CHRONOLOGIE des HOLOCAUST

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Anfang Oktober 1944

Erlaß Himmlers

Alle arbeitsfähigen männlichen "Halbjuden", die bisher noch bei Privatunternehmen beschäftigt waren, werden dort herausgezogen und der Organisation Todt zum Einsatz bei Bauarbeiten zugeführt. (Walk, S. 405)

01.10.1944

Die Kölner Gestapo schickt im September und am 1. Oktober insgesamt 1.100 jüdische Männer und 280 Frauen aus "Mischehen" nach Theresienstadt, andere in ein Lager nach Kassel-Bettenhausen. (Benz, Dimension, S. 52)

02.10.1944

Protektorat/Generalgouvernement/Auschwitz

298 Menschen aus dem Ghetto Theresienstadt, die in Auschwitz am 30. September nach der "Selektion" in das Durchgangslager eingewiesen worden waren, werden als Häftlinge registriert. Ebenso 949 Juden, die wahrscheinlich mit Transporten aus Lodz und Theresienstadt eingetroffen waren, mutmaßlich "Depot-Häftlinge". Andere Häftlinge aus diesen Transporten werden in Nebenlager verlegt.

Im Männer-Quarantänelager findet eine "Selektion" statt; 101 Häftlinge werden in die Gaskammern geschickt. Ebenso etwa 30 jüdische Jugendliche aus Kowno/Kaunas, die am 1. August 1944 eingeliefert worden waren. (Czech, S. 891-892)

03.10.1944

Protektorat/Auschwitz

Ankunft eines Zuges mit 1.500 Menschen aus dem Ghetto Theresienstadt in Auschwitz. Nach der "Selektion" werden die Jungen und Gesunden in das Durchgangslager eingewiesen; die anderen Menschen werden in den Gaskammern ermordet.

Im Frauenlager des KL Auschwitz II werden nach einer "Selektion" 989 weibliche Häftlinge in die Gaskammern getrieben. (Czech, S. 894)

05.10.1944

Auschwitz

Aus dem KL Buchenwald werden 1.188 Häftlinge in das KL Auschwitz II überstellt, darunter 800 Zigeuner, die bereits in Auschwitz gewesen waren. Wahrscheinlich werden die meisten Menschen aus diesem Transport in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 895-896)

06.10.1944

Protektorat/Auschwitz

Ein Transport mit 1.500 Menschen aus dem Ghetto Theresienstadt kommt in Auschwitz an. Mehrere hundert Junge und Gesunde, darunter 271 Frauen, werden in ein Durchgangslager eingewiesen; die Anderen werden in den Gaskammern getötet.

In der Gaskammer des Krematoriums II werden 2.000 "selektierte" jüdische Häftlinge aus dem Lager getötet. (Czech, S. 896-897)

06. - 07.10.1944

Auschwitz

Widerstandsaktion des "Sonderkommandos".

In den beim Verbrennen der Leichen eingesetzten Sonderkommandos sind insgesamt 663 Häftlinge im Einsatz. Da ihnen Informationen vorliegen, daß sie demnächst ebenfalls ermordet werden sollen, unternehmen sie mit Hämmern, Äxten, Steinen und selbstgefertigten Granaten einen Aufstands- und Ausbruchversuch, der von der SS zusammengeschossen wird. Zuvor gelingt es ihnen noch, das Krematorium IV in Brand zu setzen. 250 Häftlinge werden während der Kämpfe getötet, weitere 200 anschließend erschossen. Drei SS-Männer kommen während der Kämpfe ums Leben. (Czech, S. 898-890)

07.10.1944

Auschwitz

1.229 Frauen werden nach einer "Selektion" in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 898)

09.10.1944

Italien/Auschwitz

Ein Transport mit Juden aus Triest kommt in Auschwitz an. Nach der Selektion werden fünf Männer als Häftlinge registriert; die anderen Menschen, darunter 12 Männer, werden in den Gaskammern getötet.

