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22.06.1937
Rundschreiben des Auswärtigen Amtes betr. Haltung zur Frage der Gründung eines jüdischen Staates in Palästina:
Die Ereignisse hätten zu einer Revision der bisherigen Haltung geführt. Bisher sei es das Hauptziel gewesen, soviele Juden wie möglich zur Auswanderung zu veranlassen. Dafür seien devisenpolitische Opfer in Kauf genommen worden und damit die Entwicklung eines jüdischen Staates in Palästina gefördert worden. Es sei jedoch in Wahrheit für Deutschland von größerem Interesse, die Juden zerstreut zu halten. Denn auch wenn es keinen Juden mehr auf deutschem Boden geben würde, wäre für Deutschland die Judenfrage immer noch nicht gelöst. - Die deutsche Botschaft in Bagdad habe Abweisung erhalten, klarer als bisher das deutsche Interesse an den arabischen nationalen Bestrebungen zu bekunden. (ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 564)
29.06.1937
Durchführungsverordnung zum Beamtengesetz
Wer als Beamter berufen werden soll, muß seine "Deutschblütigkeit"
nachweisen. Ebenso muß er vor einer Eheschließung nachweisen, daß seine künftige Ehegattin "deutschblütig"
ist. Für den Abstammungsnachweis genügen im allgemeinen die Geburtsurkunden der Betreffenden, ihrer Eltern und der Großeltern. In Zweifelsfällen soll der Dienstvorgesetzte einen Abstammungsbescheid der Reichsstelle für Sippenforschung einholen. (RGBl I, S. 669ff)
30.06.1937
Gesetz über Maßnahmen im ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebiet
Nach Ablauf des Genfer Abkommens zum Schutz der Minderheiten wird dort mit Wirkung vom 15. Juli 1937 die gesamte antijüdische Gesetzgebung des Deutschen Reichs in Kraft treten. (RGBl I, S. 717-720)