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24.09.1942
Transport aus Wien mit rund 1.300 Menschen nach Theresienstadt.
Das Oberkommando der Wehrmacht teilt mit, daß aufgrund einer Entscheidung Hitlers Soldaten die Heiratserlaubnis mit Frauen, die früher mit einem Juden verheiratet waren, zu verweigern ist. (Walk, S. 388)
Aufzeichnung von Unterstaatssekretär Luther für Staatssekretär Weizsäcker.
Außenminister Ribbentrop habe ihn beauftragt, "die Evakuierung der Juden aus den verschiedensten Ländern Europas möglichst zu beschleunigen, da feststeht, daß die Juden überall gegen uns hetzen und für Sabotageakte und Attentate verantwortlich gemacht werden müssen."
Ribbentrop habe angeordnet, an die Regierungen Bulgariens, Ungarn und Dänemarks heranzutreten, um die Zustimmung zum Beginn der Deportationen zu erhalten. Das Vorgehen gegenüber Italien behalte sich der Außenminister selbst vor. Diese Frage solle in einem Gespräche Hitlers mit Mussolini oder zwischen Ribbentrop und seinem italienischen Kollegen Ciano besprochen werden. (ADAP, E, Bd. III, Nr. 307)
25.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Aus dem Lager Drancy werden 1.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 126 Frauen und 399 Männer werden in das Lager eingewiesen. 475 Menschen werden unmittelbar in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 308)
Verfügung des Leiters der Parteikanzlei, Bormann
Kinderbeihilfen sind zum Zwecke einer erwünschten Geburtenvermehrung bestimmt. Daher sind jüdische Mischlinge generell nicht zu Beihilfen berechtigt. Die Genehmigung hierfür ist auch in den Fällen zu versagen, in denen der Vater an der Front gekämpft hat oder gefallen ist. (Walk, S. 388)
Kroatien
Besuch des kroatischen Staatsoberhaupts Pavelic bei Hitler.
Pavelic erklärt, er habe "das Judenproblem"
in großen Teilen Kroatiens praktisch gelöst, könne aber an "Judenzentren"
wie Mostar und Ragusa (Dubrovnik) in der italienischen Zone nicht herankommen. Die Italiener führten gegenüber dem kroatischen Drängen auf "Lösung des Judenproblems"
u.a. Rücksicht auf den Vatikan und die Ehre der italienischen Armee an.
Hitler erklärt, daß diese Fragen nur durch eine direkte Aussprache zwischen ihm und Mussolini geregelt werden könnten. Er bezeichnet die Juden als "die unterirdischen Telefonkabel und Meldeköpfe der Aufstandsbewegung, deren Wirken unterbunden werden müsse"
.
Außenminister Ribbentrop weist auf die Entscheidung Mussolinis hin, die Juden der italienischen Zone auszuliefern. (s. 21.8.42) "Anscheinend sei diese aber bisher noch nicht an die Armee an Ort und Stelle gegeben worden. Scheinbar treibe die 2. Armee unter General Roatta eine eigene Politik."
(ADAP, Serie E, Bd. III, Nr. 310)
26.09.1942
Niederlande/Auschwitz
Aus Westerbork werden 928 Juden nach Auschwitz eingeliefert. Nach der "Selektion"
werden 129 Männer und 50 Frauen als Häftlinge registriert; 749 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 309)
Ein Transport mit rund 2.000 Menschen geht aus Theresienstadt nach Minsk ab.
27.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Aus Drancy kommt ein Deportationszug mit 1.004 Menschen in Auschwitz an. Etwa 175 Männer wurden bereits während der Fahrt für den Arbeitseinsatz ausgesondert. In Auschwitz werden lediglich 91 Frauen und 40 Männer als Häftlinge übernommen; rund 700 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 310)
28.09.1942
Belgien/Auschwitz
Aus dem belgischen Lager Malines kommt ein Deportationszug mit 1.742 Menschen, darunter 264 Kinder, in Auschwitz an. Nach der "Selektion"
werden 286 Männer und 58 Frauen als Häftlinge registriert; die anderen fast 1.400 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 310)
29.09.1942
Frankreich/Auschwitz
904 jüdische Menschen aus Frankreich werden nach Auschwitz eingeliefert. Etwa 100 Männer für das Arbeitslager Blechhammer wurden schon während der Fahrt ausgesondert. In Auschwitz werden 123 Männer und 48 Frauen als Häftlinge übernommen; mehr als 600 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 311)
Transport aus Theresienstadt mit rund 2.000 Menschen nach Minsk.
30.09.1942
Niederlande/Auschwitz
Aus Westerbork werden 610 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 119 Frauen und 37 Männer werden als Häftlinge übernommen; die anderen 454 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 311)
Generalgouvernement
Die Deutschen treiben in Tarnopol (Ukraine) 800 jüdische Frauen, Männer und Kinder zur Deportation in das Vernichtungslager Belzec zusammen.
Rede Hitlers bei einer Kundgebung im Berliner Sportpalast
"Ich habe am 1. September 1939 in der damaligen Reichstagssitzung zwei Dinge ausgesprochen: Erstens, daß, nachdem man uns diesen Krieg schon aufgezwungen hat, keine Macht der Waffen und auch nicht die Zeit uns jemals niederzwingen werden, und zweitens, daß, wenn das Judentum einen internationalen Weltkrieg zur Ausrottung etwa der arischen Völker Europas anzettelt, dann nicht die arischen Völker ausgerottet werden, sondern das Judentum. Die Drahtzieher des Geisteskranken im Weißen Haus haben es fertiggebracht, ein Volk nach dem anderen in den Krieg zu ziehen. Doch in dem gleichen Maße ging über Volk und Volk eine antisemitische Welle hinweg, und sie wird weiterwandern und Staat um Staat erfassen, der in diesen Krieg eintritt, jeder wird eines Tages als antisemitischer Staat daraus hervorgehen. Die Juden haben einst auch in Deutschland über meine Prophezeiungen gelacht. Ich weiß nicht, ob sie auch heute noch lachen, oder ob ihnen nicht das Lachen bereits vergangen ist. Ich kann aber auch jetzt nur versichern: Es wird ihnen das Lachen überall vergehen. Und ich werde auch mit diesen Prophezeiungen recht behalten." (Domarus, S. 1920)