Protektorat

Ein Transport mit 1.550 Menschen aus Theresienstadt kommt in Auschwitz an. 191 Frauen und mehrere Dutzend Männer werden in das Durchgangslager eingewiesen; die anderen Menschen werden in den Gaskammern getötet.

2.000 nicht im Lagerregister geführte jüdische Frauen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 901)

10.10.1944

Auschwitz

800 Zigeuner, die am 5. Oktober aus dem KL Buchenwald eingeliefert worden waren, darunter auch Kinder, werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 902-903)

Ungarn

Bericht Veesenmayers an das Auswärtige Amt.

Nach der Einwilligung Deutschlands zu einer "innerungarischen Lösung der Judenfrage" sei die Entwicklung äußerst unbefriedigend verlaufen. Die Regierung habe zwar zugesagt, die Juden in Lager nach Westungarn zu transportieren und sie dort zur Zwangsarbeit einzusetzen. Damit sei aber, unter Hinweis auf die Nutzung der geeigneten Lager durch die Wehrmacht oder die ungarische Armee, noch nicht einmal begonnen worden. Es scheine so, als ob eine Deportation der Budapester Juden in absehbarer Zeit überhaupt nicht beabsichtigt sei. Offenbar suche die Regierung "ein Alibi für einen künftigen Eventualfall".

Veesenmayer schlägt vor, die deutsche Vorgehensweise zu ändern, um die Deportation der verbliebenen Juden entweder direkt durch deutsche Kräfte vorzunehmen oder sie durch Druck auf die ungarische Regierung durchzusetzen. (Braham, Destruction II, Nr. 224)

11.10.1944

Auschwitz

2.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder, die aus einem slowakischen Transport und einem weiteren aus dem KL Buchenwald ausgesondern wurden, werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 904)

Der Reichserziehungsministers verbietet die Aufnahme von "Halbjuden" in Berufsschulen, berufsbildenden Schulen sowie in Fach - und Berufslehrgängen. (Walk, S. 405)

12.10.1944

Auschwitz

3.000 - größtenteils nicht ins Lagerregister aufgenommene - jüdische Frauen werden nach einer "Selektion" in die Gaskammern getrieben.

Protektorat

Ankunft eines Transports aus Theresienstadt mit 1.600 Menschen. Einige hundert junge und gesunde Menschen werden in das Durchgangslager übernommen. Die Anderen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 904)

13.10.1944

Auschwitz

Etwa 2.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder werden in den Gaskammern getötet. Sie waren am Vortag aus Transporten aus Slowakien und aus Theresienstadt "selektiert" worden.

Nach einer "Selektion" werden 3.000 - überwiegend nicht als Häftlinge registrierte - jüdische Frauen aus dem KL Auschwitz I in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 905-906)

RK Ostland

Sowjetische Truppen befreien Riga (Lettland). In der Stadt und ihrer Umgebung leben noch etwa 150 Juden in Verstecken. In Riga hatten vor dem deutschen Einmarsch etwa 45.000 jüdische Menschen gelebt.

Die Deutschen hatten beim Näherkommen der Front die Massengräber von jüdischen Gefangenen öffnen und die Leichen verbrennen lassen. Anschließend wurden die Angehörigen dieser "Sonderkommandos" erschossen. Im Juni, als die sowjetischen Truppen die lettische Grenze erreichten, wurden viele der jüdischen Gefangenen im Lager Kaiserwald und dessen Nebenlagern ermordet. Die übrigen Juden wurden in Lager außerhalb Lettlands, vor allem nach Stutthof bei Danzig, verlegt. (EdH, S. 1229ff)

14.10.1944

Auschwitz

Nach einer "Selektion" werden im Durchgangslager 477 jüdische Frauen in den Gaskammern getötet.

Aus Theresienstadt werden 1.500 Menschen nach Auschwitz eingeliefert. Junge und gesunde Männer und Frauen werden in das Durchgangslager eingewiesen, die anderen Menschen in den Gaskammern getötet.

