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24.01.1943
Niederlande/Auschwitz
921 jüdische Patienten, unter ihnen auch Kinder, und medizinisches Personal aus dem Psychiatrischen Krankenhaus Apeldoornse Bosch werden nach Auschwitz eingeliefert. Nur 36 Frauen und 16 Männer werden als Häftlinge registriert; die anderen 869 Menschen werden in den Gaskammern getötet.
Bezirk Bialystok
Ankunft eines Zuges mit etwa 2.000 Menschen aus dem Ghetto von Grodno in Auschwitz. 166 Männer und 60 Frauen werden ins Lager eingewiesen, während die anderen unmittelbar in den Gaskammern ermordet werden.
Protektorat
Aus Theresienstadt kommen 2.029 Menschen - 1.258 Frauen und Mädchen, 771 Männer und Jungen - in Auschwitz an. Aus diesem Transport werden 147 Männer und 80 Frauen ins Lager eingewiesen, die anderen 1.802 Menschen werden in den Gaskammern getötet.
Niederlande
Aus Westerbork werden 516 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 18 Männer und 2 Frauen werden als Häftlinge registriert; die anderen 496 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 390-391)
25.01.1943
Ungarn
Ungarische Note an die deutsche Regierung.
Die Rückkehr namentlich genannter ungarischer Juden aus Belgien, Frankreich und den Niederlanden wird verlangt. Ein Teil der Genannten, die in Belgien gelebt hatten, war bereits von den Deutschen festgenommen und deportiert worden. (Braham, Destruction I, S. XLVII)
26.01.1943
Bezirk Bialystok/Auschwitz
Aus dem Ghetto in Sokólka werden etwa 2.300 jüdische Menschen nach Auschwitz eingeliefert. 161 Männer und 32 Frauen werden als Häftlinge registriert; die anderen etwa 2.107 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 393)
27.01.1943
Protektorat/Auschwitz
Aus dem Ghetto Theresienstadt werden 993 Juden - 584 Frauen und Mädchen, 409 Männer und Jungen - nach Auschwitz eingeliefert. 212 Männer und 72 Frauen werden in das Lager eingewiesen; die anderen 709 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 394-395)
Italien/besetzte Westgebiete
Der deutsche Gesandte in Rom, von Bismarck, an das Auswärtige Amt.
Die italienische Regierung hat mitgeteilt, sie wolle die in Frankreich, Belgien und den Niederlanden lebenden Juden italienischer Staatsangehörigkeit nach Italien zurückholen. Sobald die inneritalienischen Besprechungen über das Vorgehen abgeschlossen sind, wolle sich die italienische Regierung mit den deutschen Stellen in Verbindung setzen, "um Vorschläge wegen des Hertransports der Juden, ihrer finanziellen Verhältnisse usw. zu besprechen."
(ADAP, Serie E, Bd. V, Nr. 78)
28.01.1943
Bezirk Bialystok/Auschwitz
Aus dem Ghetto in Volkovysk werden etwa 2.000 Juden nach Auschwitz eingeliefert. 280 Männer und 79 Frauen werden in das Lager übernommen; etwa 1.640 Menschen werden in den Gaskammern getötet.
Generalgouvernement
Ein Transport mit rund 2.000 Häftlingen aus Gefängnissen in Tarnów und Krakau, darunter 515 Frauen, kommt in Auschwitz an. (Czech, S. 395-396)
28.- 31.01.1943
Bezirk Bialystok
"Liquidierung"
des Ghettos Pruzhany, 100 km südöstlich von Bialystok. Drei Deportationszüge fahren nach Auschwitz. Mehr als 2.000 Menschen versuchen während der "Aktion"
zu flüchten, doch werden die meisten aufgespürt und ermordet. Ende 1942 hatten noch annähernd 10.000 Menschen im Ghetto gelebt. (EdH, S. 1171-1172)
29.01.1943
Das RSHA ordnet an, alle im Reichsgebiet und in den besetzten Gebieten lebenden Zigeuner festzunehmen und in die Konzentrationslager einzuweisen. (Czech, S. 398)
Finnland
Der deutsche Gesandte in Helsinki, Blücher, an das Auswärtige Amt.
Am 22. Januar hatte das AA die Gesandtschaft angewiesen, die finnische Regierung über geplante Maßnahmen gegen die Juden im deutschen Machtbereich zu unterrichten und ihr freizustellen, ihre jüdischen Staatsbürger bis zum 31. März zurück zu holen.
Blücher teilt mit, er habe die Anweisung ausgeführt. Der Vetreter des finnischen Außenministeriums habe die Mitteilung kommentarlos entgegen genommen. Das Schweigen der amtlichen Kreise Finnlands wie auch der finnischen Presse dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, daß die deutsche Judenpolitik vom finnischen Volk negativ aufgenommen werde. In der derzeitigen schwierigen Phase des deutsch-finnischen Verhältnisses (nach der deutschen Niederlage in Stalingrad und den allgemeinen Anzeichen für eine Kriegswende) könnten zusätzliche Belastungen sich gefährlich auswirken. (ADAP, Serie D, Bd. V, Nr. 82)
30.01.1943
Auschwitz
Ein Deportationszug aus Berlin mit 1.000 jüdischen Menschen kommt in Auschwitz an. Je 140 Frauen und Männer werden in das Lager eingewiesen, während die anderen 720 Menschen unmittelbar in die Gaskammern geschickt werden.
Bezirk Bialystok
Aus den Ghettos in Volkovysk und Pruzany werden 2.612 Juden nach Auschwitz eingeliefert. Nach der "Selektion"
werden 275 Frauen und 327 Männer als Häftlinge registriert; die anderen 2.010 Menschen, darunter 518 Kinder, werden in den Gaskammern ermordet.
Protektorat
Aus dem Ghetto Theresienstadt kommt ein Transport mit 1.000 Menschen in Auschwitz an. 122 Männer und 95 Frauen werden als Häftlinge registriert; 783 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 399)
31.01.1943
Niederlande/Auschwitz
Aus dem Lager Westerbork werden 659 jüdische Menschen - 419 Frauen und Mädchen, 240 Männer und Jungen - nach Auschwitz eingeliefert. Nur 50 Männer und 19 Frauen bleiben zunächst als Häftlinge am Leben; die anderen 590 Menschen werden unmittelbar in den Gaskammern ermordet.
Bezirk Bialystok
Aus Oranczyce werden 2.450 Juden nach Auschwitz eingeliefert; in dem Transport befinden sich 145 Kinder unter vier Jahren und 312 Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren. Nach der "Selektion"
werden 249 Männer und 32 Frauen in das Lager eingewiesen; die anderen 2.169 Menschen werden in die Gaskammern geschickt.
Mit einem weiteren Transport aus Oranczyce kommen 2.834 jüdische Menschen aus dem Ghetto in Pruzany, darunter 750 Kinder, in Auschwitz an. 180 Frauen und 313 Männer werden als Häftlinge registriert; die anderen 2.341 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 399-400)
WELTKRIEGSEREIGNISSE
14.01.- 25.01.1943
Casablanca-Konferenz der USA und Großbritanniens
Roosevelt und Churchill vereinbaren die Formel "Unconditional surrender"
: es solle Deutschland nicht gestattet werden, den Krieg anders als durch seine bedingungslose Kapitulation zu beenden.
31.01.1943
General Paulus unterzeichnet in Stalingrad die Kapitulation seiner Truppen.