CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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Januar-Februar 1943

Generalgouvernement

Die letzten jüdischen Zwangsarbeiter, die nach der "Liquidierung" des Ghettos (9.11.42) noch in Chelm (östlich von Lublin) lebten, werden in das Vernichtungslager Sobibor abtransportiert.

Februar 1943

Griechenland

Die deutschen Besatzungbehörden führen die Kennzeichnungspflicht für die jüdische Bevölkerung ein.

Protektorat/Auschwitz

Himmler ordnet an, die Deportationen von Theresienstadt nach Auschwitz einzustellen.

Dieser Stopp blieb bis Anfang August bestehen. Am 6. August 1943 gab es wieder einen Transport mit insgesamt 4.770 Menschen, die aber nicht sofort ermordet, sondern in einem "Familienlager" untergebracht wurden. (Bauer, Freikauf, S. 184)

Auschwitz

In das im Februar fertiggestellte "Zigeuner-Familienlager" werden bis Jahresende 18.736 Sinti und Roma aus den besetzten Ländern eingeliefert. (Czech, S. 373-374)

Februar-Mai 1943

Generalgouvernement

Aus den Textilbetrieben im Warschauer Ghetto werden 5.600 jüdische Arbeiterinnen und Arbeiter mit ihren Familien in das Arbeitslager Trawniki, südöstlich von Lublin, verlegt. Ab Mai 1943 werden Juden aus Bialystok und Minsk nach Trawniki deportiert.

In Trawniki wurden insbesondere Uniformen für die Wehrmacht produziert. (EdH, S. 1425-1426)

02.02.1943

Bezirk Bialystok/Auschwitz

Ein Deportationszug mit 1.265 Juden aus dem Ghetto von Prushany, darunter 95 Kindern, kommt in Auschwitz an. Nach der "Selektion" werden 105 Frauen und 294 Männer als Häftlinge registriert; die anderen 866 Menschen werden in den Gaskammern  getötet.

Protektorat

Aus dem Ghetto Theresienstadt werden 1.001 Menschen nach Auschwitz eingeliefert. 155 Männer und 63 Frauen werden in das Lager übernommen, während die anderen 783 Menschen in die Gaskammern geschickt werden. (Czech, S. 402-403)

Generalgouvernement

Das Ghetto von Kolomyja (Ukraine) wird endgültig "liquidiert"; seine letzten - etwa 2.000 - Bewohner werden von den Deutschen ermordet.

03.02.1943

Bulgarien

Juden-Kommissar Belev weist seine Beauftragten in allen Teilen des Landes an, Listen der in ihrem Bezirk lebenden Juden zu erstellen und bis zum 9. Februar an das Kommissariat zu schicken.

04.02.1943

Niederlande/Auschwitz

Aus Westerbork werden 890 jüdische Menschen - 569 Frauen und Mädchen, 321 Männer und Jungen - nach Auschwitz eingeliefert. Nur 52 Frauen und 48 Männer bleiben zunächst als Häftlinge am Leben; die anderen 790 Menschen, unter ihnen Invaliden und Kinder, werden in den Gaskammern ermordet.

Aus Berlin werden 1.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 181 Männer und 106 Frauen werden als Häftlinge registriert; 713 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 403-404)

Aufzeichnung von Dr. Albrecht, Leiter der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes.

Wegen des Interesses der Juden in den USA und Großbritannien "für ihre Rassegenossen in Europa" schlägt Albrecht vor, Juden mit amerikanischer oder englischer Staatsangehörigkeit von den Deportationen in die Vernichtungslager auszunehmen und sie stattdessen (zu Zwecken des Austausches und der politischen Erpressung) in einem besonderen Lager zu internieren. Am 5. März 1943 gibt Polizeichef Kaltenbrunner eine Anweisung in diesem Sinn. (Adler, S. 32)

Bulgarien

Der deutsche Gesandte in Sofia, Beckerle, an das Auswärtige Amt.

Der bulgarische Ministerpräsident habe ihm von einem britischen Vorschlag berichtet, 5.000 jüdische Kinder nach Palästina einreisen zu lassen. Er habe darauf zunächst nur gesagt, "daß wir schlechte Erfahrungen damit gemacht hätten, daß Juden die Möglichkeit auszuwandern gegeben wurde, da diese dann im Ausland gegen uns eingesetzt oder von der feindlichen Propaganda ausgenutzt worden seien." (ADAP, Serie E, Bd. V, Nr. 98)

Juden-Kommissar Belev teilt Innenminister Gabrovski mit, er habe sich mit den Vertretern des RSHA darauf geeinigt, ungefähr 10.-20.000 Juden aus den besetzten Gebieten Thrakien und Makedonien zusammen mit "unerwünschten" Juden aus Altbulgarien abzutransportieren. Die bulgarischen  Juden insgesamt soll zunächst in Arbeitslagern zusammengefaßt und erst zu einem späteren Zeitpunkt deportiert werden. (Benz, Dimension, S. 287)

05.02.1943

Generalgouvernement/Auschwitz

1.000 Polen und Juden, die von den Deutschen aus der Region Zamosc "ausgesiedelt" wurden, werden nach Auschwitz eingeliefert. 301 Frauen und 282 Männer werden in das Lager eingewiesen; 417 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 404)

05.02.- 12.02.1943

Bezirk Bialystok

Deutsche "Aktion" gegen die Bevölkerung des Ghettos von Bialystok. 2.000 Menschen werden an Ort und Stelle ermordet, 10.000 werden nach Treblinka und Auschwitz deportiert.

06.02.1943

Bezirk Bialystok/Auschwitz

Aus dem Ghetto in Bialystok werden 2.000 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Nach der "Selektion" werden 85 Männer und 47 Frauen als Häftlinge registriert; die anderen 1.868 Menschen werden in den Gaskammern ermordet.

Bei einem "Selektions"-Appell im Frauenlager Birkenau werden etwa 1.000 Gefangene erschlagen oder in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 405-406)

Griechenland

Auf Anordnung des deutschen Militärbefehlshabers müssen alle in Saloniki ansässigen jüdischen Menschen, mit Ausnahme der ausländischen Staatsangehörigen, ab sofort den Stern tragen. Außerdem sollen sie in einen "besonderen Stadtteil" umziehen.

07.02.1943

Bezirk Bialystok/Auschwitz

Mit einem Transport aus dem Ghetto in Bialystok kommen 2.000 jüdische Menschen in Auschwitz an. Nur 123 Männer werden in das Lager eingewiesen, während die anderen 1.827 Menschen in den Gaskammern ermordet werden. (Czech, S. 407)

Slowakien

Innenminister Mach kündigt an, daß im März und April nach längerer Unterbrechung wieder Deportationszüge fahren sollen. Die katholischen Bischöfe reagieren darauf mit einem Protestbrief, der sich aber nur mit dem Schicksal der zum Christentum übergetretenen Juden beschäftigt. Nach einem Gespräch von Vertretern der jüdischen Gemeinschaft mit dem Botschafter des Vatikan in Bratislawa wird am 21. März in den Kirchen ein Hirtenbrief verlesen, der die Deportationen generell mit etwas allgemeinen, aber doch klaren Formulierungen verurteilt. (Bauer, Freikauf, S. 140-141)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

02.02.1943

Kapitulation der Nordgruppe der eingeschlossenen deutschen 6. Armee in Stalingrad.