In der Gaskammer des Krematoriums III werden 3.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder - u.a. aus Theresienstadt - ermordet. (Czech, S. 906-907)

15.10.1944

Auschwitz

In der Gaskammer des Krematoriums II werden 3.000 nicht als Häftlinge registrierte jüdische Frauen getötet. (Czech, S. 907)

16.10.1944

Auschwitz

Ankunft eines Transports aus Berlin. Nur fünf Männer und einige Frauen werden als Häftlinge übernommen; die anderen etwa 800 Menschen werden in den Gaskammern getötet.

In der Gaskammer des Krematoriums III werden 600 Männer getötet, die im Häftlingskrankenbau "selektiert" worden waren. (Czech, S. 908)

17.10.1944

Ungarn

Eichmann und seine Mitarbeiter kehren nach Budapest zurück. Eichmann verlangt, daß als Angelegenheit höchster Priorität 50.000 arbeitsfähige jüdische Männer und auch Frauen zu Fuß zur Arbeit in Deutschland in Marsch gesetzt werden müßten. Alle anderen arbeitsfähigen Juden sollten zu Bauarbeiten an den Verteidigungslinien rund um Budapest eingesetzt werden; die übrigen Juden sollten in Lagern nahe der Hauptstadt konzentriert werden; die Juden in den Arbeitsdienst-Einheiten sollten unter strenge Überwachung gestellt werden; die Juden mit Ausnahme-Genehmigungen und Schutzbriefen müßten wie alle übrigen behandelt werden. (Braham, Politics of Genocide II, S. 834)

Auschwitz

2.000 Zwangsarbeiter aus dem Nebenlager Monowitz, die in den Buna-Werken eingesetzt waren, werden in den Gaskammern getötet.

159 weibliche Häftlinge aus dem Frauenlager Auschwitz I werden in die Gaskammern geschickt. (Czech, S. 908-909)

18.10.1944

Slowakien/Auschwitz

3.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder, die mit einem slowakischen Transport nach Auschwitz eingeliefert wurden, werden in den Gaskammern getötet.

Protektorat

Ankunft eines Transports aus Theresienstadt mit 1.500 Menschen. Nach der "Selektion" werden die Jungen und Gesunden, darunter 157 Frauen, in das Durchgangslager eingewiesen; die anderen Menschen werden in den Gaskammern getötet.

Ungarn

Aus einem Transport mit Juden aus dem Gefängnis von Budapest werden 18 Männer und 55 Frauen als Häftlinge registriert. Die anderen Menschen, darunter 79 Männer, werden in den Gaskammern getötet.

In der Gaskammer des Krematoriums III werden 300 Menschen aus verschiedenen Transporten getötet. (Czech, S. 910-911)

Ungarn

Bericht Veesenmayers an das Auswärtige Amt über die Verhandlungen Eichmanns mit dem neuen Innenminister Vajna.

"Trotz seitens Szálasis bereits erfolgter grundsätzlicher Stellungnahme, keinen ungarischen Juden weiterhin in das Reichsgebiet abtransportieren zu lassen, wird Innenminister versuchen, ausnahmsweise Zustimmung zu beantragter einmaliger zeitweiser Überlassung von 50.000 männlichen einsatzfähigen Juden zu erlangen, die im Reichsgebiet für Jägerprogramm und zur Ablösung russischer, anderwärts gebrauchter Kriegsgefangener dringend benötigt werden. Transport soll durch Fußtrecks in Begleitung deutscher Kommandos erfolgen, wo bei Überschreiten Reichsgrenze kürzerer Einsatz am Südostwall vorgesehen ist."

"Eichmann beabsichtigt, wie streng vertraulich mitgeteilt wird, nach erfolgreichem Abschluß erwähnten Fußtrecks später nochmals weitere 50.000 Juden anzufordern, um auch bei Wahrung grundsätzlichen Standpunkts Szálasis Endziel Ausräumung ungarischen Raumes zu erreichen." (ADAP, Serie E, Bd. VIII, Nr. 275)

Ungarn

Erklärung des neuen Innenministers Vajna.

