CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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24.06.1940

Schreiben Heydrichs an Außenminister Ribbentrop

Falls das Auswärtige Amt Besprechungen plane, die sich mit der "Endlösung der Judenfrage" befassen, bitte er, ihn zu beteiligen.

"Seit Übernahme der Aufgabe durch meine Dienststelle am 1. Januar 1939 sind bisher insgesamt über 300.000 Juden aus dem Reichsgebiet ausgewandert. Das Gesamtproblem - es handelt sich bereits um rund 3 1/4 Millionen Juden in den heute deutscher Hoheitsgewalt unterstehenden Gebieten - kann aber durch Auswanderung nicht mehr gelöst werden. Eine territoriale Endlösung wird daher notwendig." (Adler, S. 71)

27.06.1940

Generalgouvernement

Wirtschaftsbesprechung.

Ministerialdirigent Dr. Emmerich legt die Grundsätze der von ihm beabsichtigten Wirtschaftspolitik dar:

"Voraussetzung einer gedeihlichen wirtschaftlichen Tätigkeit sei eine grundlegende Änderung in der gesamten wirtschaftlichen Struktur. Zunächst müsse im jüdischen Sektor eine bedeutende Rationalisierung Platz greifen. An Stelle der vielen Kleinexistenzen müßten lebensfähige Mittelexistenzen geschaffen werden. Durch die Zusammenpressung des jüdischen Sektors ergebe sich dann für den polnischen Sektor die Möglichkeit des Nachrückens (...). Durch das Nachrücken der Polen würden die Schlüsselstellungen frei, in die dann die Deutschen einrücken müßten. Selbstverständlich müsse diese kommerzielle Wanderung entsprechend organisiert werden, damit sie nicht zügellos vor sich gehe. Die Vorarbeiten hierfür seien von der Abteilung Wirtschaft bereits in Angriff genommen."

Generalgouverneur Frank erklärt, die von Emmerich vorgetragenen Gesichtspunkte entsprächen ganz seinen Absichten. (Präg, S. 244)

 

28.06.1940

Die Sowjetunion zwingt durch politischen Druck die rumänische Regierung zur Abtretung Bessarabiens und der Nordbukowina. Beim Abzug der rumänischen Soldaten aus diesen Gebieten begehen sie zahlreiche Gewalttaten gegen die jüdische Bevölkerung. Hunderte von Juden werden in Dörfern auf beiden Seiten der neuen Grenze ermordet; mehrere tausend Juden fliehen vor den Pogromen in das jetzt sowjetische Bessarabien.