CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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18.01.1940

Mitarbeiterbesprechung im Propagandaministerium

"Der Deutsche Verein für Kunstwissenschaften propagiert in einer Schrift jüdische Schriftsteller und Kunstwissenschaftler. Die Angelegenheit soll geklärt und abgestellt werden." (Boelcke I, S. 269)

19.01.1940

Generalgouvernement: Abteilungsleiter-Sitzung

Frank: "Die Gesamtsituation bringt es mit sich, ja fordert es gebieterisch, daß die Umsiedlungsaktion zunächst bis in den März hinein völlig eingestellt wird. Ich habe bei allen verantwortlichen Stellen auf die absolute Unmöglichkeit hingewiesen, das Problem der Rückführung der Polen in den eigentlichen polnischen Siedlungsraum in der bisher geplanten Form zu lösen." - Die Unterbrechung könnte man nutzen, die Methoden der Umsiedlung zu verbessern und Mißstände zu beseitigen; dann könnte die Umsiedlung im März oder April "unter weit günstigeren Bedingungen wieder einsetzen."

Polizeichef Krüger, SS: Durch die Übernahme von "Volksdeutschen" aus den baltischen Ländern seien die Dienststellen in den annektierten Gebieten gezwungen gewesen, "in sehr kurzer Zeit über 80.000 Polen und Juden aus diesen Ostgebieten des Reichs herauszuschieben und hier im Generalgouvernement unterzubringen (...). Das Unternehmen gestaltete sich in mehrfacher Hinsicht äußerst schwierig. Außer diesen 80.000 Polen und Juden, die ins GG hereinkommen sollten, wurden auf illegalem Wege weitere 30.000 Polen und Juden hereingeschoben. Wenn die Durchführung dieser Aktion einigermaßen gelang, so ist das nur der intensiven Tätigkeit aller beteiligten Stellen des GG zu verdanken. Bei allen Umsiedlungsaktionen müssen selbstverständlich in erster Linie jene Dienststellen gehört werden, die diese Menschenmassen aufnehmen und lenken müssen. Denn hier handelt es sich um eine moderne Völkerwanderung. Dies haben die Zentralstellen Berlin in Verkennung der besonderen Verhältnisse im GG leider vielfach übersehen. So kam es, daß der Abschub teilweise auf große Schwierigkeiten stieß."

Frank teilt mit, daß der "Fernplan" für die Zwangsumsiedlungen, der mit dem 15. Januar beginnen sollte, zunächst auf den 1. März zurückgestellt wurde. Nach diesem Plan sollen aus den annektierten Gebieten 600.000 Juden "zunächst" in das Generalgouvernement gebracht werden. "Vorweg" sollen nun jeweils 20.000 Menschen in die Distrikte Krakau und Radom transportiert werden. Diese Zahl soll den beiden Distrikten im weiteren Verlauf der "Umsiedlungsaktion" auf ihr Gesamtkontingent angerechnet werden.  (Präg, S. 93-97)

23.01.1940

Erlaß des Reichswirtschaftsministers

Juden erhalten keine Reichskleiderkarte. An Juden sind grundsätzlich keine Bezugsscheine für Textilien, Schuhe und Sohlenmaterial abzugeben. Die Versorgung der Juden mit Kleidung soll durch die Reichsvereinigung bzw. durch den Erwerb von bezugsscheinfreien Altwaren erfolgen. Nur in Ausnahmefällen können Juden, die körperliche Arbeit leisten, Bezugsscheine für Kleidung erhalten. (Walk, S. 316)