Er kündigt an, daß "die Judenfrage", die in den letzten Monaten soviel Aufregung versucht habe, gelöst werde. Diese Lösung werde zwar hart, aber die von den Juden verdiente sein. Dazu würden noch genaue Anordnungen gegeben. Niemand dürfe sich selbst zum Richter machen, denn die Lösung dieser Frage sei Aufgabe des Staates. Er erkenne keine Zugehörigkeit von Juden zu anderen Religionen, keine Ausnahme-Genehmigungen und keine ausländischen Pässe an. Niemand dürfe sich in diese Frage einmischen. Kein Jude dürfe glauben, er könne mit ausländischer Hilfe den rechtmäßigen Maßnahmen angehen. (Braham, Politics of Genocide II, S. 832-33)

19.10.1944

Slowakien/Auschwitz

Aus einem Transport aus dem slowakischen Lager Sered nach Auschwitz werden 113 jüdische Frauen als Häftlinge übernommen.

In der Gaskammer des Krematorium II werden 2.000 jüdische Frauen, Männer und Kinder aus dem slowakischen Lager Sered getötet.

In der Gaskammer des Krematoriums III werden ebenfalls 2.000 jüdische Menschen getötet. (Czech, S. 911-912)

20.10.1944

Protektorat/Auschwitz

Ankunft eines Transports aus Theresienstadt mit 1.500 Menschen in Auschwitz. 169 Frauen werden im Durchgangslager untergebracht und 173 Männer als Häftlinge übernommen. Die anderen 1.158 Menschen werden in den Gaskammern getötet.

In einer Gaskammer werden 174 jüdische Frauen und Mädchen ermordet; sie wurden aus den Krankenbaracken und aus der Baracke für Jugendliche im Durchgangslager "selektiert".

In der Gaskammer des Krematoriums III werden 1.000 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren getötet. Unter ihnen befinden sich 357 junge Juden, die am selben Tag aus einem zum KL Groß-Rosen (Niederschlesien) gehörenden Nebenlager nach Auschwitz eingeliefert wurden. (Czech, S. 912)

Ungarn

Telegramm Veesenmayers an Ribbentrop.

"Judenaktion heute angelaufen. Sämtliche männlichen Juden im Alter von 16 bis 60 Jahren werden seit heute früh 5 Uhr aus den Judenhäusern abgeholt, gesammelt, registriert und marschieren sofort zum Einsatz für Befestigungsarbeiten ab. Bisheriger Verlauf völlig reibungslos. Maßnahmen für Zusammenfassung der nichtarbeitsfähigen Juden in Ghettos wird in beschleunigtem Tempo vorwärtsgetrieben und dürfte bereits in wenigen Tagen zunächst provisorisch erfolgen." (Braham, Destruction II, Nr. 229)

Telegramm Ribbentrops an Veesenmayer.

"Ich bitte Sie, den Ungarn bei Durchführung aller Maßnahmen, die sie in den Augen unserer Feinde kompromittieren, nicht hinderlich in die Arme zu fallen, sondern sie vielmehr hierbei in jeder Weise zu unterstützen; insbesondere liegt es sehr in unserem Interesse, wenn die Ungarn jetzt auf das allerschärfste gegen die Juden vorgehen." (ADAP, Serie E, Bd. VIII, Nr. 278)

Telegramm Veesenmayers an das Auswärtige Amt.

Er habe dem ungarischen Außenminister gesagt, daß Deutschland die zur "Ausräumung" von Budapest begonnenen Schritte begrüßt und seinerseits bereit ist, seine früheren Zusicherungen über bestimmte "humanitäre Maßnahmen" einzuhalten, insbesondere hinsichtlich der Ausreise bestimmter Gruppen von "Schutzjuden". Deutschland sei auch bereit, über weitere Ausreisemöglichkeiten zu verhandeln. Das gelte jedoch nicht für Palästina, wohin grundsätzlich keine weiteren Ausreisen mehr zugelassen werden.

