen, die aus Deutschland ausgewandert werden, eine große Anzahl in die Lager schicken. Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten 4 Wochen 100.000 männliche Juden und bis zu 50.000 Jüdinnen in die KL. aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufgaben und Aufträge werden in den nächsten Wochen an die Konzentrationslager herantreten." (Heiber, Himmler-Briefe, S. 101)

27.01.1942

Hitlers "Tischgespräche"

"Der Jude muß aus Europa hinaus! Am besten, sie gehen nach Rußland. Ich habe kein Mitleid mit den Juden. Sie werden immer ein Element bleiben, das die Völker gegeneinander hetzt. Sie machen es im Völkerleben genauso wie im privaten Dasein. Aus der Schweiz und aus Schweden müssen sie herausgenommen werden. Dort, wo sie wenige sind, sind sie am gefährlichsten. Fünftausend Juden sind in kurzer Zeit in allen schwedischen Stellungen. Um so leichter kann man sie herausziehen!" (Monologe, S. 241)

30.01.1942

Rede Hitlers im Berliner Sportpalast

Schuld am Krieg sei "das ewige Judentum", "das in jedem Völkerstreit, in Zwist und Hader, immer zu verdienen versteht und zu gewinnen vermag. (...) Wir sind uns dabei im klaren darüber, daß der Krieg nur damit enden kann, daß entweder die arischen Völker ausgerottet werden, oder daß das Judentum aus Europa verschwindet. Ich habe am 1. September 1939 im Deutschen Reichstag schon ausgesprochen - und ich hüte mich vor voreiligen Prophezeiungen -, daß dieser Krieg nicht so ausgehen wird, wie es sich die Juden vorstellen, nämlich daß die europäischen Völker ausgerottet werden, sondern daß das Ergebnis dieses Krieges die Vernichtung des Judentums sein wird. (...)

Und je weiter sich diese Kämpfe ausweiten, um so mehr wird sich - das mag sich das Weltjudentum gesagt sein lassen - der Antisemitismus verbreiten. Er wird Nahrung finden in jedem Gefangenenlager, in jeder Familie, die aufgeklärt wird, warum sie letzten Endes ihr Opfer zu bringen hat. Und es wird die Stunde kommen, da der böseste Weltfeind aller Zeiten wenigstens auf ein Jahrtausend seine Rolle ausgespielt haben wird." (AdG, S. 5374ff; Domarus, S. 1826ff)

31.01.1942

Erlaß des Reichssicherheitshauptamts an alle Gestapostellen

"Die in letzter Zeit in einzelnen Gebieten durchgeführte Evakuierung von Juden nach dem Osten stellen den Beginn der Endlösung der Judenfrage im Altreich, der Ostmark und im Protektorat Böhmen und Mähren dar.

Diese Evakuierungsmaßnahmen erstreckten sich zunächst auf besonders dringliche Vorhaben, so daß nur ein Teil der Staatspolizei(leit)stellen bei den abgewickelten Teilaktionen angesichts der beschränkten Aufnahmemöglichkeiten im Osten und der Transportschwierigkeiten berücksichtigt werden konnte.

Zur Zeit werden neue Aufnahmemöglichkeiten bearbeitet mit dem Ziel, weitere Kontingente von Juden (...) abzuschieben. Die genaue Planung und Vorbereitung dieser weiteren Evakuierungsaktion macht zunächst eine gewissenhafte Feststellung der noch im Reichsgebiet ansässigen Juden nach folgenden, den Richtlinien für die Evakuierung entsprechenden Gesichtspunkten erforderlich.   
Erfaßt werden können (...) alle Juden (...) abgesehen von folgenden Ausnahmen:   

  1. In deutsch-jüdischer Mischehe lebenden Juden.
  2. Juden ausländischer Staatsangehörigkeit (ausgenommen staatenlose Juden sowie Juden mit ehemals polnischer und luxemburgischer Staatsangehörigkeit).
  3. Im geschlossenen kriegswichtigen Einsatz befindliche Juden, für die eine Zustimmung zur Evakuierung seitens der zuständigen Rüstungskommandos (Rüstungsinspektionen) sowie der Landwirtschaftsämter und Arbeitsämter aus wehrwirtschaftlichen Gründen zur Zeit nicht gegeben werden kann. (Die sich daraus ergebenden vorläufigen Zurückstellungen sind jedoch im Einvernehmen mit diesen Stellen auf ein tragbares Mindestmaß zu beschränken.)
  4. Juden
    a) im Alter von über 65 Jahren,
    b) sowie Juden im Alter von 55-65 Jahren, die besonders gebrechlich und daher transportunfähig sind. Bei jüdischen Ehen, in denen ein Eheteil unter 65 Jahren und der andere über 65 Jahre alt ist, können beide Teile dann evakuiert werden, wenn der in Frage kommende Eheteil nicht älter als 67 Jahre ist und ein amtsärztliches Zeugnis für die Arbeitsfähigkeit dieses Eheteils erbracht werden kann. Weitere Ausnahmen sind auf keinen Fall zulässig. (Für die auf Grund des Alters nicht zu evakuierenden Juden ist später gesonderte Regelung vorgesehen.)
  5. Jüdische Rechtskonsulenten sind in einem entsprechenden Verhältnis zur Zahl der zunächst verbleibenden Juden zu erfassen.
  6.  Ehetrennung sowie Trennung von Kindern bis zu 14 Jahren ist zu vermeiden." (Adler, S. 188-189)