CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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16.12.1943

Auschwitz

Aus Theresienstadt werden 1.510 jüdische Frauen und Mädchen sowie 981 Männer und Jungen nach Auschwitz eingeliefert. Sie werden ohne "Selektion" im sog. Theresienstadt-Familienlager in Birkenau untergebracht. Es handelt sich um ein Täuschungs- und Propagandaunternehmen der Nationalsozialisten. Die Internierten können Post verschicken und Lebensmittelpäckchen vom Roten Kreuz empfangen. (Czech, S. 680)

17.12.1943

Ostoberschlesien/Auschwitz

Aus Bendsburg/Bedzin werden 800 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 169 Frauen und 92 Männer werden als Häftlinge registriert; die anderen 539 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 682)

18.12.1943

Erlaß des RSHA

Jüdische Ehepartner von nicht mehr bestehenden Mischehen (bisher befreit vom Tragen des Judensterns), sowie Geltungsjuden sollen nach Theresienstadt geschickt werden. (Walk, S. 401)

Auschwitz

Aus dem KL Stutthof werden rund 600 jüdische Häftlinge nach Auschwitz eingeliefert und mit Ausnahme von 26 in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 684)

19.12.1943

Auschwitz

Nach einer "Selektion" im Quarantänelager B II a in Birkenau werden 338 Häftlinge in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 683)

20.12.1943

Frankreich/Auschwitz

Ankunft eines Transports mit 849 jüdischen Menschen aus Drancy in Auschwitz. 233 Männer und 112 Frauen werden in das Lager eingewiesen; die anderen 505 Menschen werden in den Gaskammern getötet.

Protektorat

Aus dem Ghetto Theresienstadt werden 2.473 Menschen - 1.336 Frauen und Mädchen, 1.137 Männer und Jungen - nach Auschwitz eingeliefert und im sog. Theresienstadt-Familienlager in Birkenau untergebracht. (Czech, S. 684)

22.12.1943

Slowakien

Aufzeichnung Veesenmayers über seine Verhandlungen mit Staatspräsident Tiso.

Die nach Einstellung der Deportationen (September 1942) in der Slowakei verbliebenen 16.-18.000 Juden sollen innerhalb der nächsten Monate "in Judenlager verbracht" werden. Tiso hat sich auf einen definitiven Termin nicht festlegen wollen, aber zugesagt, sich persönlich für die Einhaltung des von Veesenmayer vorgeschlagenen Termins, spätestens 1. April 1944, stark zu machen.

"Die Frage der in den letzten drei Jahren auf etwa 10.000 angewachsenen Zahl von getauften Juden wurde von mir aus Zweckmäßigkeitsgründen noch zurückgestellt. Jedoch erklärte mir in einer späteren Aussprache Ministerpräsident Tuka, daß er darauf bestehen werde, daß auch diese Frage jetzt schon in Angriff genommen würde. Er knüpfe daran lediglich die Bedingung, daß die getauften Juden in besondere Lager verbracht würden, damit Schwierigeiten mit der Kirche vermieden würden." (ADAP, Serie E, Bd. VII, Nr. 139)

25.12.1943

Auschwitz

Die Zahl der registrierten Gefangenen in den Lagern von Auschwitz beträgt 86.900 - 55.554 Männer und 30.346 Frauen. 19.081 Häftlinge befinden sich in den Krankenbauten und Schonungsblöcken. 8.289 Häftlinge sind im Arbeitseinsatz.

Im Monat Dezember 1943 kamen insgesamt 8.931 weibliche und 5.748 männliche Gefangene ums Leben. In diesen Zahlen sind nicht die Menschen enthalten, die gleich nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet wurden. (Czech, S. 688 und S. 691)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

24.12.1943

Beginn einer sowjetische Gegenoffensive, die am 31. Dezember zur Wiedergewinnung des vorübergehend noch einmal von der Wehrmacht besetzten Schitomirs (westlich von Kiew) führt.

Eine sowjetische Untersuchungskommission läßt die Massengräber öffnen und findet die Leichen von mehr als 9.000 Menschen, die von den Deutschen ermordet wurden. Vor dem Krieg hatten in Schitomir 30.000 Juden gelebt. Die meisten waren bereits 1941 von den Deutschen ermordet worden.