Er werde "zu gegebener Zeit zunächst die beantragten deutschen Durchreisesichtvermerke an die bekannten Gruppen schwedischer, schweizerischer, portugiesischer und spanischer Schutzjuden erteilen". Doch werde die technischen Durchführung der Reisen noch einige Zeit in Anspruch nehmen. (Braham, Destruction II, Nr. 231)

21.10.1944

Auschwitz

Im Durchgangslager B II c findet eine "Selektion" statt. 513 jüdische Frauen - Kranke, Erschöpfte und Jugendliche - werden in den Gaskammern getötet.

Nach einer "Selektion" in den Männerlagern werden 1.000 Häftlinge in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 912-913)

22.10.1944

Ungarn

Durch Plakate werden alle männlichen Juden zwischen 16 und 60 und alle Frauen zwischen 18 und 40 Jahren aufgefordert, sich zur Erfassung für den Arbeitsdienst zu melden. Bis zum 26. Oktober sind 25.000 Männer und 10.000 Frauen erfaßt. Ausnahmen werden teilweise gewährt für Juden, die mit Christen verheiratet sind, direkte Verwandte von Arbeitsdienst-Leuten, in der Kriegsindustrie Beschäftigte, und Mütter mit vielen Kindern. (Braham, Politics of Genocide II, S. 836)

Generalgouvernement/Auschwitz

Ankunft eines Transports aus dem KL Plaszów mit über 2.000 jüdischen Frauen in Auschwitz. Am folgenden Tag werden nach einer "Selektion" 1.765 Frauen in das Durchgangslager B II c eingewiesen, die anderen werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 914)

Wartheland

500 Juden aus einem Schneidereibetrieb im Ghetto von Lodz, die bis dahin zur Demontage von Arbeitsstätten zurückgeblieben waren, werden in das KL Ravensbrück und in das Nebenlager Königswusterhausen deportiert. Im Ghetto bleibt nur noch ein "Aufräumkommando" von etwa 600 Mann. Als die Deutschen am 17. Januar 1945 Anstalten machen, auch sie zu ermorden, setzen sie sich in vorbereitete Verstecke ab.

23.10.1944

Auschwitz

400 Häftlinge aus dem Nebenlager Gleiwitz werden in der Gaskammer getötet. (Czech, S. 914-915)

Ungarn

Veesenmayer teilt dem Auswärtigen Amt mit, es sei ihm gelungen, Ministerpräsident Szálasi zu der Zusage zu bewegen, den Transfer von 25.000 arbeitsfähigen Juden "zur Arbeit im Reich für ein halbes Jahr" zu gestatten - angeblich für die Verwendung im Jägerprogramm (Flugzeugbau). Die Deutschen hatten zunächst 50.000 "Arbeitsjuden" gefordert, doch wandte Szalasi dagegen ein, Ungarn benötige die meisten dieser Arbeitskräfte selbst. (Braham, Destruction II, Nr. 232 und Nr. 233)

25.10.1944

Protektorat/Auschwitz

Ankunft eines Transports mit 1.715 Menschen aus Theresienstadt. 219 Männer werden als Häftlinge registriert und 215 Frauen in das Durchgangslager B II c eingewiesen.

Aus dem KL Dachau werden 1.024 jüdische Häftlinge, die krank und "arbeitsunfähig" sind, nach Auschwitz eingeliefert und dort wahrscheinlich in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 915)

26.10.1944

Ungarn

Telegramm Veesenmayers an das Auswärtige Amt.

"I. In Budapest sind inzwischen weitere Aktionen zwecks Aussonderung arbeitsfähiger Juden auch weiblichen Geschlechts zum Einsatz im Honved (Militär)-Arbeitsdienst und für OT (Organisation Todt)-Befestigungsarbeiten durchgeführt worden. Insgesamt sind schätzungsweise bisher etwa 25.000 Männer und 10.000 Frauen aus dem Stadtgebiet entfernt worden. (...)

