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01.09.1942
Niederlande/Auschwitz
Aus dem Lager Westerbork werden 560 Juden nach Auschwitz eingeliefert; keiner von ihnen wird als Häftling registriert. Die arbeitsfähigen Männer aus dem Transport wurden wahrscheinlich schon unterwegs für den Arbeitseinsatz ausgesondert. (Czech, S. 292)
Wartheland
700 Kranke und Kinder werden aus den Krankenhäusern und Heimen des Ghettos von Lodz in das Vernichtungslager Chelmno abtransportiert. (Lodz, S. 280)
Anordnung des Reichsinnenministers
Der Nachlaß verstorbener KZ-Häftlinge ist zu Gunsten des Reiches einzuziehen. (Walk, S. 386)
02.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Ein Deportationszug aus Drancy mit 1.000 Menschen kommt in Auschwitz an. Eine erste "Selektion" hatte wahrscheinlich schon unterwegs stattgefunden. Von den in Auschwitz Ankommenden werden nur 27 Frauen und 12 Männer als Häftlinge übernommen. Vermutlich wurden alle anderen unmittelbar in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 293)
Generalgouvernement
Nach Massenfestnahmen im Lubliner Ghetto werden 2.000 Menschen ins Vernichtungslager Majdanek abtransportiert.
Italien/Nordafrika
Italienische Note an das Auswärtige Amt.
Die kürzlich in Französisch-Nordafrika verfügte Anwendung der Rassengesetze, besonders auf wirtschaftlichem und vermögensrechtlichen Gebiet, beeinträchtige die politischen und wirtschaftlichen Interessen Italiens besonders in Tunesien.
Dort seien ungefähr 5.000 italienische Staatsangehörige "jüdischer Rasse"
ansässig, unter denen sich zahlreiche Besitzer von Unternehmen befinden, die aufgrund der Rassengesetze enteignet werden sollen. Das komme langjährigen französischen Intentionen in diesem Gebiet entgegen.
Die italienische Regierung steht auf dem Standpunkt, daß die antijüdischen Bestimmungen und Maßnahmen nicht gegen ihre Staatsangehörigen angewendet werden dürften. Italien bittet die deutsche Regierung, die Anwendung der Rassengesetze in Tunesien hinauszuzögern. (ADAP, Serie E, Bd. III, Nr. 259)
02. - 03.09.1942
RK Ostland
Die Deutschen riegeln das Ghetto von Lachwa (Weißrußland) ab und geben bekannt, daß alle jüdischen Bewohner, mit Ausnahme von 30 Facharbeitern, "ausgesiedelt"
werden sollen. Die Widerstandsgruppe im Ghetto unternimmt daraufhin einen bewaffneten Ausbruch. Mehrere hundert Menschen werden bei den Kämpfen mit den Deutschen erschossen, aber ungefähr 1.000 gelingt zunächst die Flucht in die Wälder der Umgebung. Einige können sich später den Partisanen anschließen. (EdH, 846-847)
03.09.1942
Belgien/Auschwitz
Aus dem belgischen Lager Malines werden 1.000 jüdische Menschen, darunter 444 Mädchen und Jungen, nach Auschwitz eingeliefert. Eine erste Aussonderung von Arbeitsfähigen wurde wahrscheinlich schon unterwegs durchgeführt. Nach der "Selektion"
in Auschwitz werden nur 86 Frauen und 10 Männer als Häftlinge registriert und die anderen Angekommenen unmittelbar in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 293)
04.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Ein Deportationszug aus Drancy, in dem sich 1.000 jüdische Menschen befunden hatten, kommt in Auschwitz an. Eine erste Aussonderung von Arbeitsfähigen wurde schon unterwegs durchgeführt. In Auschwitz werden nur 113 Frauen und 10 Männer in das Lager eingewiesen; die anderen werden unmittelbar in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 294)
Bulgarien/Griechenland
Einführung des "Judensterns"
im von Bulgarien annektierten Makedonien (ehem. Jugoslawien). Die jüdischen Bewohner müssen ab 4. September ihre Wohnungen kennzeichnen und ab Ende des Monats auch selbst den Stern tragen. (EdH, S. 920)
05.09.1942
Auschwitz
"Selektion"
unter den weiblichen Häftlingen in Birkenau. Etwa 800 kranke jüdische Frauen werden am selben Tag in den Gaskammern getötet.
Niederlande
Aus Westerbork werden 714 Juden nach Auschwitz eingeliefert. Lediglich 53 Frauen werden als Häftlinge registriert; die anderen 661 Menschen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 295)
06.09.1942
Frankreich/Auschwitz
Ein Deportationszug aus Frankreich mit 1.013 Menschen kommt in Auschwitz an. Arbeitsfähige waren schon während der Fahrt ausgesondert worden. Nach der "Selektion"
in Auschwitz werden nur 38 Frauen und 16 Männer als Häftlinge registriert; die anderen, vermutlich über 700 Menschen, werden in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 296)
07.09.1942
Generalgouvernement
Im Ghetto von Kolomyja (Ukraine) nehmen die Deutschen 7.000 Menschen fest, um sie in das Vernichtungslager Belzec abzutransportieren; weitere 1.000 Menschen werden während der "Aktion"
im Ghetto selbst ermordet. (EdH, S. 781)
07.09. - 12.09.1942
Wartheland
16. - 20.000 Menschen aus dem Ghetto von Lodz werden in das Vernichtungslager Chelmno deportiert. In erster Linie sind es Kinder unter 10 Jahren sowie schwache und alte Menschen, die nicht mehr als arbeitsfähig gelten. (Lodz, S. 288; EdH, S. 896)