Es wird nunmehr beabsichtigt, die in Budapest verbleibenden Juden beschleunigt in Ghettos am Stadtrand zusamenzufassen und darin von Zeit zu Zeit nach Bedarf arbeitsfähige Juden noch aussondern zu lassen." (Braham, Destruction II, Nr. 235)

28.10.1944

Italien/Auschwitz

Aus dem KL Bozen werden 196 Männer und eine unbekannte Zahl Frauen nach Auschwitz eingeliefert. 59 Männer werden als Häftlinge übernommen, die anderen Menschen werden in den Gaskammern ermordet.

1.308 jüdische Frauen aus dem Durchgangslager werden nach Bergen-Belsen verlegt, unter ihnen wahrscheinlich auch Anne Frank und ihre Schwester. (Czech, S. 918-919)

Ungarn

Telegramm Veesenmayers an das Auswärtige Amt.

Von den etwa 800.000 Juden, die zum Zeitpunkt des deutschen Einmarsches in Ungarn lebten, sind ungefähr430.000 deportiert worden, etwa 150.000 befinden sich in Arbeitsbataillonen und etwa 200.000 leben in Budapest. (Braham, Destruction II, Nr. 236)

29.10.1944

Auschwitz

Nach einer "Selektion" im Männer-Quarantänelager B II b werden mindestens 64 Häftlinge zusammen mit anderen Ausgesonderten in den  Gaskammern getötet.

Slowakien

Ankunft eines Transports aus dem slowakischen Konzentrationslager Sered in Auschwitz. Sieben Männer werden als Häftlinge übernommen; die anderen Menschen, darunter 84 Männer, werden in den Gaskammern getötet. (Czech, S. 919)

30.10.1944

Protektorat/Auschwitz

Ankunft eines Transports mit 2.038 Menschen aus Theresienstadt in Auschwitz. 217 Männer werden als Häftlinge registriert; 132 Frauen werden im Durchgangslager untergebracht. Die anderen 1.689 Menschen werden in den Gaskammern ermordet. (Czech, S. 920)

WELTKRIEGSEREIGNISSE

02.10.1944

Generalgouvernement

Kapitulation der Aufständischen in Warschau. Die Deutschen sichern der polnischen "Heimatarmee" Kriegsgefangenenrecht nach völkerrechtlichen Normen zu. Die gesamte Zivilbevölkerung wird ausgesiedelt, d.h. größtenteils in Konzentrations- und Zwangsarbeitslager deportiert. (Czech, S. 892-893)

05.10.1944

Landung der Alliierten in Griechenland.

12.10.1944

Befreiung Athens durch die Alliierten.

15.10.1944

Ungarn

Horthy beruft den Kronrat ein und teilt seine Absicht mit, die sowjetischen Waffenstillstandsbedingungen anzunehmen. Um 1 Uhr wird eine Rede Horthys, die auf den Ausstieg aus dem Krieg hinausläuft, über den Rundfunk verlesen.

Im Laufe des Nachmittags wird die Sendestation von bewaffneten Faschisten besetzt. Es wird ein Aufruf von Generalstabschef Vörös gesendet, den Kampf fortzusetzen. Am Morgen des  folgenden Tages unterschreibt Horthy - aufgrund von Drohungen der Deutschen gegen seine Familie - zwei Erklärungen: Mit der einen annulliert er seine Proklamation und bekräftigt den Befehl von Vörös. Die zweite enthebt die Regierung Lakatos ihres Amtes und beauftragt den Faschisten Szálasi mit der Bildung einer "Regierung der nationalen Sammlung". Zugleich erklärt Horthy seine Abdankung.

20.10.1944

Die jugoslawische Hauptstadt Belgrad wird von Partisaneneinheiten und sowjetischen Streitkräften befreit.

28.10.1944

Bulgarien

Bulgarien unterzeichnet in Moskau den Waffenstillstand und verpflichtet sich zur Aufhebung aller antijüdischen Gesetze.


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